Papst Franziskus verurteilt Abtreibung


27.12.13

Papst Franziskus verurteilt Abtreibung

Päpstliches Schreiben: Menschliches Leben muss in jeder Phase seiner Entwicklung verteidigt werden

(MEDRUM) Papst Franziskus hat sich in seinem apostolischen Schreiben "Die Freude des Evangeliums" (EVANGELII GAUDIUM) vielen Themen zugewendet, die von zentraler Bedeutung sind. Dazu gehören das Leben ungeborener Kinder und die Verteidigung ihres Lebens.

Dass Papst Franziskus unkonventionell auftritt, wird von vielen Medien positiv beachtet, obwohl es dabei eher um eine Stilfrage geht, die nicht im Zentrum der christlichen Botschaft steht. Demgegenüber findet die Haltung von Franziskus zur Abtreibung vergleichsweise geringe Beachtung oder es werden sogar falsche Eindrücke vermittelt. So hieß es im SPIEGEL vor einigen Monaten: "Schwule, Frauen, Abtreibung: Offen und einfühlsam spricht er über Themen, die unter seinem Vorgänger Benedikt XVI. tabu waren oder mit fundamentalistischem Eifer totgepredigt wurden".

Wer Imagenun das Thema Abtreibung herausgreift, kann unschwer feststellen, dass auch für Papst Franziskus, entgegen des ersten Eindruckes, den der SPIEGEL mit den oben zitierten Zeilen erweckte, die Abtreibung tabu ist. In seinem 184 Seiten umfassenden apostolischen Schreiben (24. November 2013) lässt er nicht den geringsten Zweifel aufkommen, dass die Abtreibung scharf zu verurteilen ist. Seine Haltung in dieser Frage muss von jedem ins Blickfeld gerückt werden, der diesen Papst ernst nehmen will.

Was Papst Franziskus zur Abtreibung sagt, dokumentiert ein Auszug aus EVANGELII GAUDIUM:

"Unter diesen Schwachen, deren sich die Kirche mit Vorliebe annehmen will, sind auch die ungeborenen Kinder. Sie sind die Schutzlosesten und Unschuldigsten von allen, denen man heute die Menschenwürde absprechen will, um mit ihnen machen zu können, was man will, indem man ihnen das Leben nimmt und Gesetzgebungen fördert, die erreichen, dass niemand das verbieten kann.

Um die Verteidigung des Lebens der Ungeborenen, die die Kirche unternimmt, leichthin ins Lächerliche zu ziehen, stellt man ihre Position häufig als etwas Ideologisches, Rückschrittliches, Konservatives dar. Und doch ist diese Verteidigung des ungeborenen Lebens eng mit der Verteidigung jedes beliebigen Menschenrechtes verbunden. Sie setzt die Überzeugung voraus, dass ein menschliches Wesen immer etwas Heiliges und Unantastbares ist, in jeder Situation und jeder Phase seiner Entwicklung. Es trägt seine Daseinsberechtigung in sich selbst und ist nie ein Mittel, um andere Schwierigkeiten zu lösen.

Wenn diese Überzeugung hinfällig wird, bleiben keine festen und dauerhaften Grundlagen für die Verteidigung der Menschenrechte; diese wären dann immer den zufälligen Nützlichkeiten der jeweiligen Machthaber unterworfen. Dieser Grund allein genügt, um den unantastbaren Wert eines jeden Menschenlebens anzuerkennen. Wenn wir es aber auch vom Glauben her betrachten, dann »schreit jede Verletzung der Menschenwürde vor dem Angesicht Gottes nach Rache und ist Beleidigung des Schöpfers des Menschen« (JOHANNES PAUL II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Christifideles laici (30. Dezember 1988)."

Wer es ernst meint mit den Menschenrechten, und wer Papst Franziskus und seinem Amt Gehör schenken will, der muss sich fragen lassen, wie er es mit dem Gebot hält, das menschliche Leben in jeder Phase seiner Entwicklung als etwas Unantastbares zu verteidigen. Ebenso muss auch der, der diesem Papst - wie der SPIEGEL - Einfühlsamkeit attestieren will, schließlich sagen, dass es bei der Einfühlsamkeit von Franziskus nicht etwa um die Einfühlsamkeit in die Abtreibung, sondern um die Einfühlsamkeit in das ungeborene Leben und seine Schutzwürdigkeit geht. Dass dies eine Kampfansage von fundamentaler Bedeutung ist, versteht sich von selbst.


20.09.13 Schwule, Frauen, Abtreibung: Der Papst rüttelt die Kirche auf Spiegel

Leserbriefe

Ein Gedanke Gottes

Eigentlich reicht es schon zu wissen, dass jeder Mensch ein Gedanke Gottes ist, dessen Leben schon geplant und gesehen wurde vor aller Zeit. Wir sollten uns nicht darüber täuschen, dass die Umstände einer Befruchtung in keiner Weise das Lebensrecht des Kindes schmälern können. Allein bei Gefahr für ihr Leben sollte es der Mutter frei gestellt werden, sich gegen das Kind zu entscheiden.

In der EKD fehlen solch klare Worte

Wären doch solch klare Worte auch in der "Orientierungshilfe" der Evangelischen Kirche zu finden! Unser deutsches Volk könnte neu Segen empfangen, wenn von denen, die es wissen müssten, göttliche Weisung ausgehen würde.