Republikflucht als Ausweg für bedrängte christliche Familien in Deutschland


20.11.08

Republikflucht als Ausweg für bedrängte christliche Familien in Deutschland

Ein erneuter Fall einer christlichen Familie, die aus dem eisernen Vorhang "Schulzwangssystem" ausbricht

(MEDRUM) Christen sind in vielen Ländern Unterdrückung und Verfolgung ausgesetzt. Auch in Deutschland geraten Christen in große, wenn auch nicht unmittelbar lebensbedrohende Bedrängnis, und zwar dann, wenn sie ihre Kinder nicht in eine entchristlichte öffentliche Schule schicken, sondern sie selbst unterrichten wollen, wie an einem erneuten Fall von "Republikflucht" einer Familie aus Süddeutschland deutlich wird.

Das Elternpaar Uwe und Hannelore Romeike, das einer christlichen Gemeinde in Baden-Württemberg angehörte, sollte 90 Euro pro Fehltag als Bußgeld zahlen, falls seine Kinder nicht am Unterricht der öffentlichen Schule teilnehmen. Das wären - hochgerechnet - allein in einem Monat bei 20 Schultagen und drei Kindern insgesamt 5.700 Euro Bußgeld gewesen, für einen Bankmanager des Topmanagements eine gut verkraftbare Summe. Für Normalverdiener wie das Elternpaar Romeike war dies jedoch ein ruinöser Geldbetrag, der sie in das existentielle Aus geführt hätte. Sie hätten dieses Geld niemals aufbringen können. Ersatzweise drohten ihnen Maßnahmen wie Erzwingungshaft und Entzug des Sorgerechtes, an denen die Familie, die unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes steht, zerbrochen wäre.

Diese Maßnahmen gehören zu den Zwangsmitteln des deutschen Staates, mit denen "uneinsichtige" und unwillige Eltern gezwungen werden sollen, ihre Kinder die öffentlichen Schulen besuchen zu lassen, auch dann, wenn sie ersatzweise alles tun, um ihren Kindern eine gute Schulbildung zu vermitteln und dabei erfolgreich sind. Wer sich dem Schulzwang entzieht, handele wie ein Autofahrer, der sich immer wieder unter Alkoholeinfluss an das Steuer setze, so der Staatsanwalt bei der Verurteilung der Eltern Dudek, die zu jeweils 3-monatigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die deutsche Gesetzgebung, Gerichtsbarkeit und das staatlich organisierte Schulsystem lässt den Eltern nur eine Wahl: Entweder sie schicken ihre Kinder in das staatliche Schulsystem oder sie stehen vor dem Ruin ihrer familiären Existenz. Heimschulunterricht wird als Ersatzunterricht nicht geduldet, selbst wenn die Ergebnisse überzeugen können, wie mehrere Fälle in Deutschland bereits gezeigt haben.

Das Elternpaar Romeike wollte seine Kinder aus ähnlichen Gründen wie die Eltern Dudek aus Eschwege nicht am Unterricht der staatlichen Schule teilnehmen lassen, die ihre Kinder aufgrund ihrer christlichen Gewissensüberzeugung nicht einem System anvertrauen wollten, in dem Bildung und Erziehung nicht an christlichen Werten ausgerichtet sind (das sind sicher auch die Beweggründe, weshalb sie  zu den Unterzeichnern der Gorber-Bittschrift gehören). Die Eltern Romeike wollen ihre Kinder in Verantwortung vor Gott, im Geiste christlicher Nächstenliebe, zur Menschlichkeit und Friedensliebe, in der Liebe zur Heimat, zur Achtung der Würde und der Überzeugung anderer, zur Leistungsbereitschaft und zur Eigenverantwortung erziehen, - ganz so, wie es das Schulgesetz des Landes Baden-Württemberg den Erziehungsauftrag für die Schulen des Landes formuliert hat. Dass sie dafür nur die Möglichkeit sahen, ihre Kinder selbst zu unterrichten, wird jedoch nicht geduldet. Für die Romeikes hieß dies letzten Endes: Flucht in ein anderes Land, um ihre Kinder vor den Verhältnissen einer entchristlichten staatlichen Schule zu bewahren und dem dadurch drohenden Ruin ihrer Existenz zu entgehen; in diesem Fall Flucht in die Vereinigten Staaten von Amerika, in denen es zur Selbstverständlichkeit gehört, wenn Eltern ihre Kinder selbst unterrichten. Dort werden etwa 2 Millionen Kinder im Hausschulunterricht unterrichtet.

Deswegen hatten die Eltern Romeike vor wenigen Monaten in den USA Antrag auf die Gewährung von Asyl gestellt und sind dort mit ihren Kindern herzlich empfangen worden, wie die amerikanische Organisation "HSLDA" berichtete, die sich für die Verteidigung der Rechte von Hausschulfamilien einsetzt. Die Verfolgung von Heimschulfamilien in Deutschland habe sich dramatisch verstärkt, so ein Jurist dieser Organisation. Familie Romeike atmet jetzt über die wieder gewonnene Freiheit in den USA auf. "Die Freiheit, unsere Kinder jetzt zuhause zu unterrichten, ist wundervoll. Wir müssen nicht länger befürchten, dass plötzlich irgendwelche Vertreter eines Jugendamtes bei uns erscheinen, oder dass hohe hohe Geldstrafen gegen uns verhängt werden", so Hannelore Romeike zur HSLDA.

Poltisches Asyl wird in den USA denjenigen gewährt, die Furcht haben müssen, in ihr Land zurückzukehren, weil sie dort wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Auffassung aktuell verfolgt werden. Diese Furcht von Heimschulfamilien vor Verfolgung hält die HSLDA für sehr fundiert.

Namhafte CDU-Politikerinnen sind dennoch nicht bereit, sich für eine Änderung dieser Verhältnisse und Beseitigung der Drangsal von christlichen Familien einzusetzen, die ihre Kinder aus großer christlicher Verantwortung heraus selbst unterrichten wollen. Die Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Menschenrechte und stellvertretendes Mitglied im Innenausschuß, Erika Steinbach, sei nicht zuständig, lautete die Antwort vom Ende Oktober auf ein Schreiben, das an diese Politikerin Anfang August gerichtet wurde. Erika Steinbach setzte sich hingegen für zwei Hochschullehrer in Rumänien ein, die dort entlassen wurden, weil sie auf dem Universitätsgelände ihrer Universität ohne Genehmigung Schrifttafeln in der Sprache der ungarischen Minderheit aufstellten. Auch die CDU-Bundesbildungsministerin Annette Schavan will sich nicht für mehr Freiheit einer Minderheit von Bürgern einsetzen, die ihre Kinder außerhalb des staatlichen Schulsystems bilden und fördern wollen. Sie hat den Appell eines öffentlichen Briefes an sie, in dem sich fast 800 Personen für mehr Freiheit in der Bildung einsetzten, durch ihr Ministerium lapidar ablehnen lassen, ohne auch nur ein Wort über die Not von Heimschulfamilien, die fehlende Freiheit in der Bildung und das Engagement der Initiatoren und Unterstützer zu verlieren; Dialogbereitschaft: Fehlanzeige.

Vor dem Hintergrund des staatlichen Schulzwangssystems setzen sich das Netzwerk Bildungsfreiheit, der Bundesverband Natürliches Lernen und zahlreiche kooperierende Personen und Stellen in neuen Initiativen dafür ein, dass die Verhältnisse in Deutschland geändert werden. Sie wollen, dass der Schulbesuchszwangssystem durch ein Bildungssystem ersetzt wird, in dem freies Lernen und Vielfalt der Bildung für die Förderung junger Menschen bestehen. Dies würde auch christlichen Familien, die ihre Kinder nicht im staatlichen Schulsystem unterrichten lassen wollen, freiheitliche Alternativen und Chancen eröffnen, die in anderen westlichen Ländern selbstverständlicher Standard sind, in Deutschland hingegen unter dem nationalsozialistischem Regime vollständig beseitigt wurden. An der Gesetzgebung des Dritten Reiches wird seitdem politisch eisern festgehalten: eine andere Art eiserner Vorhang, und eine andere Art der Republikflucht.

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HSLDA: Home School Legal Defence Association


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