Drei Stunden-Wochenendbesuch der Eltern Gorber bei ihren Töchtern in Geisterheim


12.08.08

Drei Stunden-Wochenendbesuch der Eltern Gorber bei ihren Töchtern in Geisterheim

Vater Gorber: "Arroganz der Unmenschlichkeit"

(MEDRUM) Die Eltern Gorber durften am Wochenende ihre drei jungen Töchter Rebecca, Esther und Thea besuchen. Dafür wurde ihnen vom Jugendamt drei Stunden Besuchszeit, auch dieses Mal nur unter Betreuungsaufsicht erlaubt.

Es ist Ferienzeit im Heim. Das erlebten auch die Eltern Gorber, als sie am Wochenende ihre drei Töchter Rebecca (8), Esther (10 ) und Thea (12) besuchten. Das Heim war leer. Die anderen Kinder waren weg. "Nur unsere drei Töchter haben wir von den Heimkindern angetroffen. Die machen Ferien vom Heim und unsere Kinder sitzen alleine dort herum", berichten die Eltern. Auf die Frage der Eltern an ihre Töchter, "Wie fühlt ihr euch denn?", antworten sie: "Uns ist es hier stink langweilig, wir würden gerne endlich mal wieder nach Hause kommen."

Wie von MEDRUM berichtet wurden sechs Kinder der Familie Gorber aus Überlingen zu Anfang des Jahres den Eltern weggenommen und unter der Verantwortung des Jugendamtes in zwei Heimen untergebracht. Während eines Krankenhausaufenthaltes der damals hochschwangeren Mutter und infolge besorgniserregender Hinweise aus der Bevölkerung wurde eine Gefährdung des Kindeswohls befürchtet. Der 3-jährige Sohn durfte mittlerweile wieder zu seinen Eltern nach Hause, zwei ältere Töchter dürfen seit vorletztem Wochenende ihre Familie an den Wochenenden besuchen, die drei Töchter Rebecca, Esther und Thea müssen jedoch weiterhin auch an den Wochenenden und während der Schulferien im Heim verbleiben. Sie können allenfalls am Wochenende unter Aufsicht des Heimpersonals von ihren Eltern besucht werden.

Mutter Gorber dazu: "Da bleibt einem wirklich die Spucke weg. Unsere drei Mädels sind schon ein halbes Jahr nicht mehr zu Hause gewesen. Jetzt sind Ferien, die anderen Kinder sind weg, nach Hause gegangen zu ihren Familien, und unsere Töchter werden hier weiter festgehalten, dürfen nicht einmal ein paar Ferientage bei uns zu Hause verbringen, bevor ja bald die Schule losgeht. Das verstehe wer will. Ich kann es nicht verstehen. Die anderen Kinder lässt man zu ihren Familien, obwohl sie erhebliche Problemfälle sind, und unsere Töchter, die nach einem halben Jahr der Trennung von der Familie höchst gerne und endlich einmal Ferientage in der Familie verbringen möchten, werden weiter vom Jugendamt zurückgehalten. Das ist doch unmenschlich. Die wissen gar nicht, was sie unseren Kindern antun."

Das ist nicht der einzige Herzschmerz, den eine Mutter aushalten muss, die das Herzeleid und Heimweh ihrer Kinder bis in die Fußspitzen erschüttert. Sie muss zugleich auch hinnehmen, wie das Heimpersonal ihren Kindern kleinliche Vorschriften macht. So wollten die drei Töchter wenigstens am vergangenen Wochenende zusammen in einem Zimmer schlafen. "Das geht nicht", habe eine Heimbetreuerin in bestimmendem Tonfall gesagt. Auch dafür kann Mutter Gorber kein Verständnis aufbringen. "Jetzt sind die dort schon mutterseelenalleine, unsere drei Mädels, man läßt sie nicht mal am Wochenende nach Hause kommen, und trotzdem will man ihnen noch nicht einmal zugestehen, wenigstens über Nacht auf einem Zimmer zusammen zu sein, unglaublich!". Nach langem Zureden und Bitten habe man dann wenigstens eingewilligt, dass Thea ihre Matzratze für eine Nacht zu ihren beiden Schwestern mitnehmen und schließlich doch noch bei ihnen in ihrem Zimmer nächtigen durfte.

Gefragt, wie Mutter Gorber denn die Aussichten einschätze, dass ihre Kinder wieder einmal ihr Zuhause sehen dürften, wenigstens für ein Wochenende oder einige Ferientage, zuckt sie mit den Schultern. Der Vertreter des Jugendamtes, sagt sie, weise auf Gutachten hin, die erst erstellt werden müssten, auf aufwändige Besprechungen, die mit vielen Stellen durchzuführen seien und viel Zeit kosten würden, und auf ähnliches. "Wie sich meine Kinder fühlen, danach fragt die Kinder und mich keiner", sagt Mutter Gorber. "Aber, was sollen wir machen? Das Amt hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht und bestimmt über den Aufenthalt so, wie das Amt es will, eben amtsmäßig, ohne Herz. Das bekommen wir auch deutlich zu spüren. Die Amtsmitarbeiter handeln ganz so, als wären unsere Kinder Eigentum des Amtes, und dieses Eigentum verwalten sie auch wie ein Amt." Vater Gorber ergänzt: "Aber die haben nicht nur kein Herz, sondern verwalten unsere Kinder auch noch schlecht. So haben die Glückwünsche, die an Rebecca zu Ihrem 8. Geburtstag dem Heim übersandt wurden, unsere Tochter nicht erreicht. Sie hat nichts davon bekommen. Wir empfinden das Vorgehen unseren Kindern und uns gegenüber als Arroganz der Unmenschlichkeit."

Die Anwältin der Kinder erklärte hierzu: "Die Trennung der Kinder von den Eltern ist der schwerwiegendste Eingriff in die Familie und ist nur bei einem Erziehungsversagen vertretbar, wenn eine Verwahrlosung der Kinder droht. Dieses liegt hier nicht vor. Aus rechtlicher Sicht ist das Vorgehen des Jugendamtes daher nicht haltbar. Hier sind vielmehr erhebliche Bedenken anzumelden, weil die Handhabung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes nicht dem Kindeswohl dient." Sie will sich weiter für das Recht der Kinder und ihren sehnlichsten Wunsch einsetzen, mit ihrer Familie wieder vereint zu sein.

Die Pressestelle des Bodenseekreises teilte auf Anfrage zur Handhabung des Aufenthaltsrechtes heute mit, dass das Jugendamt keine Stellungnahme zum Gerichtsbeschluss abgebe.


Berichterstattung in MEDRUM zur Gorber-Familie:

letzter Artikel -> Auch Gabriele Kuby unterstützt die Bittschrift für die Gorber-Kinder
vorletzter Artikel -> Eine 12-jährige wurde zur Mutter
erster Artikel -> Sechs Kinder einer bibeltreuen Familie entrissen und in staatlichen Gewahrsam genommen


Online-Unterzeichnung der Bittschrift der "Initiative Gorber"

( insgesamt 900 Unterzeichungen aus fünf Erdteilen)

 

Leserbriefe

GIBT ES ABSOLUT KEINE GERECHTIGKEIT MEHR ???

Welch ein erschütterndes Schicksal in Deutschland. Wem bricht nicht das Herz wenn er sich in die Lage dieser 3 Mädchen nur einigermassen hinein versetzt? Das ist ja wie im Gefängnis, was haben diese tapferen Kinder verbrochen? Ein Bekannter aus Österreich teilte mir mit, dass er mit seiner Frau bald eine ganze Nacht nicht schlafen konnte, als er von diesem Fall erfuhr. GIBT ES ABSOLUT KEINE GERECHTIGKEIT MEHR IN DEUTSCHLAND? Schlägt kein Behörden-,Betreuer-, oder Richterherz mehr für diese zu Unrecht leidenden Kindern??? Ich blicke mich überall um, lese jeden Bericht den ich irgendwo zu diesem Fall finden kann......und finde kein Behörden-,Betreuer-,oder Richterherz welches für dieses drei Kinderseelen schlägt. Aber einer der höher ist als alle irrdischen Richter und Behörden hat ein Herz für Euch dreien und spricht:"Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit." (Jesaja 41, Vers 10). AMEN !