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Auf dem Weg zur kleinen Herde


19.01.10

Auf dem Weg zur kleinen Herde

von Gabriele Kuby

(MEDRUM) Seit Satan wegen seines „Non serviam“ vom Engelsfürsten Sankt Michael samt seinem Anhang auf die Erde gestürzt wurde, ist er der Fürst dieser Welt. Verwandlungskünstler, der er ist, tauchte er als Schlange im Paradies auf und säte Misstrauen gegen Gott in Evas Herz, so dass sie blind und schwach wurde gegenüber dem Bösen. Als Mutter aller Lebenden hat sie uns diese Blindheit und Schwachheit vererbt: Oft fällt es uns leichter, das Böse zu tun als das Gute, denn es erscheint – zunächst – genussvoller. Weil aber nicht nur der Himmel sondern auch die Erde von der Herrlichkeit Gottes erfüllt sind, liegt der Fürst dieser Welt mit Gott im Streit um die Herrschaft über die Seelen. Sie kämpfen mit unterschiedlichen Mitteln: Der eine, „Mörder von Anfang an und Vater der Lüge“ (Joh 8,44), sagt: Wenn du mir folgst, bekommst du, was du willst. Er verheimlicht den Verlust der Freiheit und des Heils. Der andere sagt: Wenn du mir folgst, musst du leiden wie ich, aber ich bereite dir eine Wohnung in der ewigen Herrlichkeit.

Der Siegeszug des frühen Christentums

Christen leben also unter der Herrschaft Satans, das heißt, sie sind immer unter Druck. Wenn der Innendruck des Guten nachlässt, strömt das Böse ein, ins Herz des Einzelnen und in die Kirche. Immer müssen Christen ackern, damit der Feind nicht kommt und so viel Unkraut streut, dass nichts mehr wachsen kann. Dabei hat es eine besondere Bewandtnis mit dem Ackern: Der Acker ist das eigene Herz, und nur, wenn dort die Perle vergraben ist, kann der Christ das ihn umgebende Land fruchtbar machen.

Das taten die frühen Christen. Sie waren entzündet von der Frohen Botschaft, dass sie Kinder Gottes und Erben des Reiches geworden waren durch die Taufe und den Glauben an Jesus Christus, den einzigen Sohn Gottes. Lieber opferten sie ihr irdisches Leben, als das ewige Leben aufs Spiel zu setzen. Mit dieser Haltung wurden sie, was sie nie angestrebt hatten, Erben des Römischen Reiches.

In seinem berühmten Werk Verfall und Untergang des Römischen Reiches schreibt Edward Gibbon: "Während dieser große Körper [das Römische Reich] durch offene Gewalt erschüttert oder durch langsamen Verfall untergraben wurde, flößte sich eine reine und demütige Religion allmählich den Herzen der Menschen ein, wuchs empor in der Stille und Dunkelheit, schöpfte neue Kraft aus dem Widerstande und pflanzte endlich das triumphierende Panier des Kreuzes auf die Trümmer des Kapitols." [1]

Wie war das möglich? Gibbon führt fünf Ursachen für den Siegeszug des Christentums an: Die frühen Christen glaubten an das ewige Leben, sie waren unbeugsam und eifrig, sie wirkten Wunder, sie bewahrten Einheit und sie besaßen eine reine und strenge Moral.

Die Kirche im Prozeß der Selbstsäkularisierung

Heute sind wir im umgekehrten Prozess: Das Kreuz wird bekämpft und von ungerechten Richtern (zunächst) aus Schulzimmern verbannt, der Glaube an das ewige Leben ertrinkt im Materialismus; die Kirche beugt sich vor dem Geist der Welt; Wunder gelten als Märchen; die Spaltungen reichen bis in die Zellen, und eine reine und strenge Moral gilt als „diskriminierend“ und „menschenfeindlich“.

Für Glaube, Unbeugsamkeit, Eifer, Einigkeit und Reinheit kämpfen die Päpste und mit ihnen Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien, welche die Perle gefunden haben. Die meisten, die das tun, sind in der Kirche in der Minderheit, werden ausgegrenzt, nicht selten gemobbt, verleumdet und in ihren menschlichen Wirkungsmöglichkeiten beschnitten.

Alle, die der Bibel und dem Papst treu sind, in welchem Stand auch immer, haben Leidensgeschichten zu erzählen. Konvertiten, wie ich eine bin, haben Opfer gebracht, um katholisch zu werden, und erleben nun mit Schmerz, dass sich die Kirche in einem Prozess der „Selbstsäkularisation“ (Benedikt XVI.) befindet, in dem die Konturen des Heiligen verwischt werden. Ist es nicht die Kernaufgabe der Kirche, dem Heiligen in der Welt einen Ort zu geben und den Gläubigen den Weg zum ewigen Heil zu weisen?

Der Priester als Kopf der Jüngergemeinde

Wir brauchen Bischöfe und Priester, die sich den reißenden Wölfen entgegenstellen, die die Wahrheit verkünden – gelegen oder ungelegen –, die uns im Kampf für Jesus Christus, für die Kirche, für das Lebensrecht des Menschen, für das sittliche Fundament der Gesellschaft, für die Familie, für die nächste Generation vorausgehen, denn dies alles ist existentiell gefährdet. „Der Gesetzwidrige wird [...] alle, die verlorengehen betrügen und zur Ungerechtigkeit verführen; sie gehen verloren, weil sie sich der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben, durch die sie gerettet werden sollten.“ (2 Tess 2,9-10)

Als Laien können wir uns unter den Bedingungen moderner Mobilität zur Not außerhalb der Gemeinde ein Netz aufbauen, falls der Hunger nach Glaubensstärkung und brüderlicher Gemeinschaft in Christus innerhalb der Gemeinde keine Nahrung findet. Aber ein frommer Priester läuft heute Gefahr, zwischen die Mühlsteine der Säkularisierer in der Gemeinde und in den Ordinariaten zu geraten. Der Priester ist, wenn er sein besonderes Charisma zur Entfaltung bringen will, darauf angewiesen, dass die Gemeindemitglieder nach dem verlangen, was er zu geben hat.

Ein Gemeindepriester sagte mir dazu Folgendes:

„Der Priester ist der Kopf der Gemeinde. Er vertritt Christus in der Gemeinde. Aber was ist ein Kopf ohne Leib? Er braucht einen Leib. Die Jüngergemeinde fehlt. Deswegen ist die Gefahr, dass man all das, was die Jüngergemeinde in der Welt bewirken sollte, vom Priester erwartet. Der Priester kann aber nur in und mit der Jüngergemeinde Salz und Licht sein für die Welt.

Der Priester kann in der Praxis oft nicht weitergeben, was er zu geben hat, weil die Leute es nicht wollen, weil sie nicht auf den Weg der Jüngerschaft geführt worden sind. Mit dem Gold in der Hand stehst du da und weißt nicht, was du machen sollt, um wenigstens etwas Goldstaub unter die Leute zu bringen. Das ist der Alltag eines Priesters bei Taufe und Erstkommunion und Firmung, wo die Kirche oft voll ist mit Leuten, die sonst keine Kirche von innen sehen.

Dem Priester muss seine eigentliche Aufgabe zurückgegeben werden. Das geht nur durch kleine Weggemeinschaften in den Pfarreien, Laien, die mit dem Priester als Haupt den Weg der Jüngerschaft gehen. Sie beten zusammen und sie hören auf das Wort Gottes, das Jesus unter ihnen gegenwärtig macht. So werden sie immer mehr zu einer Gemeinschaft im Heiligen Geist. Das Herz des Priesters braucht den Leib der Jüngergemeinde, darin muss es schlagen. Sonst wird er müde und krank.

Nicht die Familie, sondern die Jüngergemeinde ist die Zelle der Pfarrei. Denn aus ihr erwachsen wieder christliche Ehen und Familien, Priester- und Ordensberufungen und sogar christliche Politiker.“ [2]

Das Bewässerungssystem des Glaubens

Wenn dem Priestermangel durch Schaffung großer Verwaltungseinheiten begegnet wird, in denen nicht der Priester, sondern ein „kooperatives Pastoralteam“ das Sagen hat, dann erscheint es fraglich, ob hier den Ursachen der Kirchenkrise entgegengewirkt werden soll, oder ob die Krise benutzt wird, um die Kirche zu demokratisieren. Die hierarchische Struktur der Kirche bildet das personale Prinzip ab, das in der Personalität des dreieinigen Gottes seinen tiefsten Grund hat: Die höhere Ebene trägt Verantwortung für die niedrigere Ebene und muss sich selbst vor der höheren verantworten. Auf diese Weise wird die Kirche durchlässig für den Heiligen Geist, der von oben kommt und nur wirken kann, wenn jedes Organ am Leib Christi bereit ist, dem Willen Gottes gehorsam zu sein.

Schon in den jetzigen Strukturen, in denen der Pfarrer immerhin noch die formale Entscheidungsmacht hat, kann er sich oft schwer gegen die Laienräte und festangestellten pastoralen Mitarbeiter durchsetzen, wenn er „das Evangelium verkündet, ob man es hören will oder nicht… und treu seinen Dienst erfüllt.“ (2 Tim 4,2-5) Wird ihm diese Macht genommen und wird er zum fliegenden Sakramentenspender degradiert, der den Predigten von Laien beiwohnen darf, dann geschieht zweierlei:

Zum einen ist die Hinordnung auf die väterliche Person des Priesters für die Gemeinde nicht mehr möglich. Im Englischen ist jeder Priester „Father“ und im Französischen „Père“, wir Deutschen wissen nicht, wie wir einen Priester, der nicht Pfarrer ist, nennen sollen. Die Auflösung väterlicher Autorität liegt im Trend: In den Familien, in der Kirche, in der Theologie. Es gibt dann nicht mehr den Seelenpfad vom leiblichen Vater, zum Priester, zu Gott, dem Vater. Weil auch die Mutter abgeschafft wird in der Familie, die Wahrnehmung der Mütterlichkeit der Kirche, die Verehrung der Mutter unseres Herrn, muss nun Gott seiner Väterlichkeit beraubt werden und androgyne Züge annehmen. Dem Menschen, der in zerbrochenen Familien so oft die liebende Zuwendung des irdischen Vaters und der irdischen Mutter entbehren muss, wird auch noch der Zugang zum himmlischen Vater und zur himmlischen Mutter genommen. So wird er destabilisiert und entwurzelt.

Zum anderen: Die Kirche wird unregierbar. Sie ist auf den Felsen Petri gebaut und wir sind Zeugen des Wunders, dass das Glaubensgut über zweitausend Jahre lang authentisch bewahrt wurde. Das Gelöbnis des Gehorsams des Bischofs gegenüber dem Papst und des Priesters gegenüber dem Bischof sollte wie ein Schaufelrad der Wahrheit funktionieren: Der Papst gießt oben klares Wasser in das weltweite Bewässerungssystem des Glaubens und es kommt tatsächlich unten an. Konkret: Der Papst schreibt eine Enzyklika, die Bischöfe verfassen alsbald Lehrschreiben an die Priester, die diesen helfen, die Botschaft dem Volk verständlich zu machen, und das Volk hört in den Predigten Katechesen über die Lehre des Lehramtes, mit dem Ziel, sie ins reale Leben zu übersetzen. Das ist schon jetzt in unseren Landen ein sehr brüchiges Leitungssystem. Aber was wird, wenn am Ende pastorale Teams darüber abstimmen, was Wahrheit ist und was nicht?

Die pastorale Wiederbelebung

Der Priestermangel hat eine Ursache: die Auszehrung des Glaubens, vor allem innerhalb der Kirche. Bischof Dr. Walter Mixa sagt: „Papst Johannes XXIII. wollte mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Fenster der Kirche weit aufreißen, um den Geist Gottes in die Welt strömen zu lassen – und nicht umgekehrt.“ Wie kann die Kirche sich vom Geist der Welt reinigen, um im Geist Gottes erneuert zu werden? Wo sind die Pastoralpläne, die darauf zielen?

Erneuerung gibt es nur, wo das geschieht, denn Jesus sagt: „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ (Joh 15,6) Alles kommt also darauf an, in Christus zu bleiben, damit er in uns bleibt. Wie kann das geschehen?

Papst Johannes Pauls II spricht in seinem Apostolischen Schreiben Novo Millennio Ineunte von der Notwendigkeit einer pastoralen Wiederbelebung der Gemeinde. Gemeinden müssten zu Gebetsschulen werden, in denen eine Verankerung im Wort Gottes geschieht. „Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen. Wenn wir in der Schrift verankert sind, öffnen wir uns dem Wirken Gottes.“ (17) Und: „Das Angebot Jesu Christi muss voll Vertrauen an alle ergehen. Man soll sich an die Erwachsenen, an die Familien, an die Jugendlichen, an die Kinder wenden, ohne jemals die radikalsten Forderungen zu verheimlichen, die das Evangelium stellt.“ (40)

Den Weg der Selbsterkenntnis und Bekehrung gehen

Jesus will den einzelnen Menschen retten. Dazu ist die Kirche da, nicht um ihrer selbst willen. Wo sie dem Menschen diesen Dienst nicht tut, wird sie nicht bestehen bleiben. Damit Jesus unser Leben tragen und verwandeln kann, bedarf es kleiner Weggemeinschaften, in denen wir unser persönliches Leben ins Licht des Wortes stellen und von ihm verwandeln lassen. Alle sind zur Heiligkeit berufen; das wissen auch jene, die mit Christus nichts zu tun haben wollen und sich durch die flagranten Sünden der Christen darin gerechtfertigt fühlen.

Die Scheinheiligkeit, das Pharisäertum, die Doppelmoral, die Trübseligkeit können wir nur abstreifen, wenn wir den Weg der Selbsterkenntnis gehen. Es dürfte eigentlich nicht schwer sein für katholische Christen, denn in jeder aufrichtigen Beichte wird uns das „Ego te absolvo“ zugesprochen. Jesus hat unsere Schuld(en) bereits am Kreuz bezahlt. Wenn wir das Geschenk der Versöhnung mit Gott im Sakrament der Beichte annehmen, werden wir auch bereit, uns in einer kleinen menschlichen Gemeinschaft als Sünder voreinander zu zeigen. Es ist eine große Befreiung, vor Gott und vor Menschen derjenige sein zu dürfen, der wir wirklich sind. Eigentlich ist dies die einzige Voraussetzung, um den Weg mit Gott zu gehen. Die eigene Sündhaftigkeit immer wieder schmerzhaft zu erkennen und sich trotzdem, nein gerade so, von Gott geliebt zu wissen, das schafft den Raum der inneren Freiheit, in dem Veränderung möglich wird.

Die Perle zu finden und das eigene Leben Gott zu übergeben, ist die erste Bekehrung. Es ist ähnlich wie Verliebtsein: Das Ego wird – vorübergehend – gesprengt, und man wähnt sich dauerhaft im siebten Himmel. Aber, oh weh, meist früher als später findet man sich auf dem Acker der täglichen Kleinarbeit an der eigenen Person wieder. So auch bei der ersten Bekehrung: Nach der oft überwältigenden Anfangsgnade, die dem Leben eine neue Richtung gibt, ist man doch dieselbe Person geblieben, die der Heilung bedarf und lernen muss, Stufe um Stufe in die eigene Dunkelheit hinab zu steigen. Tausendmal haben wir gehört, dass Gott uns liebt. Aber haben wir wirklich erfahren, dass Gott uns tatsächlich mit den hässlichen Eigenschaften liebt, die wir vor uns selbst, vor anderen und vor Gott zu verbergen suchen? Die anderen sehen sie eh, Gott sowieso, warum das Versteckspiel nicht aufgeben? Dort unten begegnen wir wirklich der Barmherzigkeit Gottes und können durch sein Blut und in seinem Licht wirkliche Menschen und wirkliche Christen werden.

Gottes Gegenwart in seinem Wort und seinem Leib, der Kirche

Gott ist gegenwärtig in seinem Wort. Das von Bischof Hirmer in Südafrika entwickelte „Bibelteilen in sieben Schritten“ ist eine Methode, die das Senfkorn in kleinen Weggemeinschaften neu aussät, aus dem dann ein Baum werden kann, in dem die Vögel des Himmels nisten. Kein anderes Wort, das je gesprochen wurde, hat diese Kraft: „Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht alles, wozu ich es ausgesandt habe.“ (Jes 55,11) Und von Jesus selbst wissen wir: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ (Mt 24,35).

Gott ist gegenwärtig in seinem Leib, der Kirche. Welcher Jubel, dies zu entdecken, wenn man jahrzehntelang Gott auf Wegen gesucht hat, auf denen man ihn nicht findet. Die Kirche ist wahrlich meine Mutter: Sie kleidet mich in der Taufe in Gewänder des Heils. Sie vergibt mir meine Sünden. Sie füttert mich mit dem Brot des Lebens, das Christus selber ist. Sie adoptiert mich in die Familie Gottes, schenkt mir in Gott den Vater, in Maria die Mutter, in Jesus den Bruder. Sie verkündet und deutet mir das Wort Gottes. Sie salbt mich mit Heiligem Geist und sendet mich, damit ich mich für das Reich Gottes auf Erden einsetze. Sie besiegelt den Ehebund. Sie betet für mich in der Vollmacht Jesu um Befreiung vom Bösen. Sie schenkt mir Gemeinschaft mit den Heiligen und lässt mich an ihren Verdiensten teilhaben. Sie salbt mich mit Öl und betet für mich, wenn ich krank bin. Sie eilt an mein Lager, wenn ich sterbe, um mir ein letztes Mal alle Sünden zu vergeben und mir eine Wegzehrung mitzugeben für die Reise in die Ewigkeit. Wie könnte ich die Kirche nicht lieben, die mir all dies schenkt – durch ihre Priester? Was soll werden, wenn die Priester in ihrer eigenen Kirche daran gehindert werden, in persona Christi und in seiner Vollmacht zu wirken?

Wer eine Berufung zum Priestertum hat, möge ihr folgen, wohl wissend, dass es ein Kreuzweg ist. Er darf nicht nach Ansehen und Sicherheit streben, aber wissen, wie der Pfarrer von Ars sagt, dass er „die Liebe des Herzens Jesu“ ist. Vielleicht wird er einmal Hirte einer kleinen Herde, die seine Existenz trägt, weil er sie auf dem Weg zum ewigen Leben weidet, tröstet, stärkt und führt. Möglicherweise wird es ein Leben in Unsicherheit und Armut sein, aber ohne Einsamkeit, tiefe Enttäuschung und Depression.

Gott tut Wunder, auch heute. Lassen wir uns nicht von Angst lähmen. Setzen wir „an die Stelle der Angst vor dem verschleierten Fatum den Gedanken an die alles irdische Geschehen zu ihren Zielen hinlenkende göttliche Vorsehung“. [3] Hören wir, was Jesus uns zuruft: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.“ (Lk 12,32)

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ImageDie aus Oberbayern stammende Schrifstellerin und Soziologin Gabriele Kuby sieht sich als eine Bekehrte der 68er Bewegung.  Sie studierte Soziologie in Berlin und Konstanz und machte bei Ralph Dahrendorf 1971 ihr Magister-Examen. Nach einer Tätigkeit an der Universität Bremen und dem Besuch der Akademie für innere Arbeit in England arbeitete sie als Übersetzerin und Dolmetscherin in der Welt der Psychologie und Esoterik. Nach ihrer Bekehrung wurde sie 1997 in die Katholische Kirche aufgenommen. Ihr erstes Buch "Mein Weg zu Maria - Von der Kraft lebendigen Glaubens" erschien im Bertelsmann Verlag und wurde ein Bestseller.  Als Buchautorin, Publizistin und Vortragsrednerin zeigt sie Sackgassen der modernen Gesellschaft auf und weist den Ausweg durch den gelebten Glauben an Jesus Christus. Gabriele Kuby ist Mutter einer Tochter und zweier Söhne.
Bild: MEDRUM

(Weitere Information: www.gabriele-kuby.de)
 

[1] Edward Gibbon, Verfall und Untergang des Römischen Reiches, Nördlingen 1987, S. 236.

[2] Kurt Gartner, Lieber Bruder Bischof. Briefe eines Pfarrers zur Reform der Gemeindepastoral, Freiburg 1989.

[3] Peter Wust, Ungewissheit und Wagnis, München 1962 (Erstveröffentlichung 1937), S. 79.