"Wir unternehmen nichts gegen die Vorlesung" von Edith Düsing


05.12.09

"Wir unternehmen nichts gegen die Vorlesung" von Edith Düsing

Universität zu Köln und philosophisches Seminar unter Druck des Lesben- und Schwulenreferates

Ein Kommentar von Kurt J. Heinz

(MEDRUM) Die Universität Köln wird nichts gegen die Schiller-Vorlesung der Professorin für Philosophie, Edith Düsing, unternehmen. Dies berichtete am Freitag die evangelische Nachrichtenagentur "idea". Was ist davon zu halten?

Wie MEDRUM berichtete (Vorlesungsverbot für die Philosphin Edith Düsing?), wurde Edith Düsing vom Lesben und Schwulenreferat der Universität Köln (LuSK) erneut der Homophobie "angeklagt". Die Philosophin hatte sich erdreistet, die Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung" zu unterzeichnen, weil sie für demokratische Grundfreiheiten eintreten wollte. Das LuSK sah dies als unduldbare Grenzüberschreitung an. Das Engagement einer Bürgerin für die Rede und Wissenschaftsfreiheit hat dort zu enden, wo das Terrain eines homosexuell orientierten Ego berührt wird. Wer es dennoch wagt, sich nicht den Auffassungen der Homosexuellen-Aktivisten anzuschließen, macht sich der Homophobie schuldig und wird abgeurteilt.

So erging es auch Edith Düsing. Sie hatte sich wie mehr als 4000 weitere Personen (die Zahlenangabe in idea von 400 ist falsch) dafür eingesetzt, daß die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge auf ihrem Marburger Kongreß im Mai 2009 auch Referenten vortragen ließ, die bei Vertretern von Lesben- und Schwulenorganisationen in Ungnade gefallen waren und auf den Index gesetzt wurden. Mit Protest- und Blockadeaktionen hatten Aktionsgruppen versucht, den Kongreß zu verhindern. Nur durch den Einsatz von 1000 Polizisten und die Verlegung der Veranstaltungsräume vom Universitätsgelände in andere Räume der Stadt Marburg war es den Veranstaltern gelungen, den Kongreß mit allen geladenen Referenten durchzuführen.

Das Lesben- und Schwulenreferat des AStA der Universität zu Köln setzte diese Kampagne auf eine schier unglaubliche Weise fort: Den Marburger Aktionen folgte ein Vergeltungsfeldzug in Köln. Das Opfer: die Philosophieprofessorin Edith Düsing und die Universität zu Köln.

Die Vertreter der Lesben und Schwulen

  • behaupteten, Düsing vertrete homosexuellenfeindliche Thesen;
  • erklärten, Düsing sei als Person an der Universität "untragbar" geworden;
  • behaupteten, "Hass auf Schwulen und Lesben werde wissenschaftlich salonfähig!";
  • forderten Düsing auf, sich von der Marburger Erklärung zu distanzieren;
  • forderten die Universität auf, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um homophoben Hetzen Einhalt zu gebieten;
  • forderten den Rektor der Universität, Prof. Dr. Axel Freimuth, auf, sich von Edith Düsing zu distanzieren;
  • verlangten vom Rektor der Universität, eine Gegenerklärung der Lesben und Schwulen zu unterzeichnen;
  • verlangten von der Universitätsleitung, Düsing keine Vorlesungen an der Universität mehr zu ermöglichen.

Für das Wintersemester 2009/2010 wurde Edith Düsing als ausgewiesene Schiller-Expertin für eine Schiller-Ringvorlesungsreihe von der Universität Köln zu einer Gastvorlesung am 7. Dezember eingeladen. Mit der Ankündigung ihrer Vorlesung ergriffen die Lesben- und Schwulen die Einladung der Universität Köln hurtig beim Schopf, ihre Angriffe gegen die Person Edith Düsing wieder aufflammen zu lassen. Offenbar völlig ungerührt von der Tatsache, daß Edith Düsing sich in der Lehre und Forschung nicht mit Fragen der Homosexualität, sondern gänzlich anderen, vor allem mit klassischen Theorien großer Philosophen von der Antike bis zur Moderne befasst, startete das LuSK eine zweite Hetz- und Rufmordkampagne, die ihresgleichen sucht. Jede noch so fragwürdige Begründung scheint willkommen zu sein, wenn sie denn dazu verhelfen kann, die international sehr angesehene, aber wegen ihres mutigen Eintretens gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände offenkundig verhasste Philosophin zu Fall zu bringen. So eröffnete das LuSK eine zweite Schlacht und

  • bezichtigte Edith Düsing erneut homophober Äußerungen;
  • bezeichnete sie als Unterstützerin unwissenschaftlicher und gefährlicher Umpolungstherapien;
  • bekräftigte die Aufforderung an die Wissenschaftlerin, sich von der Marburger Erklärung zu distanzieren;
  • verlangte von ihr, an einer Podiumsdiskussion über das Thema Homosexualität teilzunehmen und
  • mobilisierte den studentischen Sprecherrat der Philosophischen Fakultät, um den Rektor der Universität durch ihn auffordern zu lassen, Edith Düsing als einer "Homoheiler-Unterstützerin " kein Forum zu geben.

Weder den studentischen Sprecherrat der Fakultät noch den ASTA und erst Recht nicht die Vertreter des Lesben- und Schwulenreferates scheren sich darum, ob sie die Grundsätze einer freiheitlich verfassten Ordnung und Universität verletzen, noch darum, daß ihre hetzerischen Aktionen die Persönlichkeitsrechte einer Gelehrten mit Füßen treten. Sie setzen sich mit dem beängstigenden Fanatismus und der anmaßenden Arroganz einer sich krankhaft abnorm aufspielenden, studentischen Interessensgruppe darüber hinweg. Wäre es nicht Aufgabe der Universitätsleitung, dies in klare Schranken zu weisen? Doch alles, was dazu bisher vernommen werden konnte, ist die Erklärung des Pressesprechers Patrick Honecker, Düsings Kritiker müssten akzeptieren, dass es auch andere Meinungen gebe, die Universitätsleitung werde nichts gegen die Vorlesung von Edith Düsing unternehmen.  Wohlgemerkt: Diese Erklärung stammt nicht vom Lesben- und Schwulenreferat, sondern von der Universität Köln und gilt einer Vorlesung, zu der die Universität selbst die Professorin geladen hat.

ImageIst es schon ausreichend zu erklären, man werde gegen geladene Gäste "nichts unternehmen"? Sollte sich die Universität nicht vielmehr glücklich schätzen, daß diese gelehrte Frau der Schiller-Ringvorlesung und dem Philosophischen Seminar trotz aller Widerwärtigkeiten bisher die Treue hält und sie ohne Wenn und Aber willkommen heißen? Manch anderer würde dem Gastgeber sein Kommen wohl dankend absagen, wenn dieser nur nichts gegen ihn unternehmen würde.

Immerhin kann andererseits entgegengehalten werden: Es hätte auch schlimmer kommen können. Doch tröstet dies kaum. Denn an der Universität zu Köln steht mehr noch als in Marburg zweierlei auf dem Spiel: Erstens die Freiheit von Lehre und Forschung einer Universität, die sich ihrem Siegel (Bild links), das sie als "Sitz der Weisheit" ausweist, würdig erweisen muß, und zweitens das Recht und die Freiheit des Menschen auf eine geistige Unabhängigkeit seiner Person, die nicht der Zensur rosa-roter Politruks zum Opfer fallen darf und das Scharfrichterschwert fürchten muß.



Weitere Information:

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Axel Freimuth
Rektor der Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

Tel.: 0221-470-2201
Fax: 0221-470-4893

E-Mail: rektor@uni-koeln.de

Patrick Honecker, Pressesprecher

E-Mail: pressestelle@uni-koeln.de

Internet: www.portal.uni-koeln.del


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