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Zahl der Geburten pro Frau in 2008 geringfügig angestiegen


07.09.09

Zahl der Geburten pro Frau in 2008 geringfügig angestiegen

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes bedeuten noch keine Entwarnung

(MEDRUM) Im Jahr 2008 lag der statistische Durchschnitt der Geburtenzahl pro Frau in Deutschland mit 1,38 Kindern um ein knappes Hundertstel höher als im Vorjahr. Dies geht aus den aktualisierten Daten des Statistischen Bundesamtes hervor.

Die Geburtenrate ist seit Jahrzehnten rückläufig und liegt in Deutschland auf einem historisch niedrigen Niveau. Im Jahr 2008 betrug die Geburtenzahl im Bundesgebiet nach den abschließenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes insgesamt 682.514 Geburten. Damit war ein leichter Rückgang von 2.348 Geburten im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Auf die Einwohnerzahl bezogen entfielen 8,3 Geburten auf je 1000 Einwohner.

ImageEin wichtige Maßzahl ist die Zahl der Geburten pro Frau. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr.

Die Zahl von 1,38 Kindern pro Frau im Jahr 2008 und den Vorjahren liegt weit unterhalb der Geburtenzahl von 2,1 Kindern pro Frau, die für einen Generationenersatz nötig wäre. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie genau besehen nur um die Winzigkeit von 6 Tausendstel von 1,370 auf 1,376 Kinder pro Frau angestiegen. Erstmals in den letzten Jahren lagen die neuen Bundesländer vorn. Ihre Rate betrug 1,40 Kinder, während in den alten Ländern nur 1,37 Kinder pro Frau geboren wurden.

Der Mittelwert der letzten 19 Jahre beträgt 1,34 Kinder/Frau. Dies Maßzahl liegt sogar unterhalb der Geburtenrate während des Zweiten Weltkrieges. Bis Mitte der sechziger Jahre war sie auf 2,5 Kinder pro Frau angestiegen und ist seitdem auf das heutige Niveau abgesunken. In den USA liegt die Zahl deutlich über 2 Kindern pro Frau.

Die Zahlen für das Jahr 2008 bedeuten keinerlei Entwarnung, vor allem auch deswegen nicht, weil die Geburtenzahlen in den ersten vier Monaten dieses Jahres erneut eine rückläufige Tendenz haben.

Zu den Problemen, die sich aus einer zu geringen Geburtenrate ergeben sagt Bundespräsident Köhler: "Wie man den vor uns liegenden Herausforderungen am besten begegnet, darüber kann und soll man streiten, aber eines ist klar: Sie früh zu erkennen und Probleme offen zu benennen, ist der beste Weg, sie zu lösen."