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Österreichs Laienrat der Katholiken protestiert gegen Abwertung der Mutter im Europarat


14.06.10

Österreichs Laienrat der Katholiken protestiert gegen Abwertung der Mutter im Europarat

KLRÖ: Bericht der Schweizer Nationalrätin Doris Stump enthält Unsinn und ist nicht annehmbar

(MEDRUM) Die Beschlußvorlage der Schweizer Nationalrätin Doris Stump für den Europarat zur "Bekämpfung sexistischer Stereotype in den Medien" ist auch in Österreich auf erhebliche Kritik gestoßen. Der „Katholische Laienrat Österreichs / KLRÖ" hat die Vertreter Österreichs im Europarat aufgefordert, das Papier von Stump zurückzuweisen.

ImageIn seinem Schreiben an die österreichischen Parlamentarier vom 12. Juni stellt der KLRÖ fest:

"Der Bericht ist einseitig erstellt, baut auf einem unklaren Rollenverständnis und einem unklaren Menschenrechtsbegriff auf und stellt teilweise übertriebene und in ihren Folgen schwer abschätzbare Forderungen."

Die Kritiker monieren unter anderem, daß aufgrund der sprachlichen und terminologischen Unklarheit das Muttersein als eine „traditionell von der Gesellschaft zugewiesene Rolle" und als „sexistisches Stereotyp" erscheint. Dieser Unsinn dürfe in keinem Dokument des Europarates stehen, so der KLRÖ. Den „sexistischen Stereotypen" in den Medien zuzuschreiben, daß sie „alltäglichen Sexismus und diskriminierende Praktiken legitimieren", sei ebenso eine unverantwortliche Verallgemeinerung. Daher hat der KLRÖ die Vertreter Österreichs gebeten, den Bericht in der vorgelegten Fassung nicht anzunehmen.

Der KLRÖ kommt damit zum selben Urteil wie der Leiter der Delegation des Deutschen Bundestages der Parlamentarischen Versammlung im Europarat, Joachim Hörster (CDU). Wie MEDRUM berichtete, hat die CDU/CSU-Gruppe im Deutschen Bundestag bereits den Beschluß gefasst, Änderungsanträge zur umstrittenen Vorlage der Schweizer Nationalrätin Stump zu stellen und ihr Papier gegebenenfalls gänzlich abzulehnen.

Die Feministin Doris Stump aus der Schweiz ist Berichterstatterin für das Dokument, das im "Committee for Equal Opportunities for Women and Men" behandelt wurde. Das Dokument ordnet den Begriff "Mutter" in die Reihe sexistischer Stereotype ein, deren Verwendung in den Medien bekämpft werden soll, weil sie der Gender-Gleichheit ("Gender-Equality") entgegenstünden. Das Gender-Papier von Stump gipfelt in der Forderung, ein Menschenrecht auf Gender-Gleichheit zu schaffen ("establishing gender equality as a fundamental human right"). Die Gleichberechtigung ist bereits in der Europäischen Menschenrechts-Konvention enthalten, stellte dazu der KLRÖ fest, und sie gelte für beide Geschlechter.

Anläßlich des Beschlusses der CDU/CSU-Gruppe im Deutschen Bundestag meinte Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz: "Es gibt offenbar Hoffnung, dass dem 'Genderwahnsinn' gewehrt wird."


MEDRUM -> Joachim Hörster: "Mütter dürfen in keiner Weise herabgewürdigt werden"