Sie sind hier

Ökumenische Kirmes als Tanz um das goldene Kalb des Zeitgeistes


07.05.10

Ökumenische Kirmes als Tanz um das goldene Kalb des Zeitgeistes

Auch Piuspriesterbruderschaft beklagt mangelnde biblische Orientierung des Ökumenischen Kirchentages

(MEDRUM) Nach der Forderung protestantischer und katholischer Theologen nach einem Kurswechsel bei Ökumenischen Kirchentagen kritisiert jetzt auch die  Priesterbruderschaft Pius X. den Ökumenischen Kirchentag 2010 in München. Es sei ein "Tanz um das goldene Kalb des Zeitgeistes", erklärten die Piusbrüder am Dienstag. Für Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ähnelt der Kirchentag einer ökumenischen Kirmes.

Reinigung und Erneuerung nötig statt Säkularreligion

Nach den Mißbrauchskandalen brauche die Kirche am allermeisten den Geist der Buße, den Willen zu Reinigung und Erneuerung, vor allem aber das Festhalten am katholischen Glauben und tätige Gottes- und Nächstenliebe, heißt es in der Pressmitteilung vom 4. Mai 2010. Die Piusbrüder kritisieren, daß das Programm des Ökumenischen Kirchentages diese wichtigen Punkte vermissen lasse. Die Piusbrüder dazu: "Von Glaubensverkündigung, von Katechese für Kinder und Jugendliche, von missionarischem Eifer, vom Schutz des ungeborenen Lebens, von der Durchdringung der zeitlichen Ordnung mit der christlichen Idee, vom Widerstand gegen die sich ausbreitende Säkularreligion ist nirgends die Rede. "

Die Bruderschaft vermißt ebenso Arbeitskreise, die die Differenzen von katholischer Lehre und protestantischem Bekenntnis in Bezug auf die Eucharistie und das Priesteramt herausstellen und aufarbeiten. Stattdessen gebe es eine Instrumentalisierung der ganzen Veranstaltung durch die Vertreter homosexueller Lebensweisen, die nicht am Anfang, sondern Ende einer Kultur stünden. "Sünde und Perversität" erhalten hier mit Billigung und Unterstützung der deutschen Bischöfe ein öffentliches Forum, Selbst Martin Luther habe das homosexuelle Ansinnen der Bewohner Sodomas als „Sünde gegen die Natur sowie als Perversität" gewertet. Der Reformator habe festgestellt, ihre eigentliche Wurzel habe diese Verkehrung „in der Anstiftung des Teufels" erhalten.

Kurswechsel fällig für Rückkehr zum biblischen Menschenbild

Wie zuvor bereits das Forum Deutscher Katholiken und die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften sowie die Theologieprofessoren Hubert Windisch und Rainer Mayer kritisierten, meinen auch die Piusbrüder, daß der Kirchentag keine ausreichende Orientierungshilfe für ein christliches Leben bringe, sondern eher Orientierungslosigkeit und Verwirrung stifte. Windisch und Mayer fordern deswegen einen Kurswechsel hin zu mehr kritischem Diskurs und Besinnung auf die biblisch-theologischen Grundlagen:  "Rückkehr zum biblischen Menschenbild statt ideologischer Irreführung", lautet ihre Forderung, mit der sie eine Unterschriftenaktion in MEDRUM initiiert haben.

Sie rufen evangelische Christen und Katholiken auf, sich der Forderung nach einer Kurskorrektur anzuschließen

Online-Aktion Okumenischer Kirchentag: Kurskorrektur fällig!

Auch die größte Evangelische Nachrichtenagentur "idea" berichtete in "ideaSpektrum" über die Initiative der Theologieprofessoren (Bild unten). Die Initiative wird ebenso von dem katholischen Professor für Fundamentaltheologie, Joseph Schumacher aus Freiburg unterstützt, der im Zusammenhang mit der Mißbrauchsdebatte die sexuelle Aufheizung der Gesellschaft und den Verlust des moralischen Verantwortungsbewußtseins kritisiert und eine "wahre Erneuerung" der Kirche fordert.

Image

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis: Ökumenische Kirmes

Auch prominente Katholiken wie die Fürstin Gloria von Thurn und Taxis fühlen sich nicht zum Kirchentag hingezogen. Für sie ähnelt der Kirchentag  eher einer Art ökumenischer Kirmesveranstaltung. Aus dem Alter sei sie mittlerweile raus, meinte sie.


MEDRUM -> Theologen fordern Kurskorrektur bei Ökumenischen Kirchentagen