Zollitsch kritisiert Schere zwischen Arm und Reich

Zollitsch kritisiert Schere zwischen Arm und Reich

Ärmel hochkrempeln für mehr Solidarität in der Gesellschaft - auch bei der Kirche.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Robert Zollitsch, sieht im Katholikentag eine gute Plattform, Kritik an Verhältnissen zu üben, die den Anliegen der Kirche zuwiderlaufen. Das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und Reich ist eines der Themen, das Zollitsch auf dem Katholikentag auf das Podium erhob. Auch der Bundeskanzlerin hat er seine Sorge zu diesem Thema mitgeteilt. Ihm fehlt es offensichtlich an der notwendigen Solidarität. Er forderte die Christen auf, die Ärmel hochzukrempeln und für mehr Solidarität in der Gesellschaft einzutreten.

An der Solidarität scheint es nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch auf Seite der Kirche zu fehlen. Christen, die sich für christliche Werte einsetzen, finden längst nicht immer die Dialogbereitschaft auf Seite der Kirche, die Repräsentanten wie Bischof Zollitsch von Christen fordern. So wurde die Deutsche Bischofskonferenz mehrfach um eine Auskunft und Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten, die im Kreuz.net wegen der dort so betitelten Beteiligung der deutschen Bischöfe am Geschäft mit Sex beim Weltbildverlag erhoben wurden ("Deutsche Bischöfe im Sexgeschäft", siehe www.kreuz.net/article.7135.html) . Dieser Artikel warf einige Fragen auf, auf die Antworten gesucht wurden (MEDRUM-Bericht). Indes, auch eine mehrmalige Erinnerung an die diesbezügliche Anfrage und wiederholte Bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz blieb ohne jede Reaktion, ganz zu schweigen von einer sachlichen Auskunft.

Wer von Christen erwartet, das sie sich in die Gesellschaft einbringen, sollte die Anliegen dieser Christen wenigstens ernst nehmen und ihnen mit dem selbstverständlichen Respekt begegnen, der - zumindest unter Christen - zum normalen zwischenmenschlichen Umgang und Anstand gehört. Wenn eine Instanz hier durch Ignoranz glänzt, ist sie nicht an erster Stelle berufen, andere zum Engagement zu mahnen, so sehr sie in der Sache ihren Finger mit Recht auf die blutenden Wunden antisolidarischer Entwicklungen in dieser Gesellschaft legt. "Ärmel hochkrempeln, Herr Bischof, auch für mehr Solidarität der Kirche gegenüber Christen", möchte man dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz da zurufen. Das sollte er bei allen Stellen anmahnen, die in seinem Namen für ihn arbeiten. Mit gutem Beispiel vorangehen, überzeugt am meisten.