Wowereit lobt EKD: Für Homosexuelle ein verlässlicher Bündnispartner


29.06.11

Wowereit lobt EKD: Für Homosexuelle ein verlässlicher Bündnispartner

(MEDRUM) Der SPD-Politiker Klaus Wowereit nahm seine Predigt zum Christopher Street Day 2011 in Berlin zum Anlaß, die Evangelische Kirche als verlässlichen Bündnispartner von Lesben und Schwulen zu loben.

In seiner Predigt beim Gottesdienst zum Auftakt der Christoper Street Day-Parade in Berlin am 24. Juni 2011 stellte der SPD-Politiker Klaus Wowereit in der Marienkirche heraus, daß Lesben und Schwule für die Gleichstellung Bündnispartner bräuchten. Wowereit, selbst bekennender Homosexueller und Katholik: „Die Evangelische Kirche ist dabei ein verlässlicher Bündnispartner.“ Das habe es noch nie gegeben, schrieb BILD über die Predigt von Klaus Wowereit: "Ein evangelischer Gottesdienst zum Christopher Street Day - und Katholik Klaus Wowereit (57) predigt über das Schwulsein." Zu dem Gottesdienst hatten der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte und der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands eingeladen.

Die Gründe für Wowereits Lob sind vermutlich vielfältig. So lädt die EKBO beispielsweise homosexuelle Partner ein, sich kirchlich segnen zu lassen. Uneingeschränkte Unterstützung findet Wowereit beim Superintendenten des Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte, Bertold Höcker, mit dem zusammen Wowereit im Berliner Gottesdienst predigte. Höcker plädierte in seiner Predigt dafür, die sexuelle Identität als Geschenk Gottes zu begreifen.

Doch auch außerhalb Berlins kann sich Wowereits Vorstellung auf Zustimmung stützen. Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich, trat dafür ein, daß homosexuell orientierte Menschen ihre Homosexualität friedlich und fröhlich leben können. Die von Wowereit geforderte Gleichstellung von Lesben und Schwulen spiegelt sich sogar im Pfarrdienstgesetz der EKD wieder. Nach dem einstimmig gefassten Beschluß der EKD-Synode im November 2010 soll homosexuell orientiertes Leben auch im Pfarrdienst in gleicher Weise wie die Ehe anerkannt und ihr gleichgestellt sein.

Wowereits Lob kann allerdings nicht uneingeschränkt auf alle Landeskirchen übertragen werden. Denn der Beschluß der EKD-Synode ist in einigen Landeskirchen umstritten. Wie MEDRUM berichtete, hat die Evangelische Kirche in Baden entschieden, die von der EKD-Synode verabschiedete Regelung nicht zu übernehmen. Eine Entscheidung der württembergischen Landeskirche steht noch aus. Aber auch in der bayerischen Landeskirche gab es keine einhellige Unterstützung für die Absicht der Kirchenleitung, die Pfarrämter für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu öffnen. Der Protest dagegen äußert sich dort besonders in Mahnrufen aus den Gemeinden  (MEDRUM: Mahnruf aus den Gemeinden geht weiter). Zuvor hatten acht evangelische Altbischöfe in einem Offenen Brief an alle Synoden der Gliedkirchen appelliert, die von der EKD-Synode beschlossene Regelung nicht zu übernehmen.

Eine ebenso kritische Haltung vertritt der Initiativkreis Evang. Kirchenprofil, der sich dafür ausgesprochen hat, an den Aussagen der Heiligen Schrift über die Ablehnung homosexueller Praxis festzuhalten. Kirchenrat Lachenmann, Mitglied des Initiativkreises, stellte dazu fest: "Das göttliche Ebenbild wird geschändet durch die Vertauschung der weiblichen Vagina mit dem männlichen Enddarm. Das eine ist Geburtsorgan für das Wunder neuen Lebens, das andere dient zur Ausscheidung von Exkrementen." Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, muß man nicht das Jüngste Gericht abwarten (wie es in der Debatte um homosexuelle Praxis im Auftrag des Berliner Superintendenten Höcker formuliert wurde), ist sich Lachenmann sicher. In seiner Erwiderung auf Höckers Empfehlung, das Jüngste Gericht abzuwarten, stellt Lachenmann fest: "Wer auf das Jüngste Gericht wartet, muss damit rechnen, dass er einmal sogar danach gefragt wird, warum auf der Kanzel Worte gesagt hat, denen er sich nun schämen muss." Für den Kirchenrat lautet indes im Wort Jesu über Ehe und Ehescheidung in Mk. 10,1-9 der entscheidende Satz „von Anbeginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau."


Der bundesweit orientierte „Initiativkreis Evangelisches Kirchenprofil" trat Mitte Januar 2011 an die Öffentlichkeit und wendet sich dagegen, homosexuelle Partnerschaften der Ehe gleichzustellen und ihnen generell den Zugang zum Pfarrdienst in der EKD zu ermöglichen.

Weitere Information: → «Initiativkreis Evang. Kirchenprofil»,

Online-Aktion Mahnruf Mahnruf aus den Gemeinden (URL: http://www.medrum.de/node/8041)

Einladung Gemeindehilfsbund zur Unterschriftenaktion "Lebt als Kinder des Lichts"

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Leserbriefe

Wort Gottes wird verbogen

Kirche wohin gehst du? Was muß ich von kirchlichen Würdenträgern halten, die das Wort Gottes dem Zeitgeist folgend verbiegen? Ich bitte Gott um Vergebung mit den Worten Jesu: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun."

Nützliche Esel

Merken denn die Verantwortlichen in der EKD nicht, dass sie für die Splittergruppe der Homo-Lobby nur der nützliche Esel sind, auf dem dieses atheistische Gemengelage zur gesellschaftlichen Anerkennung reitet?

Hier ist nicht die allseits proklamierte Liebe der Maßstab sondern die einfältige Dummheit. Wer nicht darüber in Verzweiflung gerät, dass in den meisten Sonntagsgottesdiensten nur noch ein paar ältere lammfromme Damen sitzen, die immer noch glauben, von der Kanzel werden biblische Inhalte transportiert, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Mit dieser Willfährigkeit gegenüber Randgruppen treibt man die überwiegende Mehrheit der noch kirchlich gebundenen ins Exil.

Die Kirchenelite wird sich davon wenig beeindrucken lassen, solange die Gehälter und Pensionen ein auskömmliches Leben bieten. Zu leiden haben neben den Gemeinden die Geistlichen, die ihren Beruf noch als Berufung sehen, sich redlich abmühen und Sonntag für Sonntag zusehen müssen, wie die Zahl der letzten Aufrechten schwindet bzw. wegstirbt. Wie heißt es schon bei Jesus: wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind ...

Predigt?

Medrum hätte gut daran getan, das Wort "Predigt" in diesem Artikel in ebensolche Anführungszeichen zu setzen. Eine echte Predigt ist etwas anderes als eine homosexuelle Laudatio!