Wo ist die Willkommenskultur für das Leben im Mutterleib?


16.09.15

Wo ist die Willkommenskultur für das Leben im Mutterleib?

Der Marsch für das Leben 2015 macht ernst mit der Humanität für die Schwächsten

Ein Zwischenruf von Kurt J. Heinz

(MEDRUM) Das Wort von der Willkommenskultur ist in diesen Tagen in aller Munde. Von Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Humanität, die das Handeln gegenüber Menschen leiten sollen, reden viele Vertreter aus dem Bereich der Politik und den Kirchen. Doch dieselben, die die Willkommenskultur für Flüchtlinge predigen, schauen weg, wenn es um die Willkommenskultur für das schwächste Leben geht, um die Willkommenskultur für das heranwachsende Leben im Mutterleib.

Für ungeborene Kinder, die im Mutterleib heranwachsen, gibt es keine wirkliche Willkommenskultur in Deutschland. Seit Jahrzehnten wird das Leben vieler ungeborener Kinder gewaltsam beendet. Mehr als 100.000 Kindern wird jedes Jahr in Deutschland vorzeitig ihr Leben genommen. Der Grenzzaun, der den Deutschen dabei hilft, heißt Beratungsschein. Wer ihn in Händen hat, muss ungeborenen Kindern keine Nächstenliebe und Barmherzigkeit schenken. Wer allerdings, wie Margot Käßmann, Ex-Ratsvorsitzende der EKD, den christlichen Wert der Nächstenliebe für Asylbegehrende einfordert und den Menschen gleichzeitig sagt, Angst sei kein christlicher Wert (MEDRUM berichtete), ist nur dann glaubwürdig, wenn er mit gleicher Inbrunst auch für den Schutz des ungeborenen Lebens eintritt.

Doch wo ist die Willkommenskultur für das Leben im Mutterleib, wo die Nächstenliebe zum Kind? Wird Angst mit einem Mal zu einem christlichen Wert, wenn Frauen Angst davor haben, ein Kind in einem so reichen Land wie Deutschland auf die Welt zu bringen? Das mag mancher nun Margot Käßmann fragen, der am kommenden Wochenende in Berlin beim Marsch für das Leben für den Schutz des ungeborenen Lebens eintritt. Wie steht es um die sonst viel beschworene Humanität, wenn es um ungeborene Kinder geht? Sagt Margot Käßmann auch werdenden Müttern, die in Sorge wegen ihrer Schwangerschaft sind, sie sollten die Kirchen füllen, dann bräuchten sie keine Angst zu haben, ein Kind zu bekommen? Wer stößt hier den Ruf im Land aus: "Wir schaffen das!".

Nein, Millionen abgetriebene Kinder haben das Gegenteil von Willkommenskultur erlebt. Sie waren ungewollt und mussten sterben. Für sie gab es keine Bundeskanzlerin, die zum Akt der Hilfe und Solidarität gerufen hat: Ihr seid bei uns willkommen! Wäre die an Kindern so arme Gesellschaft in Deutschland nicht um vieles reicher, wenn diesen Kindern nicht das Leben genommen worden wäre? Weder Staat noch Zivilgesellschaft schaffen es, 100.000 jährlich gezeugten Kindern ihr Menschsein in diesem Land zu ermöglichen. Wäre das nicht ebenso möglich? Wer will Menschen ernsthaft glauben machen, es könnten viele hunderttausend Immigranten jedes Jahr in die bundesdeutsche Gesellschaft aufgenommen und integriert werden, wenn diese Gesellschaft es nicht einmal schafft, ihren eigenen Kindern das Leben zu ermöglichen?

Dafür, dass dies anders wird, gehen am kommenden Wochenende in Berlin wieder Menschen auf die Straße und treffen sich beim Marsch für das Leben 2015 am Samstag, 19.09.2015, in Berlin! Start ist um 13:00 Uhr vor dem Bundeskanzleramt. Auf geht's, Frau Käßmann. Zeigen Sie dort Flagge. Bange sein gilt nicht. Angst ist auch hier kein christlicher Wert. Wie Sie zu Recht sagen: Es gilt die Nächstenliebe. Die Nächstenliebe zum ungeborenen Kind. Sagen Sie das den Feministinnen und Politikern. Es wird Zeit, dafür eine Willkommenskultur zu schaffen.


15.09.15 Käßmann weist Ängste in der Flüchtlingsdebatte zurück: "Angst ist kein christlicher Wert." MEDRUM

Leserbriefe

Wo ist die Willkommenskultur für das Leben im Mutterleib?

Das ist mir auch ein Anliegen. Danke für Ihren Mut !

Verwerflicher Artikel

Den Schutz des ungeborenen Lebens einzufordern und Schwangere dabei zu unterstützen, ihr Kind ins Leben zu bringen, ist auch mit ein großes Anliegen und so kann ich den Marsch für das Leben nur unterstützen.

Das in dem Artikel nun aber versucht wird, dieses berechtigte Anliegen gegen die zur Zeit - Gott sei Dank - in Deutschland vorhandene Bereitschaft, die Kriegsflüchtlinge willkommen zu heißen, auszuspielen ist nicht nur sauertöpfisch und schwach, sondern verwerflich. Diesen Stil hat der Marsch für das Leben nicht verdient.

Lesen, was da steht

Ich bin etwas verwundert über den Leserbrief von Herrn Lauer und darüber, dass MEDRUM ihn freigeschaltet hat. Nicht weil der Leserbriefschreiber anderer Meinung ist - wir sind ja hier nicht bei der Onlineausgabe bestimmter qualitätsjournalistischer Blätter - sondern weil der Leserbrief einfach völlig an der Sache vorbeigeht. Dabei geht es nicht nur um das Gemeinte sondern auch um den offensichtlichen Wortlaut. Der Kommentator entlarvt äußerst gekonnt und sine ira et studio die Doppelmoral einer kirchlichen Mitarbeiterin, die leider exemplarisch für viele ihrer KollegInnen (hier - und nur hier leiste ich mir mal das Binnen "I") ist. Wo bitte wird hier das Lebensrecht Ungeborener gegen die Aufnahme von Flüchtlingen ausgespielt? Wo??? Ich begreife einfach nicht, wie man - wenn Sprache noch irgend einen Sinn hat - so etwas in diesen Text hinein und noch absurder, aus diesem Text herauslesen kann. Also bitte: Sauertöpfigkeit, Schwäche, meinetwegen auch Verwerflichkeit und ja, ganz sicher auch Stilfragen können wir diskutieren. Aber dann bitte bezüglich des Leserbriefes. Der Kommentar ist jedenfalls hier ohne Fehl und Tadel!