Sie sind hier

Synode der EKBO setzt neues Pfarrdienstrecht ohne kritische Würdigung in Kraft


31.10.11

Synode der EKBO setzt neues Pfarrdienstrecht ohne kritische Würdigung in Kraft

Gottesdienst und Segnung von Partnerschaften homosexueller Pfarrerinnen und Pfarrer wird Teil des Kirchenrechts

(MEDRUM) Ab 1. Januar 2012 wird in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg - schlesische Oberlausitz (EKBO) das an die EKD-Regelungen angeglichene Pfarrdienstrecht gelten - insbesondere die Öffnung des Pfarramts für homosexuelle Partnerschaften. Die EKBO-Synode folgte den Vorschlägen der Kirchenleitung ohne weitere Diskussion.

Zum Abschluß der Tagung der Herbstsynode der EKBO am 29. Oktober 2011 haben die Mitglieder der Synode beschlossen, das Pfarrdienstrecht der Landeskirche anzupassen. Zu den neuen Regelungen für Pfarrerinnen und Pfarrer gehört insbesondere der Ersatz des Begriffs Familie durch "familiäres Zusammenleben". Darunter soll künftig alles fallen, was das rechtlich geregelte Zusammenleben von mindestens zwei Personen umfasst. Danach sind Kinder keine Voraussetzung, um von familiärem Zusammenleben sprechen zu können. Im Gegensatz dazu fallen homosexuelle Partner, die eine Lebenspartnerschaft vereinbart haben, unter den Begriff "familiäres Zusammenleben".  Dieser Begriff sei bewußt weit gefasst worden, erklärte dazu der Rat der EKD in seiner Begründung für das neu geschaffene Pfarrdienstgesetz.

Mit ihrem Synodenbeschluß folgt die EKBO dem Pfarrdienstrecht, das vom Rat der EKD im November 2010 empfohlen und von der EKD-Synode einstimmig verabschiedet wurde, ebenso einstimmig. In der EKBO sollen darüber hinaus - analog zur Eheschließung - künftig auch Gottesdienste für Lebenspartnerschaften vorgesehen werden. Eine kritische Würdigung und Diskussion der von der Kirchenleitung vorgeschlagenen Regelungen unternahmen die Mitglieder der Synode nicht. Anders als in anderen Landeskirchen sei das Pfarrdienstrecht "unaufgeregt" verabschiedet worden, ist im Internetportal der EKBO zu lesen. Der Appell der acht evangelischen Altbischöfe an die Synodalen vom Januar 2011, die vom biblischen Begriff von "Ehe und Familie" abweichenden Regelungen nicht zu übernehmen, war weder der Kirchenleitung noch der Synode eine Diskussion wert. Das Schicksal der Ignoranz, das den Altbischöfen und ihrem Bekenntnis zur Heiligen Schrift widerfuhr, teilten auch andere kirchliche Kreise und evangelische Christen. Die Stimme von Gläubigen, die sich bei einem Glaubens- und Bekenntnistag Ende September an sechs Orten in Deutschland erhob, als "Kinder des Lichts zu leben", war in der EKBO-Synode nicht zu hören (idea berichtete: Ist die evangelische Kirche noch Kirche?).

Bereits bei der Einführung und ersten Lesung der neuen Regelungen wirkte das Mitglied der Synode, Detlef Postel, der auch Mitglied der Synode der EKD ist, darauf hin, auf eine Diskussion zu verzichten. Es stehe fest, dass die EKBO an ihrem bisherigen Weg festhalten wolle, meinte Postel, und das sei auch gut so. Im Pfarrdienst der EKBO stehen nach deren Angaben derzeit 18 bekennende homosexuelle Pfarrer, von denen 8 in eingetragenen Lebenspartnerschaften leben.

ImageIn der EKBO gibt es bereits eine Broschüre mit dem Titel "Gottes Segen für Paare in eingetragenen Partnerschaften". Pröpstin Frederike von Kirchbach lädt darin homosexuelle Partner ein, ihrer Partnerschaft den Segen Gottes verabreichen zu lassen. Im Gegensatz zu einer vorherigen Ausgabe wurde in der aktuellen Ausgabe dieser Broschüre darauf verzichtet, mit dem Wort Jesu zur Ehe, nicht zu scheiden was Gott zusammengeführt hat, für die Segnung homosexueller Partnerschaften zu werben. Da der Segen Gottes auch für homosexuelle Partner von der evangelischen Kirche verheißen wird, stellt sich allerdings die Frage nach den Gründen dieses Verzichts. Einem Kommentar des Theologen und Pfarrers Rolf-Alexander Thieke folgend liegt die Antwort auf der Hand: "Hier sind andere Götter beteiligt".


28.10.11 MEDRUM Wenig Information, keine Diskussion, keine Kritik, ... "und das ist auch gut so!"
22.10.11 MEDRUM Hier sind andere Götter beteiligt
28.09.11 MEDRUM Michael Diener: Praktizierte Homosexualität eindeutig im Gegensatz zur Bibel
26.09.11 idea Ist die evangelische Kirche noch Kirche?
26.08.11 MEDRUM Lehrgespräche in den evangelischen Landeskirchen über Irrlehren und Bekenntnis
13.01.11 MEDRUM Acht evangelische Bischöfe: keine homosexuellen Lebensformen ins Pfarramt!
11.11.10 MEDRUM 126 Synodale beschließen einstimmig "epochales" Pfarrdienstgesetz
08.11.10 MEDRUM Vorlage der EKD: Kinder sind für Familie nicht mehr konstitutiv

Leserbriefe

Wer klare Standpunkte verwischt macht sich schuldig. ... Es kann nicht sein, dass eine Lobby mit wenigen Prozenten an der Bevölkerung, der Gesamtheit ihr ideologisches Konzept in Sprache und Moral diktiert. Entlassungen oder Gehaltskürzungen sind in GB bereits üblich für jene, die diesem Diktat nicht entsprechen. ... Wer als Christ heute nicht entschieden das "Maul" aufmacht, findet sich morgen in der Diktatur der Guten wieder. Die Verfolgten von gestern pflegen zu den Verfolgern von heute zu mutieren. Die Entscheidung der EKBO hat u.a. eine fatale Nebenwirkung für ihre Mitglieder: In einem Streit mit der Justiz kann sich der Gläubige nicht mehr auf sein Gewissen berufen, denn das Gericht wird ihm vorhalten, dass seine eigene Kirche ja anders entschieden habe.

Die Entscheidung der EKBO hat u.a. eine fatale Nebenwirkung für ihre Mitglieder: In einem Streit mit der Justiz kann sich der Gläubige nicht mehr auf sein Gewissen berufen, denn das Gericht wird ihm vorhalten, dass seine eigene Kirche ja anders entschieden habe.

Es wird Zeit, sich genau zu überlegen, ob man so einer "Kirche" noch angehören kann ohne sich selbst mit schuldig macht! Besonders schlimm ist es für Kinder und Jugendliche, die so einem "Hirten" anvertraut werden!

Ganz genau ! Die ev Kirche braucht eine neue REformation .

Diese Entscheidung und auch das vorangegangene Diskussionsvakuum ist ein dreister Schlag ins Gesicht für alle Christen, die selber homosexuelle Gefühle kennen und die sich nicht einlullen lassen sondern sich auch in ihrer Situation bewusst unter das Wort Gottes stellen (dafür muss man ja bekanntlich nicht Pfarrer/In sein). Vielleicht leben sie enthaltsam oder haben auch entschieden, seelsorgliche oder therapeutische Begleitung zu suchen, um aus dieser Verunsicherung der Geschlechtsidentität "herausreifen" und einmal aus ganzem Herzen eine FAMILIE gründen zu können: Inbegriff des Lebens - Schule der Liebe! Das ist mit Sicherheit der schwierigere Weg, der den längeren Atem braucht, bisweilen schmerzhaft sein kann und bei dem man mehr über das Wesen des Menschens und über sich als Mann und Frau lernt. Aber platt gesagt - man kann ja auch recht gut einen trainierten Menschen vom "Sofamenschen" unterscheiden. Deshalb wird die Überzeugungs- und Leuchtkraft des geistlichen und priesterlichen Lebens auf Dauer an anderen Stellen weiter und tiefer strahlen. Und wer eine echte Sehnsucht nach wahrhaft gelebtem Glauben hat, muss sich nicht mit einem propagierten Zerrbild abspeisen lassen. Dafür gibt es Nachbargemeinden oder Schwesterkirche. Und Engagement, Geduld und Gebet gibt es natürlich auch.

Wenn ich nicht durch meinen Arbeitgeber verpflichtet wäre einer Kirche anzugehören, würde ich die Evangelische Kirche sofort verlassen. Mir fehlen die Worte für solche Ungeheuerlichkeiten. Es ist ein Schlag ins Gesicht für jeden echten Christen zu sehen wie die Kirche abgrundtief in Sünde und Dreck versinkt. Was sind das nur für Menschen, die zu allem ja sagen? Die Kirche treibt es schlimmer als jeder Ungläubige. Wo ist die Vorbildfunktion und die Leitung für Menschen? Eine solche Gottlosigkeit sprengt jeden Rahmen. Hier wird Gottes Heiliges Wort derart mit Füßen getreten, dass man sich nur schämen kann, evangelisch zu sein. Mit welchem Recht wird hier die Bibel ausgelegt wie es unseren Kirchenfürsten gerade in den Kram passt. Satan hat sich schon dermaßen breitgemacht und die Verantwortlichen sind total verblendet. Wo sind die Menschen in diesem Land die dagegen protestieren? Hier ist es so bequem, dass solange man alles hat, alles egal ist. Man soll sich aber nicht vertun, wenn dadurch andere auf den Plan gerufen werden. Da kann man die Muslime nur beneiden, die für ihren Glauben einstehen und kämpfen. Unsere Kirche ist eine Schande.

Keine Angst: Jesus hat Satan schon besiegt! Gott hat alles unter seiner Kontrolle. Der erhoffte, vermeintliche „kirchliche Segen“ ist bereits die Ausgestaltung des Fluchs, welcher auf denen liegt, die sich gegen Gottes klares Wort und seine gute Ordnung versündigen.

Wenn jetzt Rufe nach Austritt laut werden, sollte man sich mal seine verstaubte Bibel vom Dachboden holen und nachlesen, was Kirche eigentlich ist. Kirche ist der Leib Christi und weder eine Organisation noch ein Gebäude. Allein der Gedanke an Mitgliedschaft in einem Gebäude und eine monatliche vom Konto abgebuchte Steuerzahlung für das Gebäude und den dranhängenden Verein ist absurd. Wo steht derlei in der Bibel? EKD und Vatikan sind außerbiblische Vereine, die man für ein Leben als Christ nicht braucht. Man kann dort ein- und austreten nach Beliebigkeit. Ich sehe keinerlei Grund drin zu sein. Auch die Diskussion über Homosexuelle im Pfarrhaus ist schräg. Wem das nicht gefällt, der muß da nicht bleiben. Wenn irgendwann alle diesen EKD-Verein verlassen haben, sind die Homopfarrer unter sich und die Organisation zerfällt zu Staub. Christen haben allein Christus nachzufolgen und haben daher gar keine Zeit in seltsamen Vereinen ihre kostbaren Lebenssekunden zu verplempern. Es heißt Christ werden, im Glauben wachsen und raus in die Welt, um andern von Christus zu erzählen!

Nicht zu versäumen und ganz wichtig für das geistliche Wachstum ist die regelmäßige Gemeinschaft und der Austausch mit den Brüdern und Schwestern; auch sollten wir einen höheren Wert auf das gemeinsame Gebet legen. Es ist sicher nichts dagegen einzuwenden, die Zusammenkünfte der gläubigen Gemeindeglieder im Kirchengebäude abzuhalten, fürsorglich sollten wir dazu um Erlaubnis bitten. Wenn wir uns hierzu entschließen, sollten wir den Pfarrer herzlich einladen zu einem "biblischen, geistlichen Gespräch", zum Beispiel über Johannes 3,3.
Peter Krebs

Als Antwort auf diese schleichende Zersetzung nicht nur unserer Kirche, sondern auch unseres Staates müssen wir Parallelstrukturen bilden, die mit der Zeit zum Verhandlungspartner werden können.
Zwei Folgen hat die Förderung der Homosexualität. Zum einen wird die Sünde wegerklärt und damit die Umkehr und das Heil des Kreuzes entwertet. Zum anderen wird der demographische Wandel, das Rentendesaster schneller eintreten.
Ich schlage daher vor, dass die, die unter diesen Folgen am meisten zu leiden haben werden, sich zu einer theologisch und finanziellen Solidargemeinschaft zusammenschließen. Wo es keine landeskirchliche Gemeinschaft gibt, sollte ein Förderverein für die eigene Kirchgemeinde gegründet werden. Diese Gemeinschaften müssten in ihre Satzung ganz explizit den mit der Förderung der lokalen Kichgemeinde gleichrangigen Satzungszweck aufnehmen, dass sie kommende Generationen fördern, indem sie die generative Leistung von Eltern mit Kindern belohnen. Dazu müsste eine umlagefinanzierte Rentenkasse eingerichtet werden, bei der Erziehungszeiten so berechnet werden, wie der Beitrag eines Erwerbstätigen.
In 20 Jahren haben dann die Landeskirchen die traurige Wahl: Entweder werden sie auch theologisch mit dem Solidarvereinen zusammenarbeiten oder bankrott gehen.

- Was ist eigentlich als Sünde wider den Heiligen Geist zu verstehen? Wüßten Christen keine Antwort darauf, dann wäre eine Hilfe, sich die momentane Diktaturebene der Synodalen anzusehen! Das käme wohl einer nichtzuvergebenden Schuld gegenüber Gottes Guter Sache sehr nahe ... Damit habe ich keineswegs gedeutet, was "Sünde wider den Heiligen Geist" meint! Dafür gibt es ja Theologen, die dazu Stellung beziehen könnten. Bereits die Überschrift: ... neues Pfarrdienstrecht ohne kritische Würdigung in Kraft ist ja schon ein Fausschlag der Bischhöfe ins ungeschützte Gesicht der ihr anvertrauten Gemeindemenschen! Das Buch ist schon fertig, aber man hat ohne "Gegenwehr aus den eigenen Reihen" das Pfarrdienstgesetz verabschiedet ... Wes Geistes Kinder seid Ihr eigentlich, Ihr evangelischen Blindenführer? Narren seit ihr! Euch ist nicht zu helfen! Liebe Schwestern und Brüder lasset uns wachsam sein, dass uns die Schlange der Synodalen nicht hinterrücks beiße! Gegen den Strom ist hier der richtige Weg!

In Christi Liebe verbunden,
Dietmar Krummradt