Spaemann: Schutz des Gesetzes nicht nur für mohammedanische Religion!


28.07.12

Spaemann: Schutz des Gesetzes nicht nur für mohammedanische Religion!

Einiges stimmt nicht mehr, vor allem seit nur noch diejenige Beleidigung strafbar ist, die den „öffentlichen Frieden gefährdet“.

(MEDRUM) Der katholische Philosoph Robert Spaemann setzt sich in einem Beitrag zur Blasphemiedebatte in der FAZ (25.07.12) mit der Frage auseinander, welche Verpflichtungen der Staat hat, wenn es um den Schutz der Religion und religiösen Gefühle der Gläubigen geht.

Spaemann kritisiert unter der Überschrift "Beleidigung Gottes oder der Gläubigen?", dass dem religiösen Bürger durch das deutsche Recht, vor allem die Rechtsprechung, zugemutet werde, dass das, was ihm heilig sei, "ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht und mit Schmutzkübeln übergossen" werden dürfe. Gerade für Christen gebe es keinen wirksamen Schutz, meint Spaemann und stellt dazu fest: "Den Schutz des Gesetzes genießt nur noch die mohammedanische Religion, nicht aber die christliche." Dass dieses so sei, liege erstens daran, dass Muslime bereit seien, auch mit Gewalt zu verteidigen, was ihnen heilig ist. Zweites sieht Spaemann das deutsche Recht in der Pflicht. Irgendetwas stimme nicht, vor allem, seit nur noch diejenige Beleidigung strafbar sei, die den öffentlichen Frieden gefährde. Nur dann und wann einmal befinde ein Richter, "es sei irgendwo zu weit gegangen" worden und verhänge eine Bewährungsstrafe, in der Regel geschehe das aber nicht. Dies darf nach Spaemanns Auffassung so nicht bleiben. Das Gewaltmonopol muss beim Staat liegen. Der Staat aber sei verpflichtet, für einen wirksamen Schutz der religiösen Gefühle der Gläubigen zu sorgen, so Spaemann.


25.07.12 FAZ Beleidigung Gottes oder der Gläubigen?
11.07.12 MEDRUM Achtung der Menschenwürde oder künstlerische Freiheit für die Macher von Titanic?

Leserbriefe

Christen unter Artenschutz?

Es scheint richtig zu sein, dass Religionen, die sich gewaltbereit geben, mehr Beachtung und Schutz genießen. Aber Jesus Christus steht allen Religionen gegenüber. Er war der Allerverachtetste, der Verhöhnte, der Beleidigte und trug damit unsere Schuld ans Kreuz. Zu Seinem Erscheinungsbild gehört dies. Keine Religion würde sich mit solch einem Geprügelten schmücken wollen, denn sie kennen die Kehrseite, die Auferstehungskraft Gottes nicht. Aus dieser Perspektive ist es zumindest fragwürdig, wenn Christen Schutz bei Paragraphen suchen. Heisst es nicht auch bei Luther, dass Gott mitunter Plagen schickt, damit die Christenheit aus ihrem Schlaf erwacht.

zum Leserbrief: Christen unter Artenschutz

Ich muß das - als 82-j. Christ - einmal von einer anderen Seite her angehen: soll ich das denn wie vor ca. 70 J. wieder ertragen müssen, daß mein christl. Glaube öffentlich (damals bei der Hitlerjugend u. Nazi-Lehrern praktiziert) verspottet u. gelästert wurde; und daß das, was mir heilig und spirituell wertvoll war, lächerlich gemacht und durch den Dreck gezogen wurde, einfach hinnehmen? Das wäre für mich ähnlich, wie wenn bei Diebesgut ein Hehler ungestraft bliebe und seine Sünde einfach hingenommen würde aus einer falschen Toleranzhaltung. Die Formulierung, daß Gott Plagen "schickt", kann ich so nicht akzeptieren. Diese Einstellung rückt mir den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, durch dessen Liebe und Erlösungstat die, die im folgen wollen, zu Seinen Kindern geworden sind, rückt IHN mir zu sehr in die Nähe der alten, hinterhältigen Götter und Götzen. Allerdings, um eines seiner irre- gehenden Kinder zur Besinnung führen zu können, läßt unser himml. Vater gewisse Plagen zu. Aber unser Gott sanktioniert Plagen als solche nicht; sonst müßte ein Nichtchrist ja darausfolgern, euer Gott prügelt einen Menschen, der nicht hören will, zu seinem Glück. Das wäre für mich als Christ eine widersinnige Einstellung zu unserem Gott der Bibel. So muß ich auch manchen Christen widersprechen, wenn sie sagen, der Vater im Himmel habe gewissermaßen Seinen geliebten Sohn ans Kreuz gewollt, so als ob Gottvater das Blut gefordert habe als Genugtuung. Ans Kreuz hat der Hass derer, die Christus ablehnten, gebracht. Erst durch Christi siegreiche Liebe ist das Kreuz ein Zeichen des Heiles geworden. So kann ein Leid für einen, den es trifft, erst dann heilsam werden, wenn er es "wie ein anderer Christus" annimmt, statt es zu verfluchen. Beispiele sind viele Christen, Heilige gewordene, die durch erlittenes Leid zur Umkehr kamen - wie der "verlorene Sohn" und dazu der "barmherzige Vater", der auf die Umkehr Seines Sohnes in Liebe wartete.