Rot-grün-roter Coup: Sexuelle Viefalt im Fernsehrat


30.03.15

Rot-grün-roter Coup: Sexuelle Vielfalt im Fernsehrat

LSBTI-Interessen gemäß Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz künftig auch im Fernsehrat des ZDF vertreten

(MEDRUM) Die Lobby der LSBTI kann einen wichtigen Erfolg feiern. Die Ministerpräsidentenkonferenz hat beschlossen, dass künftig die Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LSBTI) im ZDF-Fernsehrat vertreten sind. Verkündet wurde diese Entscheidung von der SPD-Politikerin Malu Dreyer aus Rheinland-Pfalz.

Sexuelle Zugehörigkeit ein Auswahlmerkmal

Zur Zeit setzt sich der ZDF-Fernsehrat aus 77 Mitgliedern aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zusammen. Sie sollen die Interessen der Allgemeinheit vertreten. Es werden nach dem Entwurf des neuen Staatsvertrages künftig nur noch 60 Mitglieder sein, aber dabei sollen auch die Interessen der Gruppe der LSBTI vertreten sein. Die sexuelle Zugehörigkeit wird so erstmals zu einem Auswahlmerkmal für die Vertretung gesellschaftlicher Gruppen bei der Besetzung von Fernsehratsposten. Das Bundesland Thüringen soll künftig für die Vertretung des sexuellen Minderheitsinteresses sorgen. Bisher war Thüringen für Verbraucherschutz zuständig.

Volker Beck begrüßt Mitwirkung im Fernseh-Kontrollgremium

Da die Partei der Grünen mittlerweile an der Regierung von neun Bundesländern beteiligt ist, kann die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz nicht überraschen. So verwundert es auch nicht, wenn Volker Beck von den Grünen, der jahrelang verheimlichte, dass er sich früher für die Interessen der Pädophilen eingesetzt hat, jetzt feststellt:

„Lesben, Schwule und Transsexuelle gehören dazu. Gut, dass das die Ministerpräsidenten einsehen und Danke an Thüringen! Das ist ein wichtiges Signal des ZDF-Staatsvertrages. Gut, dass die diskriminierende Entscheidung, LGBT aus dem ZDF-Fernsehrat auszuschließen jetzt Geschichte ist. Erstmalig sind Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle nun in einem Kontrollgremium des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vertreten. Die Aufgabe des Fernsehrates ist unter anderem „auf ein diskriminierungsfreies Miteinander“ hinzuwirken. Das geht nur, wenn die Vielfalt der Gesellschaft dort auch abgebildet wird.

Im Entwurf war kein Vertreter der LGBT-Community für das Gremium vorgesehen. Unter anderem Dank des Protestes des Lesben- und Schwulenverbands LSVD, von Enough is enough und der Zeitschrift Männer wurde diese absurde Entscheidung wieder geändert.

ImageRot-grün-roter Coup

Nicht nur Volker Beck, auch andere Grüne feiern die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz als politischen Erfolgt. So bewertet die Landtagsabgeordnete der Grünen im bayerischen Landtag, Ulrike Gote, die Vertretung von LSBTI-Interessen im Fernsehrat als "rot-grün-roten Coup" und schreibt: "Widerstand erzkonservativer CSU-Abgeordneter durch rot-grün-roten Coup gebrochen" (Bild links).

Muslime kein ständiger Sitz

Bemerkenswert ist auch, dass trotz Umbesetzung des Fernsehgremiums die Muslime nach erster Information auch künftig keinen ständigen Sitz im Fernsehrat haben werden, obwohl etwa 5 Mio Muslime in Deutschland leben. Gehört der Islam also doch nicht so ganz zu Deutschland, könnte gefragt werden?

Dass man mit dem Zweiten nach der neuen Zusammensetzung des Fernsehrates auch besser sieht, werden vielleicht weniger die Muslime als die Lobbyisten der LSBTI-Gruppe feststellen.


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Leserbriefe

Es geht um politischen Einfluss

Es wäre nichts dagegen einzuwenden, wenn auch die kleinste und zahlenmäßig unbedeutendste gesellschaftliche Interessengruppe im Fernsehrat vertreten wäre. Bei LSBTI haben wir es aber mit einem medienpolitischen Machteinfluss zu tun, der kaum in einem vertretbaren Verhältnis zur gesellschaftlichen Bedeutung steht. Wer würde es denn in dem Gremium wagen, homopolitischen Forderungen überhaupt zu widersprechen, wenn er nicht als homophob angeklagt werden will?

Das Ungleichgewicht zwischen gesellschaftstragenden und erhaltenden Gruppen und Gruppen, die mehr oder weniger ihren Eigeninteressen nachstreben, ist erschreckend und besorgniserregend für die Zukunft Europas. Mit den Interessen von Homosexuellen hat das alles nicht mehr viel zu tun, sondern vielmehr geht es um ein Machtmittel um politischen Einfluss auszubauen. Schade nur, dass Familie nie in den Genuss einer so hohen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit kommen wird, dabei hängt doch von ihr unsere Zukunft ab.