Priesterbruderschaft St. Pius X. schließt Bischof Williamson aus


24.10.12

Priesterbruderschaft St. Pius X. schließt Bischof Williamson aus

Entscheidung wird mit Verweigerung des Respekts und Gehorsams sowie Sorge um Gemeinwohl der Bruderschaft begründet

(MEDRUM) Der umstrittene Bischof Richard Williamson wurde  durch eine Entscheidung des Generaloberen und seines Rates von der Priesterbruderschaft St. Pius X. ausgeschlossen. Williamson habe sich seit mehreren Jahren von der Führung und Leitung der Priesterbruderschaft entfernt und sich geweigert, den Respekt und den Gehorsam zu bezeigen, den er seinen rechtmäßigen Oberen schulde, heißt es in einem Kommuniqué des Generalhauses der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Williamson sei eine letzte Frist eingeräumt worden, sich unterzuordnen. Nach Ablauf der gesetzten Frist habe er einen «offenen Brief» angekündigt, in dem er den Generaloberen auffordere, zurückzutreten, heißt es in einem heute herausgegebenen Kommunique. Diese "schmerzhafte Entscheidung" sei notwendig geworden aus "Sorge um das Gemeinwohl der Bruderschaft St. Pius X." und einer guten Leitung derselben.

Bischof Williamson und die Priesterbruderschaft gerieten 2009 in die Schlagzeilen, weil Williamson den Holocaust angezweifelt und bestritten hatte. Der Generalobere der Priesterbruderschaft hatte sich bereits 2009 von Williamsons Äußerungen mit folgender Erklärung distanziert:

Wir haben von einem Interview Kenntnis erlangt, das Bischof Richard Williamson, der ein Mitglied unserer Bruderschaft ist, dem schwedischen Fernsehen gab. In diesem Interview äußert er sich auch zu historischen Fragen, insbesondere zum Judenmord der Nationalsozialisten. Es ist offensichtlich, daß ein Bischof nur zu Fragen des Glaubens und der Moral mit religiöser Autorität sprechen kann. Unsere Bruderschaft beansprucht keinerlei Autorität über historische oder andere säkulare Fragen. Die Mission der Priesterbruderschaft ist die Verbreitung und Wiederherstellung der authentischen katholischen Lehre, wie sie in den Dogmen niedergelegt ist. Dafür sind wir weltweit bekannt, akzeptiert und geschätzt. Wir sehen mit großer Sorge, wie die Überschreitung dieses Auftrages durch unser Mitglied unserer religiösen Mission schweren Schaden zufügt. Wir bitten den Heiligen Vater und alle Menschen guten Willens um Entschuldigung für den dadurch hervorgerufenen Ärger

Williamson wurde wegen Leugnung des Holocaust in Deutschland verurteilt. Das Urteil musste wegen Verfahrensmängeln jedoch aufgehoben werden. Ein überarbeitetes Gerichtsurteil soll im kommenden Jahr gefällt werden.


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