Position der Bundestagsabgeordneten zur Abtreibung im Europarat

Wie haben die deutschen Delegierten aus dem Bundestag abgestimmt ? Contra- und Pro-Stimmen aus den Bundestagsfraktionen

Wie in MEDRUM berichtet (--> Bericht) hat der Europarat die Resolution zur europaweiten "Legalisierung der Abtreibung" mit 102 Ja-Stimmen bei 69 Gegenstimmen (14 Enthaltungen) angenommen. An dieser Abstimmung waren neun Abgeordnete aus den Fraktionen des Deutschen Bundestages beteiligt. Wie haben unsere Abgeordneten abgestimmt?

Gegen die Resolution des Europarates zur "Schaffung eines Rechtes auf Abtreibung", haben gestimmt -

"Contra Abtreibungsrecht" :

Abgeordneter / Delegierter

Bundestagsfraktion

Holger HAIBACH

CDU/CSU

Joachim HÖRSTER

CDU/CSU

Eduard LINTNER

CDU/CSU

Ingo SCHMITT

CDU/CSU

Für die Resolution zur "Schaffung eines Rechtes auf Abtreibung" haben gestimmt -

"Pro Abtreibungsrecht":

Doris BARNETT

SPD

Herta DÄUBLER-GMELIN

SPD

Gerd HÖFER

SPD

Marlene RUPPRECHT

SPD

Rainder STEENBLOCK

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Image Die Bundestagsabgeordnete Ute Granold (CDU) hat dazu erläutert, dass es den konservativen Abgeordneten im Europarat nicht gelungen sei, für ihre ablehnende Haltung eine Mehrheit zu gewinnen oder durch Änderungsanträge eine Abmilderung der Resolution zu erreichen. Allerdings habe die EVP (Zusammenschluss konservative und christlicher Parteien) durchgesetzt, dass es in diesem Fall keine Empfehlung an das Ministerkomitee geben werde. Das bedeute, dass über diese Initiative nicht mit weiteren Beratungen zu rechnen sei. So besteht aus Sicht von Ute Granold zumindest die Hoffnung, dass dieses Papier nicht weiter im Fokus stehen wird.

Die Abgeordnete Granold hat sich auch selbst entschieden gegen die Haltung des Europarates ausgesprochen und dazu folgende Stellungnahme abgegeben:

"Mit seiner Entscheidung hat der Europarat nur den ohnehin mangelhaften Schutz des ungeborenen Lebens in Europa weiter geschwächt. In den 47 Ländern des Europarates finden jährlich millionenfach Abtreibungen statt - allein in Russland über eine Million. Überall wo Abtreibung legalisiert wird, steigen nachweislich die Zahlen der vorgeburtlichen Kindstötungen. Weltweit geht dadurch vom Europarat ein falsches, ja fatales Signal gegen die Würde menschlichen Lebens aus.

Wer eine „sichere Abtreibung“ fordert, täuscht darüber hinweg, dass jede Abtreibung unabhängig von den jeweiligen Umständen für das ungeborene Kind stets den sicheren Tod bedeutet. Für die körperliche und psychische Gesundheit der Frau hat sie oft schwerwiegende Folgen. Die Resolution des Europarats ist ein nicht für möglich gehaltener Tiefpunkt in der Geschichte dieser Institution, ein Angriff auf die Menschenrechte, deren Schutz diesem Rat anvertraut ist.

Ich bedauere es sehr, dass es nicht gelungen ist, diese Initiative zu verhindern. Allerdings kann ich Ihnen versichern, dass ich mich auch weiterhin für den Schutz des Lebens in allen Lebensphasen engagieren werde – auch und gerade weil dies offenbar der Mehrheit der Menschen in unserem Land kaum noch der Beachtung wert zu sein scheint. In diesem Zusammenhang werde ich mich zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der Fraktion für eine Novelle der Spätabtreibungsregelung einsetzen."


 

 

Leserbriefe

Beschluss des Europarates zur Abtreibung

Vielen Dank, sehr geehrte Frau Granold, dass Sie sich gegen diese Empfehlung eingesetzt haben, und Dank auch Ihren Kolleginnen und Kollegen im Europaparlament für ihr Abstimmungsverhalten und ihre Bemühungen. Wir bitten Gott, den Vater von Jesus, dass ER die Herzen der Europäer auf das Leben lenke, weg vom Egoismus und Nachässigkeit. Gottes Segen Dr. N. Timpe, r.-k. Priester, Zwochau