Playmobil macht mobil gegen "playmo-bibel"


26.03.09

Playmobil macht mobil gegen "playmo-bibel"

Ausgezeichnetes Glaubensprojekt vom Scheitern bedroht

(MEDRUM) Ein Pfarrer aus Steinbach im Taunus hatte eine kreative Idee. In Erinnerung an seine Kindheit und die ihm lieb gewordenen Spielfiguren von Playmobil erfand er die "playmo-bibel". Nun hat Playmobil mit der Mobilmachung gegen den Pfarrer begonnen. Playmobil droht ihm mit Klage, falls er Jesus nicht vom Kreuz nehme, bedauert der Pfarrer.

ImageFür Pfarrer Markus Bomhard ist es ein Kunst- und Glaubens-Projekt. Seit über zwei Jahren versucht er, Menschen den Glauben auch mit spielerischer Phantasie näher zu bringen. Seit seiner Kindheit waren ihm die Spielfiguren von Playmobil vertraut. So kam ihm die Idee, Szenen der Bibel mit Spielfiguren darzustellen. Seine kreative Idee fand regen Zuspruch und wurde sogar von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit dem Innovationspreis 2007 ausgezeichnet.

Pfarrer Bomhard: "Die Playmo-Bibel distanziert sich ausdrücklich davon, kommerzielle Zwecke zu verfolgen. Sie dient allein auf der Basis der freien Kunst und Religionsausübung Gott und den Menschen, die sich an dem Projekt freuen."

Doch bei Playmobil stößt seine Idee nun auf erheblichen Widerspruch. Wer glaubt, Playmobil hätte allen Grund, dem Pfarrer für seine findige Idee dankbar zu sein, scheint sich zu irren. Der Konzern habe ihm sogar mit rechtlichen Schritten bis hin zur Klage gedroht, wenn er sein Projekt weiterhin ausstelle oder im Internet zeige, so Pfarrer Bomhard.  In einer Stellungnahme an MEDRUM erklärte er: "Playmobil selbst hat mich über zwei Jahre ermutigt und gefördert, weil sie in der Playmo-Bibel ein großartiges Projekt sahen. Umso weniger ist das entgegengesetzte Verhalten des Konzerns nun zu verstehen. Selbst auf ein gütliches Entgegenkommen von mir auf Wünsche des Konzerns wurde nicht mehr eingegangen." Er kann das Ganze nicht verstehen und bringt seine herbe Enttäuschung zum Ausdruck: "Ich verstehe das alles nicht! Das Projekt 'Playmo-Bibel' dient der christlichen Verkündigung unter Verwendung eines großartigen Spielzeugs, das sich wunderbar für eben solche Zwecke verwenden lässt. Nicht ohne Grund habe ich das Spielzeug, dass mich seit meiner Kindheit so gut begleitet hat, als Grundlage für mein Verkündigungsprojekt neu entdeckt."

Bernhard Hane von Playmobil erklärte Pfarrer Bomhard zufolge in einem Interview am 08.02.2009: "Religiöse Spielideen sind immer ein Eingriff in das Erziehungsrecht der Eltern, da lasse ich die Finger davon." Pfarrer Bomhard hierzu: "Ist Spielzeug nicht grundsätzlich ein Eingriff in das Erziehungsrecht der Eltern? Wie weit gesteht Playmobil denn Eltern eine eigene Mündigkeit zu, zu entscheiden, was sie für Spielzeug kaufen oder nicht?"

Pfarrer Bomhard findet jedenfalls, dass die Figuren zum Nachspielen von biblischen Szenen bestens geeignet sind und sich wunderbar zur religiösen Erziehung einsetzen lassen. Er räumt ein, vielleicht zu naiv gewesen zu sein und die kindliche Seite in ihm, die nach wie vor an das Gute im Menschen glaube, zu stark geworden sei. Er möchte davon aber nicht abrücken. Er steht hinter dem Satz von Jesus, wer nicht werde wie ein Kind, der werde Gottes Reich weder begreifen noch an ihm Anteil haben. Umso mehr Unverständnis hat Pfarrer Bomhard für das Verhalten von Playmobil. Er sieht sein Glaubensprojekt - aus welchen unverständlichen Gründen auch immer - durch den Konzern vom Scheitern bedroht und hofft, dass sich Playmobil vielleicht doch noch einsichtig zeigt. Er ist für jede freundliche Unterstützung dankbar, ob sie nun an ihn oder Playmobil gerichtet ist. "Danke für Euer Gebet und Eure Unterstützung", so Pfarrer Bomhard.

Info über die Playmo-Bibel: http://www.playmo-bibel.de


Kontaktadresse von Playmobil in Deutschland:

Geobra Brandstätter GmbH & Co. KG, Brandstätterstr. 2 - 10, 90513 Zirndorf, Fax.: (09 11) 96 66 - 11 20

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Leserbriefe

Playmobil und der Teufel

Ich finde die Idee wirklich gut. Und wie es sich zeigt war Herr Bomhard auch seiner Zeit vorraus... Er hatte vor Playmobil den ersten Pfarrer, eine Kirche und die Pyramiden. Das die Inhalte der Bilbel immer populärer werden, kann man auch im TV sehen (Ben Becker liest die Bibel) Und sogar der Papst findet das Projekt gut. Aber den Umkehrschluß das Playmobil dann teuflisch ist weil sie dagegen sind, sollte man nicht laut sagen (höchstens denken). Da Playmobil nicht gegen jedes Kind vorgeht was seine Figuren anmalt, zeigt eine gewisse Willkür. Vielleicht sollte man die Brohardsche Playmobil-Ausstellung in den Vatikan verlegen. Ich glaube kaum, dass Playmobil sich gegen den Vatikan wendet und damit Millionen gläubige Kunden verlieren will.... Ich hoffe es gibt bald weitere Bibelpassagen in Brombardschen Playmobil-Darstellungen. Verlieren sie nicht ihren Glauben - auch nicht in die Vernuft und Unterstützung ihrer "Schäfchen"