Pläne über Akzeptanz sexueller Vielfalt im Netz


15.01.14

Pläne über Akzeptanz sexueller Vielfalt im Netz

Kultusministerium von Baden-Württemberg weist Petition als diskriminierend zurück

(MEDRUM) Der Plan der Landesregierung Baden-Württembergs, wie die Akzeptanz der sexuellen Vielfalt im Bildungsplan 2015 verankert werden soll, ist mittlerweile in einer Arbeitsfassung im Internet abrufbar.

Arbeitsfassung im Kultusportal

Im Internetportal des Kultusministeriums von Baden-Württemberg ist eine Arbeitsfassung eines 32 Seiten umfassenden Dokumentes abrufbar, das Aufschluss gibt, wie das allgmeine Erziehungsziel "Akzeptanz der sexuellen Vielfalt" künftig in das Unterrichtsgeschehen an den Schulen eingebaut werden soll. Das Dokument wird als Arbeitspapier zur Verankerung der Leitprinzipien bezeichnet und datiert vom 18.11.2013. Es ist als pdf-Datei verfügbar unter der URL: http://www.kultusportal-bw.de/,Lde/Startseite/schulebw/Sexuelle+Vielfalt und kann dort heruntergeladen werden. Das Arbeitspapier enthält laut Kultusministerium "Vorschläge", wo das Thema im künftigen Bildungsplan fachlich verankert werden könnte.

Welche Vorgaben der Bildungsplan für den Unterricht machen soll, wird an einem Auszug aus dem"Arbeitspapier zur Verankerung der Leitprinzipien" deutlich, in dem es unter anderem heißt:

Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der eigenen geschlechtlichen Identität und Orientierung auseinander mit dem Ziel sich selbstbestimmt und reflektiert für ein ihrer Persönlichkeit und Lebensführung entsprechendes Berufsfeld zuentscheiden.

  • Schülerinnen und Schüler haben einen vorurteilsfreien Umgang mit der eigenen und anderen sexuellen Identitäten;
  • Schülerinnen und Schüler entwickeln eine Sensibiliät für Stereotype und können diese hinterfragen;
  • Schülerinnen und Schüler sind fähig, sich in einer pluralen Gesellschaft zu verorten und begründete Werthaltungen zu entwickeln.

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Kultusministerium: falsch und diskriminierend

Mit Blick auf die Petition "Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens" stellt die grün-rote Landesregierung zum Thema Akzeptanz von Sexueller Vielfalt fest, die in die Petition aufgenommenen Behauptungen seien falsch und diskriminierend (Bild links). Die Petition suggeriere, dass die vorgesehenen Leitprinzipien in ihrer Gesamtheit unter der Aspekt der sexuellen Vielfalt betrachtet werden sollen. Das sei maßlos übertrieben und versuche, Ängste zu schüren. Wortlich sagt die Landesregierung:

Das Kultusministerium weist die in der Petition "Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens" aufgenommenen Behauptungen zum neuen Bildungsplan als falsch und diskriminierend gegenüber Minderheiten zurück. Der neue Bildungsplan 2015 soll in den Schulen Werte wie Respekt, Toleranz und Weltoffenheit vermitteln. Diese Werte bilden eine wichtige Grundlage für ein gutes Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Das Thema "Akzeptanz von Sexueller Vielfalt" ist im Bildungsplan im Zusammenhang allgemeiner Erziehungsziele aufgenommen. Es ist eines von mehreren Themen, die Kinder und Jugendliche darin bestärken sollen, sich selbst und ihr Gegenüber mit Wertschätzung und vorurteilsfrei zu betrachten und so zu einer selbstbestimmten Persönlichkeit heranzuwachsen. Der Bildungsplan will so Akzeptanz und Toleranz gegenüber der Vielfalt in der Gesellschaft fördern.

Die Petition suggeriert, dass die vorgesehenen Leitprinzipien in ihrer Gesamtheit unter dem Aspekt der sexuellen Vielfalt betrachtet werden sollen. Das ist maßlos übertrieben, da dies lediglich ein Thema unter vielen anderen ist. Zudem macht die Petition nicht nur Stimmung gegen Offenheit und Toleranz, sie zeichnet Zerrbilder und versucht Ängste gegenüber dem neuen Bildungsplan zu schüren. Vollkommen absurd ist eine Behauptung, das Kultusministerium wolle die Schüler pädagogisch und moralisch umerziehen. Eine solche Behauptung und Wortwahl zeigt den dogmatischen Hintergrund der Verfasser. Sie ist unverantwortlich und hat nichts mehr mit einer demokratischen Diskussion zu tun.

Im Übrigen geht es bei den Attacken lediglich um ein Arbeitspapier, das im Beirat für den Bildungsplan diskutiert wird. Die Arbeit am neuen Bildungsplan geschieht in einer größtmöglichen Offenheit und Transparenz.

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Je häufiger Homosexualität im Unterricht, desto besser?

Die Initiatoren der Petition halten ihre Kritik und ihre Forderungen nicht für unberechtigt. Wörtlich sagen sie:

"Wir unterstützen das Anliegen, Homosexuelle, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle und Intersexuelle nicht zu diskriminieren. Bestehende Diskriminierung soll im Unterricht thematisiert werden."

Den Vorwurf, sie diskriminierten Minderheiten und schürten Ängste, weisen sie zurück. Allerdings befürchten sie, dass die Landesregierung über das Ziel hinausschießt und dem Thema "Akzeptanz sexueller Vielfalt ein überhöhter Stellenwert eingeräumt wird.

Dass die in der Petition zum Ausdruck kommende Sorge verständlich ist, machen Äußerungen der Koalitionspartei Bündnis 90/Die Grünen deutlich. Je häufiger Homosexualität im Unterricht thematisiert werde, desto größer sei die Akzeptanz, ist eine ihrer Aussagen.

Die Sorge der Petition wird auch von den evangelischen Landeskirchen, den katholischen Bistümern und von der Deutschen Evangelischen Allianz geteilt. MEDRUM berichtete dazu.

Kretschmann: Im Kern einfach richtig

Ministerpräsident Kretschmann (Die Grünen) nahm zum Bildungsvorhaben "sexuelle Vielfalt" im SWR Stellung und wehrte Kritik ab. Der Regierungschef meinte:

"Die Bildungspläne geben eine Orientierung. Sicher könnte man das auch ganz anders machen. Aber im Kern ist das, was da steht, einfach richtig", sagte Kretschmann." (SWR)

Weiter erklärte Kretschmann: "Wenn Ausdrücke wie ‚schwule Sau’ zu den beliebtesten Schimpfwörtern auf dem Schulhof gehören, dann ist da Handlungsbedarf da."

Wenig Verständnis zeigte der Politiker der Grünen für die Gegner seiner Bildungspläne. In ähnlicher Weise, wie es zuvor im SWR und im Spiegel geschehen war, wirft er ihnen vor, "religiös imprägniert" zu sein. Dass die Pläne seiner Regierung öffentlich diskutiert werden, hat Kretschmann beklagt. Laut SWR soll er verärgert sein, dass das Arbeitspapier bereits so in der Öffentlichkeit diskutiert werde, als handle es sich um das Endprodukt. Das erschwere die Arbeit, so der Ministerpräsident. Kretschmann zeigt damit keine Bereitschaft, sein Wort von der "neuen Politik des Gehörtwerdens" auch dann einzulösen, wenn es darum geht, Kritikern seiner Politik Gehör zu schenken. Diese Marschroute wird durch die vom SWR zitierte Äußerung Kretschmanns, "man werde sich bei der Fertigstellung des Plans nicht nach ‚fundamentalistischen Grundlagen’ richten," unterstrichen.

Gabriel Stängle ein Petitionsopfer

Schmerzliche Erfahrungen des Umgangs mit Kritikern, hat Gabriel Stängle, der Initiator der Petition "Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens" gemacht. Der Realschullehrer scheint in seiner Aufgabe als Vertreter des Realschullehrerverbandes so unter Druck gesetzt worden zu sein, dass er sein Amt niederlegte. Der Verband soll sich laut SWR von der Petition distanziert haben.

Familie mit Kindern gesellschaftlich wertvollste Lebensform

Kritik an Kretschmanns Plänen kommt auch aus den Reihen der Landtagsopposition. Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Hans-Ulrich Rülke, erklärte im SWR: "Die gesellschaftlich wertvollste Lebensform, ist die Familie mit Kindern. Wenn eine Gesellschaft das nicht mehr deutlich macht, stirbt sie aus."

Dass Kritik an den grün-roten Bildungsplänen und an der mangelnden Beteiligung der Öffentlichkeit geübt wird, ist kein Novum. Im Oktober 2012 gerieten auch die Pläne in die Kritik, massiv in das Bildungsgeschehen an den Gymnasien einzugreifen, in die Kritik. Hans-Ulrich Rülke und der Abgeordnete Timm Kern warfen der Regierung vor, unbemerkt von der Öffentlichkeit das Prinzip der Gemeinschaftsschulen auch auf die Gymnasien zu übertragen. Wie die Stuttgarter Zeitung Ende Oktober 2012 berichtete, sprach der Philologenverband, die Interessenvertretung der Gymnasiallehrer,  von einer „grün-roten Gleichschaltungs- und Einebnungspolitik“. Durch einen Einheitsbildungsplan werde die Studierfähigkeit der künftigen Abiturienten gefährdet (Neue Bildungspläne: Sorge um die Zukunft des Gymnasiums).

Erprobung hat begonnen

Eine Erprobung des Bildungsplans findet seit Beginn des Schuljahres 2013/2014  nur an einigen Schulen und dort nur in einigen ausgewählten Fächern anhand von "Arbeitsfassungen" der neuen Bildungspläne statt (insgesamt 59 Schulen). Ziel der Erprobung ist es, bereits während der Entwicklung praxisrelevante und detaillierte Optimierungshinweise aus der Praxis zu gewinnen. Die Arbeitsfassung zur Erprobung des Bildungsplans 2015 ist unter der URL: www.bildung-staerkt-menschen.de zu finden.


Online-Petition: → "Zukunft – Verantwortung – Lernen:
Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens
".


14.01.14 Kretschmann verteidigt sexuelle Toleranz im Unterricht SWR
11.01.14 Homosexualität im Unterricht: Bildungsplan sorgt weiter für Zündstoff Stuttgarter Zeitung
14.01.14 Debatte über "sexuelle Vielfalt": Initiator der Petition gibt Posten auf Stuttgarter Nachrichten
24.10.12 Neue Bildungspläne: Sorge um die Zukunft des Gymnasiums Stuttgarter Zeitung

Leserbriefe

Keine Diskriminierung von Eltern

Was für eine groteske Begründung vom Kultusministerium. Der Petition wird die Diskriminierung von Minderheiten unterstellt. So kann man sich um eine sachliche Auseinandersetzung drücken. Dabei geht es hier auch um die Diskriminierung von Vätern und Müttern, denen ihr Grundrecht auf Erziehung aus der Hand genommen wird. Man kann nur wünschen, dass genug Väter und Mütter aufstehen und sich die sexuelle Indoktrination ihrer Kinder verbitten.

Anstößige Reaktion des Ministeriums

Das ist schon bezüglich unserer Demokratie vom BW-Kultusministerium her eine sehr anstößige Reaktion, dass das Ministerium eine rechtmäßige Petition einfach als diskriminierend abtut. So ist das: Wenn es einer Regierung widerspricht und nicht in ihr Konzept passt , was an oppositioneller Haltung aus der Bevölkerung gegen ihr politisches Konzept steht, wird heruntergemacht.

Von den Grünen mittlerweile gewohnt

Von den Grünen sind wir es ja mittlerweile gewohnt, daß jedem der anderer Meinung ist, das Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen wird.

Schlechte Erinnerung an vergangene Zeiten

Das Ganze erinnert doch an vergangene Zeiten in unserem Land. Da wurde auch die Partei und ihre Richtlinie in jedem Unterrichtsfach hoch gelobt. Die Partei, die Partei, die hat immer Recht. Das können wir bald wieder singen - die Grünen natürlich. Was das Ganze nun eigentlich mit der Berufswahl zu tun hat - das ist doch ein Rätsel.

Antihomophobie- Unterricht,

Grüne/Rote wollen jetzt an allen Schulenin BaWü den fachübergreifenden „Antihomophobie-Unterricht, „Bildungsplan“ genannt, einführen. Dieser soll u. a. bewirken, dass keiner mehr „Schwule Sau“ zu einem anderen auf dem Schulhof sagt, so Landesvater Kretschmann. Dies scheint Kretschmanns Hauptargument im Kampf gegen Homophobie zu sein. (Vielleicht kann dieses Schimpfwort in „Homosexuelles Eichhörnchen umbenannt werden.)

Es ist aber hinreichend bekannt, mit welchen Attributen Andersdenkende von der Regierung und nicht zuletzt von allen Medien belegt werden. Dies ist eine brutale Hetze gegen diese ach so bösen Petenten! Die Schüler sollen also dahinter kommen und erkennen, welche sexuelle Orientierung sie haben, schwul, lesbisch, bi oder sonst was noch. Dies soll eines der Lernziele für die Kinder sein. Sogar in der Mathematik soll dieses Thema behandelt werden. Denken die Politiker in der Koalition etwa, dass Homosexualität angeboren ist – oder in der Familie anerzogen wurde?

Da schwirren doch die verwegensten Theorien herum. Die Genderismus-Anhänger sagen ja bekanntlich, dass nicht das biologische Geschlecht einen Menschen zu Frau oder Mann macht, sondern die Erziehung. Von Hause aus sollen alle Menschen gleich sein. Wenn also ein Junge wie ein Mädchen erzogen wird, würde sich der Bub als Mädchen fühlen – und das gilt dann auch umgekehrt. Biologische, anatomische, hormonelle und psychische Unterschiede werden dabei geleugnet. Und welcher normal denkende Mensch wird sein Kind zur Homosexualität erziehen? So werden die Menschen absichtlich belogen und verdummt.

Der Genderismus lehrt auch, dass jemand seine sexuelle Präferenz im Laufe seines Lebens wechseln kann. Dies gibt es in der Tat. Da werden verheiratete Männer oder auch Frauen, die Kinder haben, schwul oder lesbisch. Es gibt ja die Geschichte von Max: Max war ein netter Mann, der eine hübsche junge Frau heiratete. Im Lauf ihrer Ehe wurden ihnen zwei Kinder geboren. Irgendwann fühlte sich dann Max von Männern angezogen. Er wurde schwul und verband sich mit einem Homosexuellen. Max war dabei der Dominante – also der Mann. Nun fühlte sich Max nach gewisser Zeit als „lesbische Frau“ und wurde vom weiblichen Geschlecht angezogen. Wie das weiterging entzieht sich nun leider meiner Kenntnis. (es darf geschmunzelt werden).

Dass aber auch ein Schwuler zu einer normalen Ehe finden kann, belegt ein Lebensbericht (http://www.homosexualitaet-veraenderung.de/lebensberichte/michael-glatze-nicht-mehr-schwul). Viele Schwule behaupten nun, dass Homosexualität angeboren sei, manche weisen sogar auf eine genetische Ursache hin. Allerdings wurde dieses Gen bis jetzt noch nicht gefunden. Falls es je einmal entdeckt werden sollte, geschieht dann vielleicht Ähnliches wie bei dem Trisomie/Down Syndrom? Diese Kinder werden ja heute zumeist als behindert abgetrieben.

Was wir heute erleben ist eine konzertierte Aktion derer, welche die normalen und göttlichen Ordnungen zu Grabe tragen wollen. Leider sind da auch die Kirchen am Mitwirken. Zerstört werden dabei die Familien und die Seelen der Kinder! Es ist angebracht und legitim, sich dagegen zur Wehr zu setzen! Wann endlich wachen denn die Menschen bei uns auf? Mittlerweile haben 144.500 (19.01.2014) Petenten unterschrieben. Nach Aussage von Kretschmann tut dies aber für den Plan von Grün/Rot nichts zu Sache!