Pädagogik im Zeitalter der Globalisierung, Wertediffusion und Pluralisierung


29.09.10

Pädagogik im Zeitalter der Globalisierung, Wertediffusion und Pluralisierung

Symposium der Universität Bamberg über "Pädagogik zwischen Heterogenitätskompetenz und Normierungsperformanz"

(MEDRUM) Der Lehrstuhl für Pädagogik der Universität Bamberg behandelt auf einem Symposium am 8. Oktober Fragen zur Gestaltung der Pädagogik im Zeitalter postmoderner Vielfalt, der Globalisierung, Wertediffusion und Pluralisierung. Am Ende des Symposiums soll eine Resolution des Bamberger Aktionsrates für Bildung (BAB) verabschiedet werden.

Wird Pädagogik zum Erfüllungsgehilfen beliebter Interessen und produziert das "Erschöpfte Selbst" oder ist Innehalten geboten, vielleicht auch eine neue Wende bereits eingeleitet? Diese Fragen sollen im Zentrum des Symposiums stehen.

Der Veranstalter hat das Symposium unter die Überschrift "Pädagogik zwischen Heterogenitätskompetenz und Normierungsperformanz" gestellt. Die Pole, zwischen denen Pädagogik handeln muß, beschreibt er mit den Worten:

Pisa- und Bologna-Prozess, „Bildungsstandards", reformpädagogische „Normalisation" und normativistische Messbarkeitspostulate einer sog. „Empirischen Bildungsforschung", die nicht einmal das Niveau eines „Ausbildungsreports" erreicht, versus postmoderne Vielfalt, Globalisierung, Wertediffusion, Pluralisierung von Lebensweisen, Diversion und Differenz, Heterogenität und Integration, Freiheit oder Monopol des Marktes spiegeln einerseits Normierungszwänge, andererseits Optionsvielfalt im Spannungsfeld von Normalität und Abweichung, Verhaltensnormierung und Verhaltensoriginalität, Normativität und Kreativität, und münden regelmäßig in Appelle an die Pädagogik, jeweils handelnd, d.h. intervenierend identifizierte Problembereiche einer gesellschaftlichen Passung zuzuführen.

Daraus leitet er folgende Fragestellungen ab:

  • Wird Pädagogik damit zum Erfüllungsgehilfen beliebiger, pluraler und globaler Interessen und produziert „das erschöpfte Selbst"?
  • Trägt sie das Risiko eines Verlusts von Professionalität zugunsten beruflichen Handelns nach disziplinexternen Regeln?
  • Kann sich Pädagogik mit der „Optimierung des autonomen Selbst" begnügen oder gar mit der Delegation normativer Fragen an eine grassierende Therapeutik oder heillos überforderte Justiz als ultimativem Normenbenefiziar mit unbeschränkter Deutungshoheit und -gewalt?
  • Ist das Innehalten der Pädagogik, als Vor- und Nachdenken über Pädagogik, im Zeitalter des verflüssigten Turbokapitalismus noch geboten?
  • Gibt es gar bereits eine neue "Wende" der Pädagogik?

Das Symposium wird sich in den Zentren dieser Fragen durch Hinwendung zu aktuell diskutierten Themen bewegen. Es wendet sich an mündige Menschen mit dem Ziel, das Projekt des Menschen-Möglichen auszuloten.

Information über Programm / Anmeldung → Pädagogik zwischen Heterogenitätskompetenz und Normierungsperformanz