Maybrit Illner: Kinder in die Krippe ... Mütter in die Produktion?


22.11.12

Maybrit Illner: Kinder in die Krippe ... Mütter in die Produktion? (22.15 Uhr)

Beitrag zum "Politischen Krippen-Spiel" über Sinn und Unsinn in der Betreuung von Kleinkindern im ZDF

(MEDRUM) Die Debatte um das Thema "Krippenbetreuung und/oder Betreuungsgeld" nimmt kein Ende. Heute Abend will Maybritt Illner in ihrem Polit-Talk über das Thema sprechen. Mit dabei: Die Familienministerin Kristina Schröder und Katrin Göring-Eckardt von Bündnis90/Die Grünen, die ihr Kirchenamt als Präses der Synode der EKD bis zum Ende des Bundestagswahlkampfes ruhen lassen will.

Eigentlich sind die Messen schon gelesen. Denn der Bundestag hat das Betreuungsgeld bereits verabschiedet. Wozu also noch weiter in Talkrunden streiten? Eine mögliche Antwort findet, wer auf den erklärten Willen von SPD und Grünen sieht. Denn beide wollen das Betreuungsgeld bei einem Wahlsieg wieder abschaffen und haben angekündigt, sogar das Bundesverfassungsgericht anrufen zu wollen. Illner kann also durchaus sagen, das Thema, das seit nunmehr vielen Jahren immer wieder Politik und Lobbyisten auf den Plan ruft (MEDRUM 2008: Frauen an die Fließbänder, Supermarktkassen und in die Büros), sei unverändert aktuell.

2008 forderte bereits der EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla, dass sich Frauen in Deutschland weniger um Kinder und Familie kümmern und stattdessen mehr arbeiten gehen. Die niedrige Erwerbsquote sei nicht länger akzeptabel, so Spidla. Doch gegen eine solche Bevormundung wenden sich die Befürworter des Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst erziehen wollen. Verständlich also, wenn es in der Ankündigung zur Sendung im ZDF heißt: "Betreuungsgeld, Kita-Plätze, Betreuungszeiten für Großeltern - ein "politisches Krippen-Spiel" können derzeit Mütter und Väter erleben. Selten war eine Debatte emotional so aufgeladen. Ein politischer Konflikt - und bei vielen Familien auch ein sehr privater, eine Art "Glaubenskrieg". Kita oder Betreuungsgeld - welche Wahlfreiheit haben Mütter wirklich? Wird sich das Betreuungsangebot in Deutschland nachhaltig ändern? Und was ist für Kinder eigentlich das Beste?

Als Gäste sind angekündigt:

  • Kristina Schröder (CDU), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2013 und bislang Präses der Synode der EKD, Gegnerin des Betreuungsgeldes
  • Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin der Initiative Familienschutz und Mutter, plädiert für das Betreuungsgeld
  • Heinz Buschkowsky (SPD), Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Gegner des Betreuungsgeldes
  • Barbara Hahlweg, ZDF-Moderatorin u.a. "ML Mona Lisa", Mutter von 3 Töchtern, Gegnerin des Betreuungsgeldes

Eine pikante Entwicklung zum geschaffenen Rechtsanspruch auf einen Kinder-Betreuungsplatz: Michael Ebling, der SPD-Oberbürgermeister der Stadt Mainz, will in einem Rechtsstreit um Schadenersatz für einen fehlenden Kindergartenplatz vor das Bundesverwaltungsgericht Leipzig gehen. Ein Mutter, die trotz Rechtsanspruchs keinen Krippenplatz erhalten hatte, will Ersatz für die Kosten eines privaten Betreuungsplatzes und war vor Gericht erfolgreich. Im SPD-regierten Rheinland-Pfalz haben Eltern derzeit schon einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab zwei Jahren.

Weitere Information zur Sendung: maybritillner.zdf.de

Gedanken zur Rolle der Frau: Zur Rolle der Frau


09.06.08 Frauen an die Fließbänder, Supermarktkassen und in die Büros MEDRUM

Leserbriefe

Stellungskrieg

Die Fronten sind festgefahren und so ist nicht davon auszugehen, dass sich in der Einsicht der Beteiligten etwas wesentliches ändern wird. Zumal eine massive Politisierung über das Betreuungsgeld stattgefunden hat. Auf der einen Seite diejenigen, die voll auf den Arbeitsmarkt und die Karriere von Frauen setzen und auf der anderen Seite diejenigen, die elterliche Rechte und Familie, letztendlich auch das Recht der Kinder auf ihre Eltern im Sinn haben. Dass die letzteren wesentliche Erziehungsaufgaben für den Erhalt unserer Gesellschaft leisten wollen, liegt auf der Hand. Was aber bleibt den Gegnern des Erziehungsgeldes? Eine ideologische Propaganda, die darauf aufbaut, dass das diffuse Bild der Gleichberechtigung Wählerstimmen bringt. Dass viele Frauen die maßlose Überforderung durch Beruf, Haushalt und Familie schon längst an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit geraten sind, wird hoffentlich irgendwann bei allen ankommen sein.

Nur eine Krippe?

Als ich die Headline "Politisches Krippenspiel" las, musste ich daran denken, dass Maria und Josef keine Herberge fanden. Letztlich wurde ihnen ein Stall angeboten, und der Sohn Gottes, Jesus Christus, wurde dort in eine Krippe gelegt. Er war und ist der König der Könige und der Herr der Herren. Doch Er fand damals keinen angemessenen Raum und heute?

Es ist zwar nur ein ganz geringer Vergleich. Aber für Kinder SOLL auch kein angemessener Raum mehr in unserer Gesellschaft sein, obwohl es nur noch so wenige gibt und millionenfach Kinder bereits im Mutterleib getötet werden. Für Kinder soll nur noch eine "Krippe" da sein, mehr nicht. Da geht es den meisten (kleinen) Hunden doch viel besser. Wie oft habe ich schon gehört: Wir haben uns einen kleinen Hund angeschafft, jetzt kann ich aber nicht mehr voll berufstätig sein ..... Mehr Raum für einen Hund als für ein Kind? Die Bibel sagt, dass am Ende der Zeiten, also vor Jesu Wiederkunft, die Liebe in den meisten erkalten wird. Die Krippenpolitik ist in meinen Augen ein Zeichen für total ERKALTETE LIEBE!

Keine guten Erwartungen

Eine wahrhaft "ausgewogene" Besetzung der Diskussionsteilnehmer, das lässt nichts Gutes erwarten. Frau von Beverfoerde wird einen schweren Stand haben.

Keine guten Erwartungen

Als Christen können wir nur für ein glaubwürdiges Zeugnis für die Betreuung zu Hause beten. Und praktisch fühle ich mich in die DDR zurückversetzt - Widerstand im täglichen Leben so gut es geht leisten - und übrigens- keines unserer vier in der DDR geborenen Kinder hat die Krippe besucht, obwohl die Frauen auch arbeiten sollten, Familien haben sich untereinander mit Kleidung usw. geholfen, damit das Geld trotzdem gereicht hat. Vielleicht sollten wir manche gute Gewohnheit und Bequemlichkeit doch wieder aufgeben und als Familien mehr Zeit füreinander und miteinander haben???

Ausgewogene Diskussionsrunde

In der "Diskussionsrunde" sorgte Illner dafür, dasss jeder ausgewogen seinen Standpunkt darlegen durfte. Beverfoerde hatte starke Unterstützung durch Kristina Schröder, die nachvollziehbar einen Lernprozess bei sich schilderte. Nur eine echte Diskussion gab es nicht, weil die Runde in einem zu starren Konzept hing und von Thema zu Thema hechtete. So kam etwa nicht zur Sprache, das Wissenschaftler wie Böhm oder Juul auch gerade aufgrund der NICHD-Studie die sog. Bildung in Krippen für vernachlässigbar halten, weil dadurch viel größere emotionale Schäden erkauft werden, die bis in die Pubertät nachgewiesen wurden. → www.facebook.com/SexNeedsCulture

Eigenes Einkommen von Frauen nicht verzichtbar

Wieso habe ich immer wieder das Gefühl, dass von interessierter, katholischer Seite ein eigenes Einkommen von Frauen mit Kindern unter allen Umständen verhindert werden muss, oder zumindest so erschwert werden soll, dass Frauen die Erarbeitung der eigenen Rente, der eigenen Krankenversicherung und natürlich des eigenen Einkommens fast unmöglich gemacht wird; natürlich zusätzlich zu den viel zu wenigen Kinderbetreungsmöglichkeiten. Wollen Katholiken mit den Forderungen nach einem Betreuungsgeld den Ausbau von Kinderbetreuung verzögern, oder gar unmöglich machen? Das Gerede von angeblicher Chancengleichheit ist doch lächerlich. Das Betreuungsgeld kann niemals ein eigenes Einkommen, eine eigene Krankenverischerung oder eigene Rente aufwiegen, ergänzen oder gar ersetzen. Es ist eine Beleidigung für jede Mutter, die ihr und ihrer Kinder Leben ohne die Hilfe anderer hinkriegen muss.

Massive Störungen durch frühe Krippenbetreuung

Die Bedürfnisse der Hauptbetroffenen, der Kleinstkinder, wurden kaum artikuliert So toll sind Krippen für 0 - 3jährige Kleinstkinder nicht, für die seltsamerweise linke und gewerkschaftsnahe Parteien als auch Wirtschaftslobbyisten (Arbeitgeberpräsident HUNDT; Präsident von Gesamtmetall Dulger) wie wild trommeln. Ausgerechnet diejenigen Parteien, die sich für die Schwachen einsetzen wollen, argumentieren reflexhaft gegen das Betreuungsgeld und treffen damit die Schwächsten der Gesellschaft. Die Krippe scheint vielmehr eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu befüchtender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge "learned helpnessless" und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung. Ein wichtiger Unterschied zwischen Tier und Mensch ist die Sprache auch als Basis des Denkens. Mangelnde primäre (besonders 0- 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung. Dadurch ist zu erwarten, dass die wichtigste Resource, welche unser Volk besitzt, nur ungenügend sprachlich und kognitiv entwickelt geerntet wird. (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5-6 Jahren (Gründe: Zunahme Tagesmütter: 2006 ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro). Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache? Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten (siehe "Vergewaltigung der menschlichen Identität; über die Irrtümer der Gender-Ideologie")