"Love Würzburg" in der Kritik


17.11.15

"Love Würzburg" in der Kritik

Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hält Glaubensbild für unterschiedlich

(MEDRUM) Der Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für neue religiöse und geistige Strömungen, Kirchenrat Haringke Fugmann (Bayreuth), hat an der Evangelisationsveranstaltung "Love Würzburg" massive Kritik geübt.  „Das Glaubensbild entspricht nicht dem der evangelischen Kirche“, sagte Fugmann dem Pressedienst der Nachrichtenagentur idea zufolge (idea/16.11.2015).

Drei evangelistische Abende vom 27. bis 29. November

Mehrere Gruppen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Freie evangelische Gemeinde, die Vineyard-Gemeinde und die Studentenarbeit des Missionswerks Campus für Christus, haben zu drei evangelistischen Abenden vom 27. bis 29. November in die städtische s.Oliver-Arena eingeladen. Die Veranstalter rechnen mit jeweils über 2.000 Gästen.

Unterschied zum Glaubensbild der evangelischen Kirche

Nach Ansicht Fugmanns richten sich Veranstaltungen wie „Love Würzburg“ an Menschen, „die ihren christlichen Glauben auch fühlen wollen“. Dabei werde ein Glaubensbild vermittelt, das nicht dem der evangelischen Kirche entspricht. „Wenn das erlebte Hochgefühl, das bei solchen Veranstaltungen durch die Anwesenheit des Heiligen Geistes ausgelöst worden sein soll, einige Zeit später verebbt, wird das unter Umständen in einer Art und Weise gedeutet, die belastend sein kann“, sagte Fugmann dem Evangelischen Pressedienst. Beispielsweise könnten die Betroffenen meinen, sie seien von Dämonen besessen oder der Heilige Geist habe sie verlassen. Fugmann rät den Besuchern, „den kritischen Verstand nicht an der Garderobe abzugeben“.

Veranstalter: Wir wollen kein Hochgefühl vermitteln
Der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von „Love Würzburg“, Markus Bloch, wies gegenüber idea den Eindruck zurück, die Evangelisation wolle ein Hochgefühl vermitteln. Bloch stellte klar, die Veranstalter wollten „dazu beitragen, dass Gott Menschen verändern kann“. Dieses Ziel werde „offen und transparent“ benannt. Kirchenrat Fugmann unterstelle den Veranstaltern unlautere Motive.  „Auf uns wirken die Vorwürfe so, dass aus irgendeiner Angst heraus Vorurteile verbreitet werden“, so Bloch.

Information über Love Würzburg: http://love-wuerzburg.de/


Leserbriefe

Ein offenes Wort

Man muss Walter Heidenreich als Redner nicht mögen, man muss rockigen Lobpreis nicht mögen, man muss Evangelisationen mit Eventcharakter nicht mögen. Mir als evang.-lutherischem Normalchristen ist mein traditioneller Gottesdienst mit unserem gläubigen Pfarrer und den Chorälen einfach lieber. Was mir aber den Kamm schwellen lässt, ist die Tatsache, dass man von sog. Weltanschauungsbeauftragten kaum etwas hört:

  • Wenn Muslime morden, hat das nichts mit dem Islam zu tun.
  • Wenn ein bayerischer Pfarrer sich offen zum Schamanismus bekennt, darf man nicht so eng sein, eine Reaktion zu erwarten.
  • Aber wenn engagierte Christen sich zusammentun und den Job machen, den die Kirche gefälligst zu erledigen hätte, nämlich andere Menschen für Jesus zu gewinnen, da lässt sich der Sektenjäger vernehmen?

Ich fasse es nicht!! Ich spende nur noch für die eigene Gemeinde und fromme Projekte. Schon an der Kollekte gehe ich achtlos vorbei. Schlimm genug, dass von meiner Kirchensteuer die Verfolgung evangelistischer Christen finanziert wird!