Lehrerin an den SWR: Medienvertreter dürfen nicht zum Spielball grüner Ideologie werden


05.01.14

Lehrerin an den SWR: Medienvertreter dürfen nicht zum Spielball grüner Ideologie werden

Reaktion zur "einseitigen" Berichterstattung des SWR über die Petition "Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens"

(MEDRUM) Die Berichterstattung des Senders "SWR1 Baden-Württemberg" über die Petition gegen eine "Bildungsreform 2015 unter der Ideologie des Regensbogens" hat zu zahlreichen Reaktionen geführt. So hat sich eine Lehrerin an den SWR gewandt und die Berichterstattung in einer Wortmeldung als "einseitig" zurückgewiesen. Ernstzunehmende, aktive Staatsbürger dürften nicht in die rechte extremistische Ecke abgeschoben werden, lautet ihre klare Aufforderung. Auch das Forum deutscher Katholiken hat sich zu Wort gemeldet.

SWR soll Respekt vor Überzeugungen aktiver Staatsbürger zeigen

Die Lehrerin stellt in einem Schreiben an den SWR klar, dass sie als eine Unterzeichnerin der Petition weder religiösem noch rechtem Extremismus nahesteht und sich als Lehrerin, die der evangelischen Landeskirche angehört, von derartigen Bestrebungen distanziert. Sie hält es für unangebracht, Kinder in der Schule mit Fragen der sexuellen Ausrichtung zu konfrontieren und dadurch mehr zu verunsichern als sie in ihrer weiblichen oder männlichen Identität zu bestätigen und ihnen zur Beziehungsfähigkeit zu verhelfen. Die Gefahr der Ausgrenzung besteht nach ihrer Erfahrung weniger auf sexuellem, sondern auf ganz anderen Gebieten. Sie nennt Faktoren wie soziale Schicht, auffälliges Verhalten/Umgangformen, Egoismus, Sprachbarrieren, Fettleibigkeit oder Äußerlichkeiten wie z.B. Brille, Frisur, körperliche Einschränkungen bzw. ein altmodischer, billiger oder verwahrloster Kleidungsstil. Diese Themen stünden nicht explizit im Lehrplan. "Ist das unserer Landesregierung nicht wichtig?", so die Lehrerin, die den SWR auffordert, ernstzunehmende, aktive Staatsbürger, die ihre eigene Überzeugung vertreten, nicht in die rechte Ecke abzuschieben, sondern Respekt zu zeigen. Sonst machten sich Medienvertreter zum Spielball grüner Ideologie, so das Fazit der Lehrerin.

MEDRUM dokumentiert die Stellungnahme der Lehrerin an den SWR:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben in der "Landesschau aktuell" über die o.g. Petition berichtet. Da ich eine der Unterzeichnerinnen bin, melde ich mich kurz zu Wort.

Ich finde es unverschämt, dass Sie zu diesem Thema, von dem sich so viele MitbürgerInnen betroffen bzw. angesprochen fühlen (was die große Zahl der Unterstützungsunterschriften nahelegt!), so einseitig berichten.

Die grüne Gender-Ideologie ist (nur) EINE Meinung - viel mehr ideologisch als wissenschaftlich-fundiert motiviert, die gegen den geäußerten "gesunden Menschenverstand" so vieler BürgerInnen keinen Absolutheitsanspruch erheben darf, nur weil die Grünen derzeit politische Macht ausüben! Ich spreche hier in meiner Überzeugung als Grundschullehrerin und distanziere mich von jedem religiösen bzw. Rechtsextremismus, mit dem ich nichts zu tun habe (ich gehöre der evang. Landeskirche an).

Ich wehre mich aber entschieden dagegen, Kinder mit Themen einseitig zu indoktrinieren, die sie im Grundschulalter weder interessieren noch allgemein betreffen, sondern - in der Gesamtheit gesehen - eher irritieren und verunsichern! Jedes Kind hat eine biologische Mutter und einen biologischen Vater - kein homosexuelles Paar bekommt Kinder! Und jedes Kind wünscht sich verlässliche Eltern, die Beziehungsfähigkeit und Respekt vorleben. Die Tatsache, dass es menschliches Beziehungsversagen gibt, kann nicht Grundlage unseres Bildungssystems werden müssen.

Im Gegenteil ist es unsere Verantwortung als Erziehungspersonen, Kinder zur Beziehungsfähigkeit zu verhelfen und sie in ihrer weiblichen bzw. männlichen Identität zu bestätigen und zu ermutigen, damit sie ihr vielfältiges Potential ausschöpfen und glücklich werden können. Genau diese Ermutigung der Eltern bzw. Bezugspersonen in Form der positiven Bestätigung als Mädchen oder Junge haben viele später homosexuell empfindende Menschen nämlich in ihrer eigenen Kindheit schmerzlich vermisst, wie ich aus vielen Biografien weiß.

Wir achten und respektieren als Lehrpersonen jedes Kind in seiner Art und fördern das Zusammenleben in der Klasse. Und die Gefahr der Ausgrenzung besteht in der Grundschule wie auch in den meisten weiterführenden Schulen meiner Beobachtung nach NICHT durch die sexuelle Ausrichtung eines Kindes (Sexualität als solche ist für die meisten Grundschulkinder ohnehin kein Thema, sondern wird eher durch ältere Geschwister, tabulose Eltern, Filme oder andere Medien evtl. gegen ihren Willen an sie herangetragen), sondern vielmehr durch Faktoren wie soziale Schicht, auffälliges Verhalten/Umgangformen, Egoismus, Sprachbarrieren, Fettleibigkeit oder Äußerlichkeiten wie z.B. Brille, Frisur, körperliche Einschränkungen bzw. ein altmodischer, billiger oder verwahrloster Kleidungsstil. Stehen diese Themen explizit im Lehrplan? Ist das unserer Landesregierung nicht wichtig?

Wenn Sie sich die Mühe machen, einige der Anmerkungen zu lesen, die die Unterzeichner der Petition angefügt haben, wird sich herausstellen, dass die meisten UnterstützerInnen völlig ernstzunehmende aktive Staatsbürger sind, die Sie nicht in eine rechte extremistische Ecke abschieben können! Deshalb erwarte ich für kommende Berichterstattungen eine faire Recherche und den Respekt vor ernstzunehmenden Überzeugungen einer wesentlichen Bevölkerungsgruppe. Sonst machen Sie sich als Medienvertreter zu einem Spielball grüner Ideologie.

Vielen Dank für Ihr Verständnis."

Wie MEDRUM in einer Analyse von Kommentaren zur Petition unter der Fragestellung "Skandalöser Regenbogen-Journalismus beim SWR?" zuvor aufzeigte, hatte der SWR1 in einem Sendebeitrag fälschlicher Weise behauptet, die Petition werde vor allem aus evangelikal-freikirchlichen sowie rechtsextremistischen Kreisen unterstützt. Ein repräsentativer Querschnitt von Kommentaren belegte das Gegenteil.

Weckruf an den SWR

Die Forderung der Lehrerin an die Medienvertreter, sich nicht zum Spielball "grüner Ideologie" zu machen, ist nicht grundlos, wie eine Rede von Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts, zeigt. Er reflektierte in einer selbstkritischen Rede im November 2013 über den Journalismus heutiger Tage und stellte unter anderem dazu fest: "Wir haben uns mit der Politik gemein gemacht. Nicht wenige politische Redakteure pilgern zu den Flachbauten der Parteipolitik als handele es sich um Kathedralen. Man sieht sich in einer Bedeutungskoalition mit den Parteigrößen. Deren Niedergang wird als der eigene erlebt – und deshalb weich gezeichnet. Es kam zu einer Synchronisierung der Interessen. ... Die Demutshaltung gegenüber den Mächtigen gehört verboten. ... Es findet täglich ein lautloser Aufstand der Mündigen, der Selbstbewussten, der Aufgeklärten statt, die den medialen Frontalunterricht – die Redaktion belehrt, der Leser lauscht andächtig – als unzeitgemäß und auch als undemokratisch ablehnen. ... Wenn wir eine Koalition schmieden wollen, dann die mit unseren aufmüpfigen und engagierten Leserinnen und Lesern. Ihr Aufbegehren ist unser Weckruf."

Im Sinne von Gabor Steingarts Appell ist zu hoffen, dass das Aufbegehren der engagierten Lehrerin vom SWR als Weckruf aufgenommen wird.

Appell des Forums Deutscher Katholiken

Dass das pädagogische Anliegen der hier zu Wort kommenden, der evangelischen Landeskirche angehörenden Lehrerin auch von vielen Katholiken geteilt wird, geht unter anderem aus einer Stellungnahme des Forums Deutscher Katholiken hervor, die MEDRUM vorliegt. Darin heißt es: Unter dem Vorwand der rechtlichen Gleichstellung der Geschlechter werden geschlechtsbedingte Unterschiede eingeebnet und Ehe und Familie als die eine Gesellschaft tragende Struktur zerstört und die Schöpfungsordnung und die Vorgaben der Natur missachtet. Das Forum Deutscher Katholiken ruft alle Bürger auf, im Interesse unserer Kinder und der Gesellschaft gegen diese Pläne ihren Protest einzubringen!

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Online-Unterzeichnung: Mehr als 47.000 Unterstützer

Information über die Petition im Internet: bildungsplan2015.de/die-petition

Dort besteht die Möglichkeit, die Petition online zu unterzeichnen:

 → "Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens".

Mittlerweile haben sich 47.396 Bürger in die Unterstützerliste eingetragen. Die Initiatoren wollen möglichst 100.000 Unterstützer erreichen. 23 Tage stehen dafür noch zur Verfügung.


03.01.14 Skandalöser Regenbogen-Journalismus beim SWR? MEDRUM

Leserbriefe

Allerhöchste Zeit, grüne Gender-Ideologie zu stoppen

Der Lehrerin vielen Dank für den Brief an den SWR. Viele Bürger werden diesem Brief volle Zustimmung geben, wie er auch voll und ganz meinem Denken entspricht. Der Brief läßt die eigentliche Absicht erkennen, was die Regierung Baden Würtembergs mit diesem Bildungsplan beabsichtigt. Es ist allerhöchste Zeit die grüne Gender-Ideologie zu stoppen. Nochmal vielen Dank.

Ich schließe mich vorbehaltlos an

Ich finde den Leserbrief der Lehrerin voll in Ordnung und schließe mich dem vorbehaltlos an. Vielen Dank.

Meinen tiefempfundenen Dank

Meinen tiefempfundenen Dank an die engagierte Lehrerin! Wie einfach ist es, andersdenkende Menschen in die rechte Ecke zu drängen. Ich kenne viele Leute, die z.Z. Deutschland verlassen und habe nicht übel Lust, dasselbe zu tun. Von meinen alten Eltern weiß ich, daß es schon einmal eine Gesinnungsdiktatur in Deutschland gab. Also: Wehret den Anfängen! Herzlichst Maria Horatz

Danke der mutigen Lehrerin

Es ist ja kein christlicher Spruch, aber er stimmt wohl doch. Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt. Danke der mutigen Lehrerin. Das da wohl ein "Schock" bei den Redakteuren durchging, beweist, dass sie heftig an ihrer Meldung was geändert haben. Aber natürlich nicht etwa schrieben: sorry, wir lagen hier wohl falsch. Einfach gestrichen. Kommt das nicht bekannt vor?

Abstimmen Regenbogen

Liebe Geschwister in Deutschland,

gerne würde ich, aber ich darf nicht abstimmen. Nun ich lege Eure Angelegenheit ins Gebet und leide mit Euch. Seid mutig und stark wie Josua.

Liebe Grüsse und Gottes Segen aus der Schweiz. Gerda