Holocaust-Leugner gibt Video-Interview am 1. Juli in London


11.07.09

Holocaust-Leugner gibt Video-Interview im Juni in London

Williamson unverändert auf freiem Fuß und nicht an Deutschland ausgeliefert

(MEDRUM) Richard Williamson, der Anfang 2009 in Deutschland ein Interview gab, in dem er den Holocaust leugnete, ist noch nicht verhaftet. Er gab im Juni in London ein Video-Interview und nahm Stellung zu Fragen der Katholischen Kirche und seiner Einschätzung des II. Vatikanischen Konzils.

Richard Williamson löste einen Sturm des Protestes aus, als er im Januar 2009 in Deutschland den Holocaust leugnete und der Katholischen Kirche schweren Schaden zufügte, weil er zu den vier Lefebvre-Bischöfen gehört, für die Papst Benedikt am gleichen Tage die Exkommunikation aufgehoben hatte, als die Leugnung des Holocausts im schwedischen Fernsehen erschien.

Die Leugnung des Holocaust wird in Deutschland als Straftat verfolgt. Deswegen ermittelte die Regensburger Staatsanwaltschaft. Die Bundesjustizministerin sprach davon, dass es möglich sei, einen deutschen EU-Haftbefehl zu erlassen, um Richard Williamson für seine Äußerungen zur Rechenschaft zu ziehen. Um Williamson in Deutschland vor Gericht stellen zu können, hätte er nach seiner Rückkehr von Argentinien nach Londen verhaftet und an Deutschland ausgeliefert werden müssen. Wie das Interview von Williamson zeigt, das am 1. Juli veröffentlicht wurde, befindet er sich unverändet auf freiem Fuß. Der abtrünnige Geistliche habe sich in guter geistiger Verfassung befunden, heißt es auf der Webseite "truerestoration.blogspot.com'.

Williamson machte im jetzigen Interview aus seiner Überzeugung keinen Hehl, dass die Mehrheit der abtrünnigen Pius-Brüder das II. Konzil ablehne. Oberflächlich betrachtet erscheinen große Teile der Konzilsdokumente in Ordnung. Man dürfe aber nicht tief graben. Sie enthalten nach seiner Auffassung zu viele Zweideutigkeiten. Eine Hinwendung zum Konziliarismus sei Verrat am Glauben und kompromittiere die katholische Tradition. Man müsse das gesamte Konzil wegwerfen wie man einen Kuchen nicht esse, sondern wegwerfe, wenn Teile des Kuchens vergiftet seien.

Eine zweites Video wurde für die nächsten Wochen angekündigt.

-> Video Interview with Bishop Richard Williamson in London, June 2009, Part I

True Restoration gehört zu einem amerikanischen Verlag, der sich zum Selbstverständnis der Römisch-Katholischen Kirche vor dem II. Vatikanischen Konzil bekennt und katholische Autoren wie Richard Williamson publiziert. Der Verlag hat vier Bände "Letters from the Rector of St. Thomas Aquinas Seminary" herausgegeben, deren Autor Richard Williamson ist.


MEDRUM-Artikel -> Wird Richard Williamson verurteilt?


Leserbriefe

Williamson hat nicht den

Williamson hat nicht den Massenmord an den Juden durch die Nationalsozialisten geleugnet, sondern er hat die Gaskammern als maßgebliches Instrument desselben angezweifelt. Er hat nicht die Anzahl der ermordeten Juden angezweifelt, sondern die Zahl der durch Gaskammern zu Tode gebrachten Juden. Auch wenn das dumm und unschön ist, die Leugnung eines Völkermordes ist etwas anderes als der geäußerte Zweifel über die Art und Weise wie derselbe stattgefunden hat. Der Begriff Holocaust ist überdies auch nicht zutreffend. Holocaust ist ein religiöser Begriff und bedeutet Ganzopfer. Die Juden haben sich aber nicht geopfert, sondern sind aus ideologischen Gründen ermordet worden; mit diesem Massenmord am jüdischen Volk wurde keine stellvertretende Sühnung für Dritte bewirkt, wie das für ein Opfer charakteristisch ist. Der Völkermord war vielmehr ein grausames Verbrechen auf der Grundlage einer Ideologie des Bösen. Auch wenn der Begriff, aus welchen Gründen auch immer Eingang in die Geschichte gefunden hat. Er passt nicht. Es handelt sich um einen religiösen Begriff und gibt dem Ereignis einen religiösen Charakter den es nicht hat. Die Gefahr dieser religiösen Überhöhung besteht auch ganz real.

Es ist Kennzeichen von Tyranneien, einen Mann in seinem Heimatland festnehmen und in ein anders Land ausliefern zu wollen, damit er dann bestraft werden kann, für eine Tat , die in seinem Heimatland nicht strafbar ist. Der EU-Haftbefehl ist in dieser Form nicht wirksam, weil der EU-Vertrag Gott sei Dank bisher nicht in Kraft getreten ist (und hoffentlich auch nie in Kraft treten wird). Nicht Bischof Williamson sollte bestraft werden, sondern Frau Zypries sollte zum Rücktritt von ihrem Amt gezwungen werden. Wer Recht und Gesetz so versucht zu mißbrauchen, wer den Rechtsstaat auf diese Weise versucht zu zerstören, warum ist der Justizminister der Bundesrepublik Deutschland? Das einzige was der Bürger von Frau Zypries hört und sieht ist ihr abgrundtiefer Hass, den sie über all diejenigen ausschüttet, die sich nicht ihrer "Ideologie" unterwerfen wollen: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1246046505843 Christen setzt sie mit Rechtsradikalen gleich und verlangt staatliche Verfolgung. Herr Williams ist nicht gefährlich, auch wenn das was er gesagt hat falsch und abstoßend war. Von der katholischen Kirche ging der Völkermord an den Juden nicht aus und von dort wird auch in Zukunft keine Ideologie ausgehen, die etwas Ähnliches vor hat. Vor Frau Zypries und ihresgleichen müssen heute nicht nur solche Personen wie Williamson, sondern auch unbescholtene Menschen, die der Ideologie des neuen Systems nicht bereitwillig folgen, wieder Angst haben. Sie strebt gesetzliche Regelungen an um dieselben von Rechts wegen verflogen zu können.