Gorber-Kinder müssen Schikanen und Demütigungen ertragen


29.08.08

Gorber-Kinder müssen Schikanen und Demütigungen ertragen

(MEDRUM) Tägliche Schikanen vor Schulbeginn erleidet eine Tochter der Gorber-Familie aus Überlingen, die seit Anfang des Jahres auf Veranlassung des Jugendamtes gegen ihren Willen und den Willen ihrer Eltern in einem Kinder- und Jugendheim untergebracht ist. Das ist die schmerzliche Nachricht, die Mutter Gorber nun von ihrer Tochter erfahren hat.

Die Unterbringung in einem Kinderheim ist in vielen Fällen unvermeidlich, weil Kinder vor solchen Eltern in Schutz genommen werden müssen, die ihre Kinder verwahrlosen lassen, ihnen Gewalt antun, sie sexuell mißbrauchen oder durch andere Missetaten das Wohl ihrer Kinder gefährden. Solche Kinder sind meist froh, wenn sie aus einem Zuhause entkommen können, in dem sie alles andere als wohl behütet und glücklich sind. Anders sieht es im Falle der Gorbers aus. Wie bereits mehrfach berichtet wurden hier sechs Kinder von der Familie weggenommen, die sich in ihrer Familie wohl fühlten und seit mehr als 7 Monaten bitten und bangen, endlich wieder in ihr Zuhause zurückkehren zu können. Wie sich jetzt herausstellte, liegt dies nicht nur daran, dass sie aus einer Familie kommen, die ihnen Geborgenheit gibt, sondern auch daran, dass sie im Kinderheim von Angehörigen ihrer Gruppen drangsaliert werden.

Mutter Gorber hat erst jetzt von dreien ihrer Töchter erfahren, welchen empfindlichen Aggressionen von Jugendlichen und Kindern aus der Gruppe ihres Heimes sie ausgesetzt sind: es sind dies die 12-jährige Thea, die 10-jährige Esther und selbst die 8-jährige Rebecca. Thea berichtete jetzt während einiger Schulferientage, die sie auf Beschluss des Gerichts zuhause verbringen darf, ihrer Mutter unter Tränen, dass sie täglich, morgens vor Schulbeginn, von einem Jugendlichen aus ihrer Heimgruppe seelisch drangsaliert und gedemütigt wird. So vertraute sie jetzt ihrer Mutter an, dass dieser Junge sie mit den übelsten Schimpfworten belegt, Tag für Tag.

Thea machen diese ständigen Demütigungen erheblich zu schaffen. Warum hat dieses Mädchen nicht schon früher darüber berichtet? Zum Beispiel dann, wenn sie von den Eltern an den Wochenenden besucht wurde. Es gibt offenbar zwei sehr plausible Gründe dafür, wie Mutter Gorber berichtet. Zum einen wollte Thea in der kurz bemessenen Zeit, in der sie ihre Eltern während der Heimunterbringung sehen und sprechen konnte, nicht mit ihrem Leid und ihren Sorgen belasten. Thea wollte, dass wenigstens diese Minuten frei von Kummer und Schmerz für sie und ihre Eltern waren. Zum anderen ist es ihr erst im vertrauten Gespräch mit der Mutter zuhause möglich geworden, ihre seelischen Nöte der Mutter anzuvertrauen. Denn im Heim fanden sämtliche Gespräche unter Aufsicht von Erziehern und Betreuern statt, die "fleißig" Notizen über das Gesprochene anfertigten, um an das Jugendamt zu berichten, wie Vater Gorber weiß.

Kann von einem 12-jährigen Mädchen erwartet werden, das ohnehin wenig Vertrauen in eine wider Willen auferlegte Heimunterbringung hat, ihrer Mutter ihre tiefsten Besorgnisse unter einer Mitschriftsaufsicht fremder Personen in den Schoß zu legen und ihr Herz auszuschütten? Thea vermochte dies jedenfalls nicht. Hätte Thea ihre Schulferientage im Heim verbracht, wie es vom Jugendamt gewollt war, wären solche Erlebnisse auch jetzt noch nicht ans Licht gekommen. Denn das Jugendamt hielt es für zu riskant, den Kindern Ferientage bei der Familie zu gewähren. Wie MEDRUM berichtete, wollte das Jugendamt das Gericht davon überzeugen, dass die Auswanderung der Familie Gorber zu befürchten sei und sie sich auf diesem Weg dem "Verfahren" entziehen könnte, wenn die Kinder Ferientage zuhause verbringen würden.

Wie MEDRUM ebenfalls berichtete, spricht die Wirklichkeit im Hause Gorber eine andere Sprache. Davon konnte sich auch der Vertreter des Jugendamtes überzeugen, der Familie Gorber Anfang dieser Woche überraschend einen kurzfristigen Besuch abstattete. Vielleicht hatte er im Stillen die Hoffnung, er werde dort Familie Gorber auf frischer Tat bei der Vorbereitung eines Fluchtversuches ins Ausland ertappen, um aller Welt belegen zu können, dass die Befürchtungen des Jugendamtes zu Recht bestanden, dass sie eben nur der Richter nicht richtig erkannt hat. Dies soll nicht unterstellt werden, aber angesichts des großen Widerstreits der vergangenen Monate kann dies wohl auch nicht völlig ausgeschlossen werden.

Jedenfalls hatte der Vertreter des Jugendamtes bei seinem jetzigen Besuch Gelegenheit, aus den Gedanken einer solchen Scheinwelt ein Stück in die Wirklichkeit hineinzutreten. Die Wirklichkeit der Familie Gorber sieht anders aus. Sie haben keine Zeit, sich die Zeit mit Gedankenspielen über eine Auswanderung zu vertreiben. Sie wollen sich und müssen sich um ihre Kinder kümmern, denen es im Heim alles andere als gut zu gehen scheint. Sie hören ihren Kindern zu, sie sprechen mit ihnen, sie spenden ihnen Trost, und sie wollen ihnen Hoffnung machen, dass die Gorber-Tour des Leidens bald beendet ist, so sehr das Jugendamt auch bisher darum bemüht war, den Kindern der Familie Gorber einen fragwürdigen Aufenthalt im Heim zu verschaffen.

Man ist versucht zu fragen: Was wiegt eigentlich schwerer, den christlichen Glauben von den Eltern zu übernehmen und ein anständiger Mensch zu werden, der ein Leben in christlicher Nächstenliebe führt, oder sich in einem Heim verwahren zu lassen, in dem kein Tag vergeht, an dem ein 12-jähriges und bisweilen auch ein 10-jähriges und 8-jähriges Mädchen aus dieser Familie nicht den seelischen, in einigen Fällen auch den körperlichen Mißhandlungen verhaltensauffälliger männlicher Jugendlicher und anderer Kinder ausgesetzt sind? Fußtritte, Schläge in die Magengrube, Kopfnüsse oder Würgen des Halses gehören zu den üblen Heimerfahrungen der Gorber-Töchter. Die gestellte Frage erscheint zunächst absurd, ist aber bei näherem Hinsehen so unberechtigt nicht. Immerhin ist ja der Vorwurf von Experten der Heimverwahrung erhoben worden, dass die Kinder den Glauben der Eltern "unkritisch" übernommen hätten. Also: besser ab ins Heim mit ihnen? Dort werden sie für das Leben gerüstet und aus der Isolation ihres Zuhauses und dem Zwangssystem ihrer Eltern befreit, hieß es in Begründungen, um die Heimunterbringung zu rechtfertigen. Dass für diese höchst zweifelhafte Begründung selbst seelische Mißhandlungen in Kauf genommen werden, scheint längst nicht allen Beteiligten klar zu sein. Natürlich wollen wir das nicht, werden die Verantwortlichen sagen. Aber, verkennen sie dabei die Realität nicht ebenso wie bei der absurden Verdächtigung, die Familie könnte die knapp bemessenen Ferientage für einen Fluchtversuch ins Ausland nutzen? Verkennen sie die Realität nicht ebenso wie bei der absurden Verleumdung des Vaters Gorber durch sogenannte Informanten aus einem eigenwilligen Umfeld, das ihn offenbar völlig zu Unrecht als potenziell gewalttätig in Verruf brachte? Die Initiativen des Jugendamtes haben es jedenfalls mit sich gebracht, dass die Gorber-Kinder seit fast 8 Monaten Dinge aushalten müssen, die ihnen zuhause nicht widerfahren sind. Solche Absurditäten und die daraus entstandenen Folgen könnten wohl manchen Zeitgenossen zum Rat an die Familie verleiten: ja, am besten ihr flüchtet, flüchtet bevor eure Kinder noch mehr Schaden nehmen.

Vater Gorber denkt aber an andere Dinge. Er muß auch an anderes denken. In einigen Tagen unterzieht er sich erst einmal einem Gutachtertermin, bei dem er auf seine Erziehungsfähigkeit überprüft wird. Wie vielen Eltern würde wohl von Gutachtern attestiert werden, dass sie erziehungsfähig sind, wenn sich alle Eltern vor der Geburt eines Kindes einer solchen Begutachtung zu unterziehen hätten? Vermutlich wären dies nicht wenige. Man würde dann manches Kind begutachteter Eltern von vornherein direkt in staatliche Obhut geben müssen und nicht nur diejenigen, bei denen dies mit Fug und Recht geschehen müsste. Ein bekannter Psychiater sagte einmal im Fernsehen, man könne so ziemlich jeden als psychisch krank diagnostizieren, wenn man dies nur ernsthaft wolle. Wer wie Vater Gorber seine Erziehungsfähigkeit erst nachweisen muss, bevor er für seine Kinder sorgen darf, steht vor keiner leichten Aufgabe, erst recht dran nicht, wenn er sich gegen Verdächtigungen und üble Nachreden, wohl auch Verleumdungen zu Wehr setzen muss. Das Jugendamt jedenfalls meldete wiederholt Zweifel an seiner Erziehungsfähigkeit an. Hieße der Gutachter nun Michael Schmidt-Salomon, der Autor des Kinderbuches "Wo bitte geht's zu Gott?", käme wohl kein Christ völlig ungeschoren davon. An einer streng atheistisch skalierten Meßlatte gemessen, hätten die Christen Gorber nur geringe Chancen, mit heiler Haut davon zu kommen. Gut, dass Vater Gorber nicht von Michael Schmidt-Salomon begutachtet wird. So hat er wenigstens die Aussicht, psychisch als erziehungsfähig definiert zu werden, hoffentlich auch eine gute. Denn dann wird das Leid der Kinder dieser Familie auch bald ein Ende haben.

Vater und Mutter Gorber denken jetzt ebenso an den bevorstehenden Schulbeginn. Auch darum werden sie sich in den nächsten Tagen kümmern, damit ihre Kinder, wenn sie schon nicht zuhause unterrichtet werden dürfen, wenigstens eine Schule besuchen, die ihren geistigen Fähigkeiten entspricht. Gefragt, wie sie denn der Tatsache gegenüberstehen, dass ihre Kinder dort auch künftig in Nöte gebracht werden, wenn sie dem Umgang mit rücksichtslosen Mitschülern ausgesetzt sind, können sie noch keine konkreten Antworten liefern. Setzen die Eltern dann vielleicht auch einmal auf die Hilfe eines Jugendamtes? "Wohl eher nicht, bei den Erfahrungen, die wir gemacht haben", sagt Mutter Gorber. Wer will es ihr verdenken?

Für den heutigen Tag steht aber erst einmal etwas anderes auf dem Programm. Sie wollen einen Ausflug mit den Kindern in die Umgebung unternehmen und abschalten. Kinder und Eltern haben dies bitter nötig. Sie wollen abschalten vom Thema Jugendamt und Heimunterbringung. Sie haben sich ein schönes Ausflugsziel in der idyllischen Umgebung des Bodensees dafür ausgewählt.


Wie heute bekannt wurde, will der Bundesverband Bildungsfreiheit mit einer zentralen Tagung in Berlin im Oktober mehr Bildungsfreiheit in Deutschland schaffen, um Kindern gute Bildung auch außerhalb des staatlichen Schulsystems zu vermitteln. -> Tagung: Konkrete Wege zur Bildungsfreiheit in Deutschland


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Online-Unterzeichnung der Bittschrift der "Initiative Gorber"

( insgesamt mehr als 1000 Unterzeichungen aus fünf Erdteilen)