Gegen Inhaftierung zur Erzwingung staatlicher Sexualerziehung


05.05.10

Gegen Inhaftierung zur Erzwingung staatlicher Sexualerziehung

Ein friedlicher Revolutionär und wachsamer Christ tritt für Wahrung der Elternrechte und freiheitlicher Werte ein

(MEDRUM) Das Vorgehen staatlicher Instanzen gegen verantwortungsbewußte Eltern im Raum Paderborn, die in Erzwingungshaft genommen werden, weil sie ihre Kinder vor der Teilnahme an umstrittenen Theaterstücken zur Sexualerziehung bewahren wollen, erregt bei vielen Bürgern Sorge und Empörung. Wilfried Amelung, ein Bürger, der selbst über viele Jahre dem Multi-Spitzelsystem ausgeklügelter Stasi-Überwachung in der ehemaligen DDR ausgesetzt war und sich im "Neuen Forum" für ein freiheitliches und wiedervereinigtes Deutschland engagierte, appelliert nun in einem Offenen Brief an die Verantwortlichen in der Schulleitung, nicht erneut in diktatorisches Denken und Handeln zurückzufallen.

Wilfried Amelung hatte sich in seinem Leben mit der nationalsozialistischen und danach kommunistischen Unterdrückung in Deutschland auseinanderzusetzen. MEDRUM dokumentiert den Offenen Brief von Wilfried Amelung an die Schulleitung, in dem er sich aus dieser Erfahrung heraus gegen eine heutige staatsautoritäre Repression von Eltern und Familien ausspricht:

Sehr geehrte Schulleitung!

Als pensionierter Pfarrer, der 40 Jahre unter der kommunistischen Ideologie leben mußte ( am Ende 400 Seiten Staisiakten für die Hälfte meiner Dienstzeit lesen mußte und dabei erfuhr, von mehr als 10 IM-Spitzeln beobachtet worden zu sein!) habe ich mit großer Dankbarkeit und Freude das wiedervereinigte Deutschland erlebt und im Neuen Forum miterkämpft. Und nun lese ich immer wieder einmal, daß u.a. auch einzelne Schulen ihren Erziehungsauftrag derart mißverstehen, daß mir die Haare zu Berge stehen.

Zuerst haben die Eltern diesen Auftrag durch ihren gemeinsamen Willen zum Kind von GOTT übertragen bekommen. Dieser Instanz zur Seite steht die Schule und sorgt sich für eine umfassende Bildung, die das Ziel hat, Persönlichkeiten mit Toleranz und Grundsätzen zu erziehen. Ich bin selbst in zwei Diktaturen zur Schule gegangen!

Wie soll dieser Auftrag je erfüllt werden, wenn sich Schulleitungen erdreisten, von Eltern Bußgelder, Erzwingungshaftanordnungen usw. einzufordern?? Werden so tolerante und mitdenkende Persönlichkeiten
gestaltet?

Oder ist unsere Demokratie nicht schon wieder munter unterwegs in die nächste, die Mediendiktatur. Seit Jahren muß ich das zunehmend beobachten und habe ganze Ordner voll mit den entsprechenden Belegen. Wir haben im Osten eine sehr scharfe Analyse unserer zweimaligen Diktaturerfahrungen vornehmen müssen und ich habe darüber zahllose Bücher gelesen und im Schrank stehen, selbst dazu eins geschrieben ("Hoffnung für Morgen"). Ein staatlicher Alleinvertretungsanspruch gehört nicht zu unserem Erziehungsideal. Die von mir bisher verfolgte ideologische Diktaturentwicklung in den 20 Jahren mit "Gender Mainstream" Zielen führt unweigerlich in eine linkslastige Diktatur, die angereichert durch islamische Diktaturabsichten eines Tages zu einem fuchtbaren Erwachen in Deutschland führen wird. Zwar nicht mehr in meiner Biografie, aber meiner 9 Enkel! Und das wünsche ich niemandem! Ein Fröbel und Pestalozzi müßten erneut eine Erziehungsreform einleiten oder sich im Grab umdrehen.

Vielleicht können Sie verstehen, dass mich dies sehr erschreckt und ich dabei nicht gewillt bin, einfach zuzusehen und zu schweigen. Die Forderung einer muslimischen Ministerin nach Abschaffung der Kruzifixe (wie echt ihre Entschuldigung wirklich ist, kann niemand nachprüfen?) macht mir deutlich, wohin das alles in der Postmoderne mit einer billigen Beliebigkeit anstatt echter Wertgrundsätze noch führen wird. Auf jeden Fall hat sie nicht nachgedacht, ehe sie redete!

Bitte überdenken Sie solches Verhalten. Sagen Sie bitte nicht, Sie müßten so handeln. Die Reaktionen auf falsche
Einseitgkeiten ergaben in der Geschichte bisher immer nur gegenläufige Alternativen und damit einen Verlust an christlicher Mitte mit ihren Werten. Darauf hat der große deutsche Philosoph Günther Rohrmoser ausführlich aufmerksam gemacht.

Die Forderung wacher Menschen in ihrem Land nach einer Überarbeitung Ihrer Sexualerziehungsrichtlinien kann ich darum nur stark unterstützen und Sie bitten, es nicht erst so weit kommen zu lassen. In Ihrer großen Verantwortung wünsche ich Ihnen innere Leitung und Gottes Segen!

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Amelung

Wie MEDRUM am Dienstag berichtete, hat sich auch der "Elternverein NRW e.V." gegen das Übermaß staatlicher Eingriffe in die Erziehungsrechte von Eltern in NRW ausgesprochen und fordert eine Überarbeitung der Sexualerziehungsrichtlinien. Die Vorsitzende des Elternvereins, Regine Schwarzhoff, weist auf die Kritik von Experten hin, daß Kinder in einem falschen Verständnis von Sexualität in schamverletzender und enthemmender Weise in die Sexualität eingeführt werden. Nach Auffassung von Schwarzhoff ist es ein schwerwiegender Irrtum zu glauben, Kinder müssten wegen des sexuellen Mißbrauchs frühzeitig eine klare Vorstellung von Sexualität erhalten, um sich gegen Übergriffe wehren zu können. Dies habe die Misere mit ausgelöst, so Schwarzhoff im Interview mit "Freie Welt".

Kardinal Sterzinsky hatte hingegen kürzlich in einer Fernsehsendung über sexuellen Mißbrauch die Meinung geäußert, Sexualaufklärung müsse in der Schule noch früher beginnen, nicht erst in der dritten oder vierten Schulklasse, sondern von Beginn der Schulzeit an. MEDRUM hatte darüber kritisch berichtet (Sexueller Mißbrauch - Ein Kardinal, der keine Hirtenbriefe liest?) und erhielt prompt die erregte Zuschrift eines katholischen Priesters. "Was meckern Sie an meinem Kardinal herum?", so der Absender. Kritische Berichterstattung fiel hier auf wenig Gegenliebe.

Die unterschiedlichen Auffassungen zeigen, wie umstritten die gesamte Thematik ist. Auch aus diesen Gründen dürfen Eingriffe in die Verantwortung von Eltern für die Erziehung ihrer Kinder keinesfalls mit der Inhaftierung von Müttern und Vätern enden, die sich aus Gewissensgründen und Verantwortungsbewußtsein für ihre Kinder einer umstrittenen, staatlich verordneten Sexualerziehung entgegenstellen. Besonders auf diesem Gebiet ist staatliches Muskelspiel unangebracht. Denn im Gegensatz zu einer Grundschulleiterin und den Verantwortlichen in einem Schulamt bilden Eltern und Kinder eine lebenslange Verantwortungsgemeinschaft. Sie müssen deswegen nicht nur ein Recht auf Mitsprache, sondern in Fragen der Sexualerziehung ihrer Kinder auch das entscheidende Gehör haben. Gerade wegen der Mißbrauchsfälle in kirchlichen und weltlichen Bildungseinrichtungen kann es auch kein "Weiter so", sondern nur ein "Achtung halt!" geben, und gerade deswegen darf nur in Übereinstimmung, aber nicht gegen das Gewissen der Eltern staatliche Herrschaft exerziert werden. Wer dies nicht respektiert, respektiert auch nicht die im Grundgesetz verankerte Verfassungsnorm, daß die Erziehung der Kinder vorrangiges Recht und Pflicht der Eltern, aber nicht das Privileg des Staates ist. Die Rolle des Staates hat der Verfassungsgeber aus wohlerwogenen Gründen auf ein Wächteramt beschränkt. Doch diese Normen werden durch die Verhältnisse in Salzkotten auf den Kopf gestellt.

Deswegen bittet die christliche Gemeinde, der die betroffenen Familien angehören, um Unterstützung in einer Online-Aktion, die in MEDRUM eingerichtet wurde ( -> Schutz der Gewissensfreiheit).

Kontaktadressen:

CDU-Landesverband NRW: info@cdu-nrw.de

FDP-Landesverbang NRW: info@fdp-nrw.de

SPD-Landtagsfraktion: spd-fraktion@landtag.nrw.de

Schulamt: 600774@schule.nrw.de

Elternverein NRW: info@elternverein-nrw.de


MEDRUM -> Elternverein NRW: "Staat stellt sich ein Armutszeugnis aus"

Leserbriefe

Niemand kann zwei Herren dienen...

Es ist ein Unding, dass die Rektorin einer katholischen Grundschule, eine Mutter bei den Behörden anzeigt, die sich nur das Recht genommen hat, die Seele ihres Kindes zu schützen. Gott sei dieser Frau gnädig, dass sie nicht noch mehr Schuld auf sich lade... Katholiken, die den Finger auf solche Wunden legen, werden seit Jahrzehnten als "Spalter" und "Miesmacher" intern ausgegrenzt und gemobbt. Seit mindestens vierzig Jahren verweigern die meisten katholischen Bischöfe Rom konsequent den Gehorsam, aber wenn es jetzt um die bitteren Konsequenzen geht, behauptet Bischof Ackermann von Trier, der "Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, das ganze Problem läge darin, dass man von Rom jahrzehntelang schlecht beraten worden wäre. Die katholische Kirche in Deutschland sündigt in der Regel nicht durch zu wenig Weltoffenheit, sondern durch zuviel Weltanpassung. Rom ist weit weg, und der Papst spielt in deutschen Diözesen keine Rolle, es sei denn als Spielverderber im Wettlauf mit dem Zeitgeist. Kardinal Sterzinsky irrt einfach nur und sein Diözesanpriester zeigt Solidarität an falscher Stelle.