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Gabriele Kuby: Der Priester - auf einem Kreuzweg im Kampf gegen reißende Wölfe


19.01.10

Gabriele Kuby: Priester - auf dem Kreuzweg im Kampf gegen reißende Wölfe

Ein Essay über die Entwicklung der Kirche, den Glauben, die Säkularisierer und das Priestertum

(MEDRUM) Wer sich heute für das Priestertum entscheidet, muß bereit sein, sich auf einen Kreuzweg zu begeben, schreibt Gabriele Kuby in ihrem Essay "Auf dem Weg zur kleinen Herde", der im Januar im Vatikan-Magazin erschien. Kuby beschreibt, was wahres Priestertum heutzutage heißt und will dazu Mut machen.

Die Selbstsäkularisierung der Kirche habe dazu geführt, daß Priester, Ordensleute und Laien, die für Glaube, Unbeugsamkeit, Eifer, Einigkeit und Reinheit kämpfen in der Kirche in der Minderheit seien. Sie würden ausgegrenzt, nicht selten gemobbt, verleumdet und in ihren menschlichen Wirkungsmöglichkeiten beschnitten. Diesen Prozeß und den damit einhergehenden Priestermangel führt Kuby letztlich auf die Auszehrung des Glaubens, vor allem innerhalb der Kirche, zurück. In dieser Situation würden Bischöfe und Priester gebraucht, die sich den reißenden Wölfen entgegenstellen und die Wahrheit verkünden, meint Kuby. Dieser Priester könnte vielleicht einmal Hirte einer kleinen Herde werden. Er brauche dies aber nicht zu fürchten, denn Gott Vater habe beschlossen, ihnen das Reich zu geben, ruft Kuby das Lukas-Evangelium, Kapitel 12, Vers 32 in Erinnerung.

Gabriele Kubys Analyse stimmt mit der Erfahrung von Priestern überein, die die Entwicklung der Kirche aus eigener, langjähriger Erfahrung beurteilen können. So schreibt der katholische Priester Dr. Hansmartin Lochner: "Mehr und mehr wird heute sichtbar, daß diejenigen, die treu am Glauben festhalten, so wie er uns von den Aposteln her überliefert wurde, in der Kirche ausgegrenzt und in ihren Wirkungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Ein typisches Beispiel dafür ist der für die Diözese Linz ernannte Weihbischof Wagner. Bekanntlich wurde in der Kirche und in den Medien so lange gegen ihn Sturm gelaufen, bis er wieder zurücktrat. Dabei war er in seiner Pfarrei nicht nur außerordentlich beliebt, sondern auch außergewöhnlich erfolgreich. Aber weil er ein aufrechter katholischer Priester war, durfte er nicht Bischof werden. ... Was kann der Papst in Zukunft noch tun ...? Wenn er nur noch Bischöfe ernennen kann, die denjenigen genehm sind, die den Boden des katholischen Glaubens verlassen haben, dann steht er einer unheilvollen Entwicklung machtlos gegenüber."

zum Essay von Gabriele Kuby -> Auf dem Weg zur kleinen Herde


 


Leserbriefe

Gabriele Kuby hat uns heute immer wieder Wichtiges zu sagen. Immer deutlicher müssen wir entdecken, dass sich die Kirche Jesu Christi mehr und mehr dem Trachten der Welt angleicht und so an geistlicher Kraft und Bedeutung verliert. Da tritt eine Protestantin zur katholischen Kirche über, weil sie dem Ruf Gottes folgt und und in ihr noch eher etwas vom Felsenuntergrund entdeckt, der das Gottesvolk trägt, und muss dann auch dort die schmerzliche Erfahrung machen, dass diese äußerlich gesehen noch viel kraftvoller erscheinende Kiche sich vom Weltgeist einlullen lässt. So findet sie Trost in Gottes ewigem Wort. (Und ganz nebenbei macht sie uns die Katholiken als die großen Brüder und Schwestern von uns Protestanten lieb.)

Ja, unserem lebendigen Gott geht es nicht zuerst um Wachstum (das Zauberwort der globalisierten, immer mehr in die Krise geratenden Weltwirtschaft). Bevor unser Herr Jesus von des Vaters Liebe zu der kleinen Herde spricht, grenzt er den ihr innewohnenden Geist vom Geist der Welt ab: "Fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt. Beunruhigt euch deswegen nicht! Das machen doch nur die Menschen in der Welt, die Gott nicht kennen. Richtet euer ganzes Sinnen und Trachten nur auf die Königsherrschaft Gottes, dann bekommt ihr dies alles noch dazu." (Lukas 12,29-31) Unserem Gott geht es vielmehr um Läuterung, Reinigung, Echtwerdung. "Siehe, ich will dich läutern, aber nicht wie Silber, sondern ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elends." (Jesaja 48,10) So wollen wir uns einfältig freuen darüber, dass sich unser Gott auf seine wundersame Weise unser annimmt! Es kommt die Stunde, in der der kleine David (die kleine Herde) dem Riesen Goliath (dem Monstrum einer globalisierten Welt) in der Kraft Gottes gegenübertreten soll und dieses Monstrum zu Fall bringen wird.