"Fest FÜR das Leben" in Nürnberg


23.07.09

"Fest FÜR das Leben" in Nürnberg

1.000 stumme Zeugen mahnen vor der Lorenzkirche an das Lebensrecht ungeborener Kinder

von Hansjürgen Kitzinger *)

(MEDRUM) Mit einer bewegenden Aktion veranstaltete der Aktionskreis "Weisser Friede" das "Fest für das Leben" am Samstag 18.7.09 im Zentrum der Nürnberger Innenstadt. 1000 Paare Kinderschuhe wurden großflächig vor der Lorenzkirche aufgebaut. Sie sollen an die große Zahl ungeborener Kinder erinnern, die an jedem Arbeitstag in Deutschland durch Abtreibung ihr Leben verlieren. Mit einer Kundgebung und einem Schweigemarsch, an dem mehrere hundert Personen teilnahmen, setzte der Aktionskreis ein mahnendes Zeichen für das Recht und den Schutz des ungeborenen Lebens.

Die Aktion der 1000 Paare Kinderschuhe verstehen wir als ein Symbol des Engagements für das Leben. 1000 Abtreibungen pro Arbeitstag ist eine traurige Realität, deshalb symbolisch die 1000 Paare Kinderschuhe. Wir fordern das Menschrecht für alle wehrlosen, unschuldigen Kinder im Mutterleib. Menschenrecht auf Leben ist ein Naturrecht! Das Lebensrecht von Menschen muss über den Forschungsinteressen der Wissenschaft und Industrie stehen bleiben.

ImageDie prakt. Ärztin und Psychotherapeutin Dr. Angelika Pokropp-Hippen (Münster) widmete sich in ihrer Ansprache dem "Post Abortion Syndrom" (PAS) und den damit verbundenen psychosomatischen Störungen der Frau nach einer Abtreibung. Sie erwähnte ebenso die "Folgen der Abtreibung für die Familie", vor allem für die geborenen Kinder und Jugendlichen. Diese Folgen sind unter dem Begriff "Post Abortion Surviver Syndrom" (PASS) bekannt, dem Phänomen der so genannten "Geschwisteropfer". Gemeint sind damit die Kinder, die in einer Familie aufwachsen, in welcher eine Abtreibung vorkam. "Ärzte stehen vor Rätseln, wenn ein solches Kind unbegründete Ängste und traumatische Zustände in Kindergarten und Schule erlebt. Oft ziehen sich diese psychosomatischen Erscheinungen durchs ganze Leben, es sei denn, dass die Vergangenheit der Familie mit Therapeuten und Seelsorgern aufgearbeitet worden ist", erklärte die Ärztin. Sie sprach vom Krankheitsbild der "posttraumatischen Belastungsstörung" und stellte Fallbeispiele aus ihrer ärztlichen Praxis vor. Pokropp-Hippen ist Regionalverbandsleiterin von der Lebensrechtgruppe ALFA e.V..

Andreas Kotzke, 2. Vorsitzender von WF, zitierte den Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly beim Auftakt der Kampagne "familienfreundlichste Wirtschaftsregion" bundesweit: "Dass Deutschland kein familienfreundliches Land ist, wissen wir. Aber wir müssen alles tun, um das endlich zu ändern." Kotzke: Über Krippenplätze, Kita-Öffnungszeiten, und Ähnliches hinaus brauche Deutschland mehr Kinder durch das Nein zur Abtreibung. Alle sprechen in Deutschland von der demoskopischen Katastrophe. Statt 1.4 sind mindestens zwei Kinder nötig, um in kommenden Jahrzehnten die Bevölkerungszahl auf einem niedrigen Niveau zu stabilisieren. Andreas Späth, Religionslehrer und Vorsitzender von "Kirchliche Sammlung Bibel und Bekenntnis in Bayern" (KSBB) prangerte in seiner Ansprache die tendenziösen Beiträge einer Schwangerschaftskonfliktberaterin an, die in einer Schülerzeitung verbreitet wurden.

ImageDer bekannte Erlanger Theologe und emeritierte Professor Günter R. Schmidt wies in seinem Votum darauf hin, dass "zerfetzte kleine Kinderkörper keine Abtreibungsfälle sind, sondern vernichtete Menschenleben. 2 Millionen mal wurde in den letzten 10 Jahren einem Unschuldigen und Wehrlosen absichtlich das Leben genommen. Jeder weiß, wie die deutsche Sprache so etwas nennt. Das Blut dieser Kinder schreit zum Himmel gegen eine Kirche, die möglichst wenig anecken will; gegen Meinungsmacher, die den Menschen suggerieren, Konsum gewähre mehr Lebenserfüllung als Kinder; gegen Verwandte und Freunde, die eine Schwangere nicht ermutigen und unterstützen, sondern sie auf den angeblich problemlosen Ausweg der Abtreibung verweisen..."

Die Sängerin Claudia Wellbrock, Mitglied im Vorstand von Rahel e.V., schilderte, wie sie als ehemalige DDR-Bürgerin eine Abtreibung hatte vornehmen lassen, was sie danach schnell als schweren Fehler erkannte. Sie fiel in tiefe Depressionen und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Ein Jahr lang war sie in stationärer psychiatrischer Behandlung. Heute geht sie in Schulen, um von ihren Erlebnissen zu berichten, aufzuklären und vor einer Abtreibung zu warnen. Ihre traumatischen Erfahrungen hat sie in Lieder gekleidet.

Beim "Fest für das Leben" stellte der Aktionskreis WF der düsteren Todeskultur unserer Gesellschaft auch die schönen Seiten des Lebens gegenüber, das sich zu feiern lohnt: Leben ist schön. Kinder haben ist schön. Familie haben ist schön. Und Leben will gefeiert werden. Deshalb war das "Fest für das Leben" mit einem bunten Programm versehen, für die Kinder gab es Luftballons. Eine Percussion-Gruppe umrahmte das Programm. Auch die christliche Pfadfindergruppe Royal Rangers engagierte sich beim Fest für das Leben. Sie half beim Auf- und Abbau der Schuhe.

Beim anschließenden  Schweigemarsch durch die Innenstadt mahnten die Teilnehmer mit Postern und Transparenten, das Recht des ungeborenen Lebens zu achten und zu schützen.

Im Aktionskreis "Weisser Friede" (WF) arbeiten christliche Lebensrecht-Gruppen (evang. & kath.) zusammen und ist Mitglied im "Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen". Der WF - hat es sich zur Aufgabe gemacht, das ungeborene Leben zu schützen, fragende Menschen zu informieren und betroffenen Frauen auf Wunsch durch Rat und Tat ehrenamtlich zu helfen. Er will damit auch helfen, Frauen das Trauma einer Abtreibung zu ersparen.

Der "Weisse Friede" gehört auch zu den unterstützenden Organisationen des Aufrufes evangelischer Christen, das Beratungssystem der Evangelischen Kirche Deutschlands neuauszurichten und künftig auf das Ausstellen von Beratungsscheinen für die Abtreibung zu verzichten. Beim Fest für das Leben wurden für diese Aktion Unterschriften gesammelt und dem Gemeindehilfsbund, Initiator der Unterschriftenaktion, übergeben.

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*) Hansjürgen Kitzinger ist erster Vorsitzender des Arbeitskreises "Weisser Friede".

Information über den Arbeitskreis im Internet: www.weisserfriede.de