Erste Schritte zur Klostergründung in der Eifel


20.09.08

Erste Schritte zur Klostergründung in der Eifel durch St. Benedikt e.V.

Schlüsselübergabe an benediktinische Mönche auf Gut Reichenstein am 22. September 2008

(MEDRUM/FSSPX) Am Montag, dem 22. September, ist es so weit: Die historische Klosteranlage Reichenstein in der Eifel (Nähe Aachen) wird dem Verein St. Benedikt e.V. übergeben. Die Mönche reisen aus dem Mutterhaus in Bellaigue (Frankreich) an, um den Schlüssel aus der Hand des Vorbesitzers, Ernst Handschumacher, entgegenzunehmen. Der endgültigen Klostergründung in den nächsten Jahren steht dann nichts mehr im Wege. Teilnehmer an der Festveranstaltung sind Monika Herzog vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege sowie Brigitte Ringbeck, Leiterin des Referates Baudenkmalschutz und Baudenkmalpflege des Landes NRW.

Das Gut Reichenstein gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern dieser herben Landschaft im deutsch-belgischen Grenzgebiet; die alte Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert soll wieder zum Leben erweckt werden. Die französische Mönchsgemeinschaft will hier ein Leben nach der Mönchsregel des hl. Benedikt führen. Ein ambitioniertes Projekt: Die Klosteranlage, die seit napoleonischer Zeit in privater Hand war, soll für mehrere Millionen Euro restauriert und erweitert werden. 25 Mönche sollen hier in wenigen Jahren ihr kontemplatives Leben führen.

Die Stadt Monschau hatte die baurechtlichen Vorgaben in Rekordzeit verändert. Der Denkmalschutz jubelte über die „ideale Lösung“ zum Erhalt der Anlage, deren architektonischen Wurzeln bis in karolingische Zeit zurückreichen. In der umliegenden Bevölkerung freut man sich über die Ankunft der Gottessucher.  Am 22. September 2008 werden in Reichenstein jetzt die Schlüssel an die Mönche aus Auvergne-Kloster Bellaigue übergeben. In einem Festakt im Klosterhof werden Vertreter des Denkmalschutzes vor 200 geladenen Gästen sprechen. Dann werden die Bauarbeiten beginnen. Im Jahr 2010 rechnet man mit dem Beginn des klösterlichen Lebens.

Kritik kam beim Bekanntwerden der Pläne vor zwei Jahren allerdings von kirchlichen Stellen, denen die Mönche zu konservativ sind. Sie feiern noch immer die vorkonziliare lateinische Messe und gehören der Gruppe von Lefèbvre an. Sie fühlen sich zwar der alten Tradition der katholischen Kirche verpflichtet, leben aber nicht in Einheit mit der römisch-katholischen Kirche. Sie sind deshalb auch nicht Mitglieder des allgemeinen Benediktinerordens oder der Benediktinerkonföderation. Dennoch können Sie sich "Benediktiner" nennen, weil dieser Name nicht geschützt ist und jede Gemeinschaft, die nach der Benediktusregel lebt, sich als "benediktinisch" bezeichnen kann, ohne dem Benediktinerorden anzugehören. Der Vatikan soll zur Zeit mit den katholischen Traditionalisten in Verhandlungen über einen kirchenrechtlichen Modus stehen. Der Papst sagte den französischen Bischöfen vergangene Woche in Lourdes mit Blick auf diejenigen, die der alten Liturgie anhängen: „Aber ich zweifle nicht daran, dass Ihr in absehbarer Zeit für alle befriedigende Lösungen finden könnt. (...) In der Kirche sei niemand überflüssig: „Jeder ohne Ausnahme muss sich in ihr zu Hause und niemals abgewiesen fühlen.“ Damit soll der Papst auch die Klostergründung in Monschau im Blick gehabt haben. 


Video: Mutterhaus Bellaigue