30. Juli 2008
Der kleine David kehrt als Erster zu seiner Familie zurück
Familienrichter entscheidet nach mehrstündiger, gründlicher Erörterung
(MEDRUM) Der 3-jährige Sohn David darf zur Freude seiner
Familie zurückkehren. Erst nach langer Verhandlung am gestrigen späten Abend
fasste der Richter diesen Beschluss bei der Verhandlung zum Sorgerecht über die
Kinder der Familie Gorber in Überlingen.
Die Familie befand sich Anfang des Jahres aufgrund einer
schwangerschaftsbedingten Erkrankung der Mutter und ihres vorübergehenden
Krankenhausaufenthaltes in einer sehr schwierigen Lage, die bei Mitbürgern und
Mitarbeitern von Behörden Besorgnisse auslöste. Daraufhin wurden sechs der
mittlerweile neun Kinder der Familie Gorber in die Heimbetreuung außerhalb der Familie
gegeben. Das Sorgerecht für die fremduntergebrachten Kinder wurde daher teilweise dem Jugendamt übertragen.
Die fünf schulpflichtigen Töchter der christlich und
bibeltreu lebenden Familie Gorber besuchen seit einigen Monaten während ihrer Heimunterbringung mit sehr
gutem Erfolg öffentliche Schulen. Sie waren vorher von ihren Eltern zuhause
unterrichtet worden. Die Töchter Thea und Esther haben dieses Schuljahr zur
Freude aller sogar mit einer besonderen Belobigung ihrer Schule abgeschlossen.
Die Eltern der Familie sehen sich seit geraumer Zeit jedoch uneingeschränkt in der Lage, die
Betreuung und Erziehung ihrer neun Kinder in die eigenen Hände zu nehmen
und hatten beantragt, alle sechs Kinder wieder in die Familie zurückkehren zu
lassen. Hierfür hatten sie auch schweren Herzens ihre Bereitschaft erklärt,
ihre schulpflichtigen Kinder künftig auch weiterhin öffentliche Schulen
besuchen zu lassen.
Der Richter hat sich die Sache nicht leicht gemacht. Auch
manche „Mitredner“ haben es ihm nicht leicht gemacht. Er nahm den Antrag der
Eltern zum Anlass, die gesamte Situation, ihre bisherige und künftige
Entwicklung in einer 6-stündigen Verhandlung gründlich zu betrachten und zu
erörtern. Den 3-jährigen Sohn David betreffend folgte der Richter nach
sorgfältiger Anhörung und Abwägung dem Antrag der Eltern. Er beschloss,
zunächst den jüngsten männlichen Spross der Familie wieder in die Obhut seiner
Eltern zurückzugeben. Mit der Rückkehr in den Schoß der Familie nach seinem
Ferienaufenthalt am 9. August wird sich der kleine David vor allem auch darüber
freuen können, sein mittlerweile fast 5 Monate altes Schwesterchen Anna täglich
bestaunen, liebkosen und mit umsorgen zu können.
Ob und wann dies für die fünf Töchter Sarai (17), Prisca
(15), Thea (12), Esther (10) und Rebecca (7) der Fall sein wird, lässt sich im
Augenblick noch nicht zuverlässig einschätzen. Der Richter macht dies von der
weiteren Entwicklung und ihrer Begutachtung abhängig. Die Familie kann sich
jedoch auf alle Fälle auch darüber freuen, dass der Kontakt zwischen Eltern und
Kindern sowie zwischen den Geschwistern wieder gefestigt werden kann. Die
Möglichkeit hierfür soll durch die Erweiterung der Besuchsmöglichkeiten
geschaffen werden. Sarai und Prisca dürfen ab sofort am Wochenende ihre Familie
zu Hause besuchen.
Wie MEDRUM berichtet hat, haben mehr als 700 Personen ihr Interesse und ihre Solidarität mit der Familie Gorber und ihren Kindern bekundet und die Bittschrift unterstützt. Diese Mitmenschen haben das getan, was der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bei seiner Ansprache zum 60. Jahrestag des Verfassungskonventes von Herrenchiemsee verlangt hat: Engagement für die Demokratie.
Einige wenige Personen, die bekannten
Organisationen oder Stellen angehören, wollten nicht öffentlich namhaft gemacht
werden. Es ist auch eine Tatsache, dass - ausgenommen der Landrat des
Bodenseekreises, Lothar Wölfle - zahlreiche Personen und Stellen, die MEDRUM
angeschrieben bzw. informiert hat, darunter insbesondere Stellen der CDU und
der katholischen Kirche, sich gegenüber MEDRUM bisher in Schweigen hüllten und
noch keine Reaktion zeigten (anders Hartmut Steeb, Generalsekretär der Evangelischen Allianz, er hat von Anfang an hohe Anteilnahme gezeigt und gehört zu den Unterzeichnern der Bittschrift).
Die gestrige Entscheidung ist sicherlich für alle eine
besondere Freude, die sich mit der Bittschrift für das Wohl der Kinder
eingesetzt haben. Es dürfte Initiatoren wie Unterzeichnern in ihrem Engagement
bestärken. Es gehen auch weiterhin täglich neue Mitunterzeichnungen von Bürgern
aus dem In- und Ausland ein. Für diese Solidarität sind Familie Gorber und ihre
Freunde ganz besonders dankbar.
Verlauf und Beschluss der gestrigen Verhandlung haben gezeigt, dass Hoffnung, Zuversicht und der Einsatz zur Unterstützung einer verantwortungsbewussten Entscheidung berechtigt sind.
Viele Leser und Unterzeichner haben MEDRUM auch
über ihr Gebet für die Familie unterrichtet.
MEDRUM
wird über die weitere Entwicklung berichten.
-> Online-Unterzeichnung der Bittschrift der "Initiative Gorber
MEDRUM-Artikel -> Menschen aus dem In- und Ausland setzen sich für die Kinder der Familie Gorber ein
Leserbriefe
Familie Gorber
Ich freue mich sehr, dass
Weitere Schritte nötig
Wer entscheidet über das Kindeswohl?
Die Kluft zwischen den Kindern wird vertieft
Fam. Gorber, Überlingen