Das Familiennetzwerk - Was ist und tut dieses Netzwerk?

Das Familiennetzwerk - Was ist und tut dieses Netzwerk?

"Familie ist Zukunft" - "Österreiches Familiennetzwerk" - "Familientrends"

(MEDRUM) Zum Familiennetzwerk findet sich auf der Internetseite "Familie-ist-Zukunft" die Erklärung: "Das Familiennetzwerk wurde im Juli 2005 vom Verein "Familien e.V." initiiert, um eine Lobby zu schaffen für Kinder und für die Erwachsenen, die sich für das Wohl der Kinder einsetzen und die Familie als die Keimzelle unserer Gesellschaft verstehen. Im Mittelpunkt der Vereinbarkeitsdebatte müssen die entwicklungspsychologisch begründeten Bedürfnisse der Kinder stehen." An anderer Stelle heißt es: "Das Familiennetzwerk versteht sich als bundesweiter Zusammenschluss von Vereinen, Institutionen, Familien und Wissenschaftlern." Vorsitzende dieses Netzwerkes ist Maria Steuer.

Der Verein "Familien e.V." bietet einerseits den Familien Hilfen an und versteht sich andererseits als Sprachrohr von Familien gegenüber der Politik und Gesellschaft. Zu den Hilfen gehören Hinweise zu Publikationen in den Medien, vor allem Hinweise zu Presseartikeln in Form eines Pressespiegels, die zum Thema "Familie" veröffentlicht werden, sowie Nachrichten über familienrelevante Themen und Ereignisse, und schließlich auch eigene Pressemitteilungen. Darüber hinaus bietet der Verein Materialien an, die als Hilfen für Familien gedacht sind, insbesondere CDs und DVDs zum Thema Familie und Kinder.

Als Sprachrohr von Familien ist der Verein zuletzt vor allem vor der Bundestagsdebatte vom 24.04.08 tätig geworden, um den Protest gegen die Erweiterung der Eingriffsrechte der Familiengerichte und Jugendhilfe zu artikulieren (MEDRUM-Artikel vom 21.04.08). Obwohl Maria Steuer am Tag vor der Debatte den MEDRUM-Artikel in mehreren WebBlogs (wie z.B. in www.deutschland-debatte.de) kopieren ließ und ebenso für Protestaufrufe benutzte wie Appelle, die über Email verbreitet wurden, hatte der Protest nur begrenzten Erfolg. Maria Steuer rief dazu auf, den Widerspruch gegen die beabsichtigten Gesetzesänderungen über Fax und/oder Mail den Parlamentariern deutlich zu verstehen zu geben und damit auch wenigstens einige Gegenstimmen gegen eine Erweiterung von Eingriffsrechten auszulösen. Mit dieser Zielsetzung wurden auch vom Netzwerk Faxe an alle Abgeordnete des Bundestages in Berlin verschickt. Die Hoffnung, daß die Abgeordneten sich vor Faxen nicht mehr retten können, konnte wohl mit einer gewissen Genugtuung als erfüllt angesehen werden, wie verlautbart wurde. Die Hoffnung "auf ein paar Gegenstimmen" erfüllte sich trotz auch einiger kritischer Artikel, die in der Presse erschienen, hingegen nicht. Die Gesetzesänderungen wurden trotz zahlreicher Proteste in 3. Lesung einstimmig vom Bundestag verabschiedet. Die Abgeordneten hatten ihre Position vermutlich schon vorher festgelegt. Wer gehofft hatte, dass wenigstes in einigen Fällen ein Umdenken gegen den Mainstream in letzter Minute sichtbar werden könnte, hatte vergeblich gehofft. Der Zeitgeist des Mainstreams hat seine angestrebten Wirkungen längst erreicht, mit zahlreichen Begleitfolgen, die zum Teil auch anderen Ursprungs sind (-> MEDRUM-Artikel v. 04.06.08).

Dennoch gibt das Netzwerk nicht auf. Die Protestfahrt auf steinigen Wegen hält an. Das Vorstandsmitglied Christiane Lambrecht formulierte dies vor wenigen Tagen so: "Das Familiennetzwerk kämpft - fast alleine - als Opposition zu einer familienverachtenden und zutiefst ungerechten Familienpolitik." Zuletzt wurde dieser Protest in einem Artikel der katholischen Tageszeitung die "Tagespost" deutlich. Maria Steuer bezog darin eine scharfe Position: "Der Staat zerstört die Familien", lautete die Überschrift ihres Artikels, in dem sie sich gegen die "Bestrafung" und "Diffamierung" von Familien aussprach. Staatskontrolle und strategische Familienzerstörung wirft Maria Steuer den Verantwortlichen als Gastkommentatorin vor. Sie hat damit die Position eines Artikels von Susanne Mayer in der "Zeit" unter dem Titel "Seelenlos, Gnadenlos" aus dem Jahr 2006 transformiert. Während Mayer proklamierte "Wenn das Elend die Familien zerstört, dann muss der Staat die Kinder schützen, sogar vor den eigenen Eltern", hält Steuer jetzt dem Staat die Zerstörung der Familie vor. Sie zielt damit in eine andere Richtung als Susanne Mayer, die erklärte, die Herausforderung bestünde darin, die schicksalhafte Verbindung zwischen den Problemen der Erwachsenen und dem Leid ihrer Kinder zu kappen. Maria Steuer wendet sich hingegen gegen staatliche Bevormundung und Kollektiverziehung. In einem wichtigen Punkt sind sich die beiden Verfasserinnen einig, nämlich in der prekären Lage, in der sich die Familie befindet. Sie hat sich seit 2006 sicherlich nicht verbessert. Auch darin dürften Susanne Mayer und Maria Steuer übereinstimmen.

Der Verein "Familien e. V." hat seinen Sitz in Hollern-Twielenfleth. Hollern-Twielenfleth liegt zwischen Hamburg und Cuxhaven direkt an der Elbe im Alten Land - dem Obstgarten an der Niederelbe. Zum Vorstand dieses Vereins gehören neben seiner Vorsitzenden, Maria Steuer, die Mitglieder Christiane Lambrecht, Martine Liminski, Barbara Klinge, Karl-Heinz van Lier und Dorothea Böhm. Maria Steuer ist Kinderärztin und Familientherapeutin. Sie ist der Kopf eines Netzwerkes, das über eine ganze Reihe Regionalbüros in die Bundesländer verzweigt ist.

Nach dem Vorbild des Netzwerkes, das Maria Steuer in Deutschland mit bewunderungswürdigem Engagement - wie es scheint nahezu im Alleingang - im Kampf für die Familien aufgebaut hat, entwickelt sich nun in Österreich ein vergeichbares Netzwerk. Dort ist Professor Günter Danhel, der Direktor des Institutes für Ehe und Familie (IEF), Koordinator des Österreichischen Familiennetzwerkes, das sich vergangenen Monat konstituiert hat. Zu seinen ersten Initiativen gehört die Mitwirkung an der Begutachtung des Entwurfes für das Lebenspartnerschaftsgesetz, das noch im Juni in Österreich von der regierenden Koalition aus SPÖ und ÖVP verabschiedet werden sollte (-> MEDRUM-Artikel ). Zuvor hatte sich das Netzwerk bereits für die gerechte Berücksichtigung von Familien bei der bevorstehenden Steuerreform eingesetzt.

Weitere Information:

Deutsches Familiennetzwerk: www.familie-ist-zukunft.de

Österreichisches Familiennetzwerk: www.familiennetzwerk.at

Umfassende und ständig aktuelle Information zur Thematik Familie stellen Familientrends über eine Internetseite und die Verbreitung eines Pressespiegels kostenlos bereit: www.familientrends.de.



Gedicht -> Erhaltet die Familien