Auch Gabriele Kuby unterstützt die Bittschrift für die Gorber-Kinder


10.08.08
Auch Gabriele Kuby unterstützt die Bittschrift für die Gorber-Kinder

von Kurt J. Heinz

(MEDRUM) Fast 800 Menschen aus dem In- und Ausland hatten sich bisher der Bittschrift für die Gorber-Kinder angeschlossen. Auch Gabriele Kuby, die vielfache Buchautorin, Soziologin und Christin, gehört zu den Personen, die die Bittschrift unterstützen.

Image"Natürlich unterstütze ich die Bittschrift!, war ihre spontane Antwort, als sie vom Anliegen der Bittschrift hörte, die sich für eine baldige Heimkehr der Gorber-Kinder zu ihrer Familie nach Überlingen ausspricht. Wie bereits berichtet, gehört auch Hartmut Steeb, der Generalsekretär der Evangelischen Allianz Deutschland zu den Unterzeichnern der Bittschrift der "Initiative Gorber".

Diejenigen, die Gabriele Kuby kennen, dürfte ihr Engagement kaum verwundern. Die Autorin ist nicht nur eine fachlich argumentierende Soziologin, sondern vor allem auch eine bekennende Christin, die mutig für den christlichen Glauben eintritt. Sie gehört zu den kritischen Geistern, die vor einem überbordenden staatlichen Anspruch warnen, Kinder und Jugendliche in der Erziehung und Bildung an Weltanschauungen ausrichten zu wollen, die das christliche Menschenbild und seine moralischen Forderungen entwerten.

In dieses Spannungsfeld ist auch Familie Gorber hineingeraten. Der Schwarzwälder Bote schrieb über den Vorwurf an die christlich lebenden Eltern, sie erzögen ihre Kinder in einem Zwangsystem. Als "religiöse Spinner" werden sie von manchen gesehen. Ihre Kinder müssten von morgens bis abends beten, schrieb der Schwarzwälder Bote weiter über Stimmen aus dem Umfeld in Überlingen. Derartige Aburteilungen haben enge Verwandtschaft mit dem Versuch von Michael Schmidt-Salomon in seinem "Ferkel"-Buch "Wo bitte geht's zu Gott?", bereits Kleinkindern die Suggestion zu vermitteln, das Christentum sei ein Wahnsystem. Dieser Gedankenwelt wohnt die diskriminierende und infame Kurzschlussdiagnose inne: Christentum - Zwangssystem - Wahnsystem. Hier liegt der unheilvolle, bedrohliche Beschluss nahe: Ein Fall für den Psychiater...

Derartige Verunglimpfungen und Herabsetzungen weist der Familienvater Gorber entschieden zurück: "Unsere Kinder werden in der Liebe zu Gott und den Menschen erzogen, wie es uns Jesus Christus vorgelebt hat. Das hat mit Wahnvorstellungen oder einem Zwangssystem nicht das Geringste zu tun." So empfinden das auch die Kinder der Familie. Dies geht aus der Äußerung einer Gorber-Tochter deutlich hervor, mit der sie markierte, dass sich ihr Verhältnis zum elterlichen Zuhause vom Verhältnis anderer Kinder, die im Heim untergebracht sind, unterscheide: "Meist liegt es an den Eltern, dass die anderen hier sind. - Wir unterscheiden uns von ihnen dadurch, dass wir gern nach Hause möchten." So spricht keine Tochter, die in einem elterlichen Zwangsystem aufwächst.

Gabriele Kuby wendet sich gegen die auch an diesem Widerstreit sichtbar werdende Konfrontation zwischen dem grundgesetzlich geschützten Recht der Eltern auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder in der Freiheit ihres Glaubens und dem staatlichen Anspruch, in dieses Recht immer mehr einzugreifen, ja es zu "usurpieren", wie es Gabriele Kuby in einem Vortrag bei einer Veranstaltung der Deutschen Bank im Mai dieses Jahres in München nannte. Der staatliche Eingriff hat letztlich maßgeblich ideologische Gründe. Dazu rechnet Gabriele Kuby vor allem das "radikalfeministische Gender Mainstreaming", das auf die "Destabilisierung der sexuellen Identität und damit der Identität der Menschen" schlechthin abziele. Um dies zu erreichen, will man nach Auffassung von Kuby im frühestmöglichen Stadium beginnen, Einfluss auf die Erziehung der Kinder zu nehmen, möglichst schon im Krippenstadium. Die dahinter liegende Strategie skizzierte Kuby auf der Verbandstagung des Freundeskreises Christa Meves: "Beginnend von der Sexualisierung der Bevölkerung durch die Abschaffung des Pornografieparagraphen in den 70er Jahren, über eine beispielhafte Lobbyarbeit und Networking, die Veränderung der Lehrerbildung, worüber die Ideologie Einzug in Kindergärten und Schulen hält und somit kontinuierlich die Bevölkerung manipuliert, bis hin zur Kriminalisierung des Widerstandes." Diese ideologische Fracht erreichte jüngst auch den Schweriner Landtag. In der Beschlussvorlage hieß es unter anderem:

  • "... Konsequente Anwendung des Gender Mainstreaming in Bildung und Erziehung in allen Bereichen,
  • Sensibilisierung von Kita, Schule und Beruflicher Schule für ihre Rolle bei der geschlechtsspezifischen Sozialisation."
Wer sich der Beurteilung von Gabriele Kuby also nicht anschließen will, mag sich durch den Schweriner Landtag eines Besseren belehrt fühlen (MEDRUM-Artikel vom 3. Juli).

Diesem Ansatz zufolge kann es staatlicher Anspruch immer weniger zulassen, Kinder außerhalb eines staatlich verordneten Systems der Schulbildung aufwachsen zu lassen. Das Bildungsargument kann dafür kaum als Begründung herhalten. Denn Kinder, die außerhalb des staatlichen Bildungssystems gebildet werden, sind häufig besser gebildet als ihre Altersgenossen, die das staatliche Schulsystem durchlaufen, sind psychisch weniger auffällig und verfügen über eine beachtliche soziale Kompetenz.

Solche Konfliktlinien werden auch im Fall der Familie Gorber sichtbar. Das Aufwachsen und die Bildung von Kindern im Wertesystem christlicher Familien stößt auf wachsende Unvereinbarkeiten mit einem "weltlichen" Wertesystem. Das ist der tiefere Grund für sehr konsequent handelnde Christen, weshalb sie ihre Kinder nicht dem staatlichen Schulsystem anvertrauen wollen. Denn der schulischen Erziehung wird besonders auf dem Gebiet der Sexualerziehung und im Grundverständnis von Geschlechtern und gesellschaftlichen Strukturen progressiv ein System zugrunde gelegt, das an der Beliebigkeit des Ichs ausgerichtet ist und christliche Auffassungen entwertet. Auch bei Familie Gorber spielte die Konfrontation mit schulischer Sexualisierung ihrer Kinder eine erhebliche Rolle, als sie sich vor etwa zehn Jahren entschlossen, die Bildung im häuslichen dem schulischen System vorzuziehen. Die Entwertung des christlichen Menschenbildes hinterlässt auch im Bild von Mann und Frau und im Familienbild tiefste Spuren. Christlich überlieferte Bilder werden als weltfremd diskreditiert. Ein Leben in der Identität des christlichen Glaubens und seiner Werte stößt aus dieser Logik heraus auf Ablehnung. Die Erziehung zu Mann und Frau und der ihnen innewohnenden geschlechtlichen Identität ist deshalb auch eine Forderung, die die Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz der Doktrin des Gender Mainstreaming ebenso entgegenstellt wie sich Hans-Olaf Henkel mit seinem Buch "Der Kampf um die Mitte" gegen die Zerstörung der bürgerlichen Familie und ihrer Tugenden wendet. Und selbst Peter Furth, Sozialphilosoph und einst einer der geistigen Ideengeber der 68er Kulturrevolution räumt heute ein, dass die Ideen der 68er Garde zur Zerstörung der Familie führen.

Die Abkehr von ehemals christlich geprägten Vorstellungen wird von der Diffamierung des christlichen Lebensentwurfs als Zwangssystem begleitet. Mit der Befreiung aus diesem "Zwangssystem" und der angeblichen Notwendigkeit, die Kinder aus der Weltabgewandtheit und kulturellen Isolation in die Realität zu überführen, wird der Eingriff des Staates in das Recht der Eltern auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder legitimiert. Dies ist der Niederschlag einer Diktatur des Relativismus, wie Kardinal Joseph Ratzinger die Abkehr vom Maß des christlichen Glaubens und Hinwendung zum Maß des eigenen Ichs genannt hat. Eltern und Kinder stehen - wie im Falle der Familie Gorber - im Abseits. Eltern, die den christlichen Glauben und seine Werte an ihre Kinder weitergeben wollen, könnten so zu einer allmählich aussterbenden Spezies werden, wenn sich keine durchschlagskräftige Opposition bildet und eine schweigende Mehrheit dies zulassen sollte.

Gabriele Kuby gehört nicht zur schweigenden Mehrheit. Auch nicht im Fall der Familie Gorber. Mit ihrer Unterstützung der Bittschrift hat sie ihr christliches Bekenntnis und ihre Solidarität mit den Kindern und Eltern der Familie Gorber offen bekundet. Für Kuby eine Konsequenz purer Selbstverständlichkeit. Ebenfalls nicht zur schweigenden Mehrheit gehören weitere 110 Menschen, deren Unterstützung der Bittschrift heute aus den USA (Kalifornien) eingegangen ist. Damit wird die Bittschrift der Gorber-Initiative von mittlerweile 900 Personen unterstützt.


Über Gabriele Kuby

Gabriele Kuby ist Soziologin und zeigt als Buchautorin, Publizistin und Vortragsrednerin Sackgassen der modernen Gesellschaft auf, aus denen sie Auswege durch den gelebten Glauben an Jesus Christus aufzeigen will, dessen Gnade sie durch die Sakramente der Kirche immer angeboten sieht.

Sie ist Autorin des Buches "Die Gender Revolution - Relativismus in Aktion" -> weitere Information


Berichterstattung zur Gorber-Familie:

letzter Artikel -> Eine 12-jährige wurde zur Mutter
erster Artikel -> Sechs Kinder einer bibeltreuen Familie entrissen und in staatlichen Gewahrsam genommen


Online-Unterzeichnung der Bittschrift der "Initiative Gorber"

( insgesamt 900 Unterzeichungen aus fünf Erdteilen)

 

 

Leserbriefe

Bittschrift Familie Gorber

Es ist erfreulich dass auch bekannte Persönlichkeiten diese Bittschrift unterschrieben haben. Man kann nur hoffen dass diese Bemühungen nicht nachlassen oder sogar einschlafen. Solange noch 5 Kinder dieser Familie in staatlichen Heimen zwangsweise untergebracht sind und drei davon noch nicht einmal am Wochenende nach Hause dürfen, darf es keinen Stillstand geben. Das Ziel muss bleiben: Alle Kinder gehören nach Hause zu ihrer Familie was sie auch selber in deutlichen Erklärungen zum Ausdruck brachten. Und das möglichst bald um den modernen Vordenkern und Bevormunderern unserer Kinder, welche wir christlich erziehen wollen, ein deutliches Signal zu setzen!