Agitation gegen das Lebensrecht


19.09.15

Agitation gegen das Lebensrecht

Erneut  "Gegendemos" gegen den Marsch für das Leben in Berlin organisiert - Polizei schützte Demonstration von mehr als 5.000 Lebensschützern

von Kurt J. Heinz

(MEDRUM) Die Teilnehmer des Marsches für das Leben 2015 mussten sich heute wie in den Vorjahren auf Gegendemonstranten und Störversuche einrichten. Ein queer-feministisches "WHAT THE FUCK?!-Bündnis" und ein "Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung" hatten mit Unterstützung von Grünen, SPD und der Linken zur Gegendemonstration aufgerufen.

ImageGrüne, SPD und Linke gegen Rechte ungeborener Kinder

Nicht das Recht des ungeborenen Kindes soll zählen, sondern der Egoismus. So dokumentieren die Gegner des Marsches für das Leben auf einem Plakat, wofür sie eintreten. Sie sagen: "Mein Körper - Meine Verantwortung - Meine Entscheidung". Damit bringen sie zum Ausdruck, dass das Recht eines ungeborenen Kindes nicht für sie zählt. Es kann also - in der Sprache der Gegendemonstranten ausgedrückt - abgetrieben werden. Dieses Bündnis der sogenannten Selbstbestimmung wird insbesondere von den Grünen, der Linken und der SPD unterstützt, die allesamt gegen die mit dem Marsch für das Leben verbundene Zielsetzung auftreten. Der Bundesverband Lebensrecht hatte zu seiner diesjährigen Veranstaltung erklärt: "Wir rufen auf, gemeinsam für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie einzutreten."

Linke Szene: "Marsch für das Leben? What the Fuck!"

Es ist banal, aber dennoch nicht überflüssig in Erinnerung zu rufen, dass der Begriff Abtreiben in Wirklichkeit ein verharmlosender Begriff für das Töten eines im Mutterleib heranwachsenden Kindes ist. So wird verdrängt, was in Wahrheit stattfindet: Menschliches Leben wird gewaltsam beendet, wird liquidiert. Sexuellen und sonstigen persönlichen Interessen wird Vorrang eingeräumt. Diesem Interesse wird das Etikett "Sexuelle Selbstbestimmung" aufgeklebt. Es ist der "automone" Mensch, der nur seinem Eigeninteresse Rechte einräumen, aber keiner Ethik des Lebens verpflichtet sein will, die ihm unerwünschte Grenzen auferlegt. Dass getötet wird, interessiert nicht. Der "autonome" Mensch lehnt die Achtung des ungeborenen Lebens und seiner Würde als "Bevormundung ab. "Meine Entscheidung", so die Maxime. Verkehrte Welt: Eher wird für den Tierschutz als für den Schutz des ungeborenen Lebens demonstriert.

Besonders aggressiv ist ein Slogan, der direkt gegen den Marsch für das Leben hetzt: "Marsch für das Leben? What the Fuck!" (... Was zum Teufel). Eine Gruppierung, die sich Interventionistische Linke nennt, hat damit zur Blockade des Marsches für das Leben aufgerufen: "Christliche FundamentalistInnen blockieren!" Das Grundrecht von Lebensschützer, sich friedlich zu versammeln und ihren Appell zum Schutz des menschlichen Lebens an die Öffentlichkeit zu richten, ist ihnen offenbar gleichgültig.

Lebensschützer erfahren keine Unterstützung von der evangelischen Landeskirche

Aus dem Bereich der katholischen Kirche haben die Veranstalter des Marsches für das Leben unterstützende Reaktionen erfahren, so auch durch Kardinal Marx, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Eine vergleichbare Unterstützung aus der Evangelischen Kirche in Deutschland fehlt hingegen. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) lehnt eine Unterstützung ab.

Volker Beck gegen Marsch für das Leben

Wenn es um den Marsch für das Leben geht, will Volker Beck von den Grünen, offenbar nicht abseits stehen. Wie idea berichtete, würde Beck lieber an der Gegendemonstration gegen den Marsch für das Leben teilnehmen. In einem Schreiben an die Veranstalter verlautbarte Beck: "eine Verschärfung des Abtreibungsrechtes und Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht der Frauen sind ein Irrweg." Becks Urteil muss allerdings nicht ernst genommen werden. Er hatte sich früher für die Interessen der Pädosexualität eingesetzt und, nachdem sich pädophilenfreundliche Positionen nicht durchsetzen ließen, lange Zeit geleugnet, bis ihm sein früherer "Irrweg" nachgewiesen worden war.

ImageReizgas gegen linke Gewalt

Die Veranstaltung für den Schutz des Lebensrechtes fand unter massivem Polizeischutz statt. Wie Radio Berlin Brandenburg am Nachmittag berichtete, versuchten die Gegendemonstranten immer wieder, die Veranstaltung für den Lebensschutz zu stören und zu blockieren. Auf einem mehrere Meter großen Transparent riefen sie dazu auf, "Christlichen Fundamentalismus sabotieren
!" (Bild links). Der Tagesspiegel  berichtet, dass der Ansturm von Gegendemonstranten von der Polizei mitunter nur durch den Einsatz von Reizgas abgewehrt werden konnte ("überall sah man heulende Demonstranten in der Leipziger Straße").

ImageInsgesamt wurden 900 Polizeibeamte eingesetzt, um die Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit für die Teilnehmer des Marsches für das Leben zu gewährleisten. Nach Polizeiangaben nahmen 5000 Personen am Marsch für das Leben 2015 teil (nach Angaben der Veranstalter 7000), während die Zahl der Gegendemonstranten 1700 betragen haben soll.

Lohmann zusammen mit Beatrix von Storch an der Spitze des Demonstrationszuges

Martin Lohmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht", hatte zum Marsch für das Leben mit den Worten aufgerufen: "Wir brauchen dieses Zeugnis für das Leben." Wie die Zeitung DIE WELT unter der Überschrift "Willkommenskultur auch für Babys" berichtete, hatte sich die AfD-Politikerin Beatrix von Storch an seine Seite begeben. Demnach soll er den Demonstrationszug gemeinsam mit ihr angeführt haben.

Grußworte

Ermutigende Grußworte erhielten die Veranstalter von (Auswahl, alphabetisch):
– Bischof Heinz-Josef Algermissen
– Metropolit Augoustinos von Deutschland
– Alex Dorow MdL
– Apostolischer Nuntius und Erzbischof Dr. Nikola Eterović
– Bischof Gregor Maria Hanke OSB
– Klaus Holetschek MdL
– Björn Höcke MdL
– Präses Ansgar Hörsting
– Hubert Hüppe MdB
– Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July
– Präses Johannes Justus
– Volker Kauder MdB
– Alexander Krauß MdL
– Erzbischof Dr. Reinhard Kardinal Marx
– Prof. Dr. László Márki
– Landesbischof Dr. Carsten Rentzing
– Ingo Senftleben MdL
– Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB
– Johannes Singhammer MdB
– Josef Zellmeier MdL

Aggressive Hetze aus der linken Gosse: "Hackt's bei Ihnen"

Ein "Grußwort" der Unverschämtheit sandte an die Veranstalter:

– Kati Engel, MdL (Fraktion Die Linke, Thüringer Landtag)

Zum Christsein gehört der Lebensschutz

Der Marsch für das Leben endete mit einem ökumenischen Abschlussgottesdienst auf der Lustgartenwiese. Die Abschlusspredigt wurde von Weihbischof Thomas Maria Renz gehalten. Er sprach klare Worte: Lebensschützer wären keine Christen, wenn sie keine Lebensschützer wären.


19.09.15 Demonstration von Abtreibungsgegnern wurde mehrfach unterbrochen Tagesspiegel
19.09.15 "Willkommenskultur auch für Babys" WELT

Leserbriefe

Das Recht der Straße von der Politik unterstützt

Im direkten Kontakt mit den Gegendemonstranten war kaum zu spüren, dass diese überhaupt wussten, worum es beim Marsch für das Leben ging. Hier wurden in der Regel blind die Parolen der Vorjahre geschrien. Die Desinformation wurde dann auch am gleichen Tag von der Presse fortgesetzt, siehe Berliner Morgenpost online, wo die Gegendemonstranten, geschätzt ca. 300 ausführlich gewürdigt wurden. Von der Argumenten der Kundgebung, den Berichten einzelner Bürger und den teilnehmen Persönlichkeiten kein einziges Wort. Hier wird Öffentlichkeit bewusst dumm gehalten.

Schleierhaft ist mir auch, wie grüne Abgeordnete zu strafbaren Blockaden des Marsches aufrufen können ohne selbst dafür verantwortlich gemacht zu werden? Im Verhalten der Gegendemonstranten und in der Diskussion mit ihnen wurde deutlich, wie sehr hier mit großer Intoleranz die eigenen Meinung als herrschendes Recht ausgegeben wurde. Und so war man immer wieder zutiefst empört, wenn man von der Polizei von der Straße getragen wurde, damit der Marsch für das Leben zu seinem Demonstrationsrecht kommen konnte.