12. Weltbischofssynode der Katholischen Kirche in Rom eröffnet


06.10.08

12. Weltbischofssynode der Katholischen Kirche in Rom eröffnet

Papst warnt vor Gottesferne moderner Gesellschaften

(MEDRUM) In der Basilika Sankt Paul wurde gestern in Rom die 12. Weltbischofssynode eröffnet. 253 Bischöfe sowie mehr als 100 Experten und Beobachter werden über die Bedeutung der Bibel für das Leben und die Sendung der Kirche beraten.

Absicht von Papst Benedikt XVI. ist es, mit der Synode den Austausch innerhalb der Weltkirche und deren Einheit zu fördern. Der interreligiöse Dialog wird an der Teilnahme des Patriarchen von Konstantinopel, der orthodoxe Ehrenprimas Bartholomaios I., sowie des Rabbiner Schar Jischuw Cohen aus Haifa deutlich.

In seiner Eröffnungsrede warnte Benedikt XVI. vor der Gottferne moderner Gesellschaften, dem um sich greifenden Egoismus, dem Machtmißbrauch, der Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Gewalt, die uns in den täglichen Nachrichten vor Augen geführt werden; Textauszug aus der Predigt:
„Wenn wir auf die Geschichte blicken, dann sehen wir auch bei vielen Christen Kälte und Rebellion... Wir sehen blühende christliche Gemeinschaften in den ersten Jahrhunderten, die völlig verschwunden sind und an die heute nur noch in den Geschichtsbüchern erinnert wird. Und könnte nicht dasselbe auch heutzutage passieren? Nationen, die einstmals reich an Glauben und an Berufungen waren, geben heute ihre eigene Identität auf - unter dem trügerischen und destruktiven Einfluss einer gewissen modernen Kultur. Es gibt Menschen, die beschließen „Gott ist tot" und werfen sich dann selbst zu Gott auf, indem sie sich für die einzigen Meister ihres Geschicks, für absolute Herren der Welt halten."

„Indem er sich Gottes entledigt und von ihm kein Heil mehr erwartet, glaubt der Mensch, tun zu können, was ihm gerade so einfällt, und sich selbst zum Maß seines Seins und seines Handelns aufwerfen zu können. Aber wird der Mensch wirklich glücklicher, wenn er Gott aus seinem eigenen Horizont verbannt? Wird er wirklich freier? Wenn die Menschen sich zu unumschränkten Herren ihrer selbst und zu den einzigen Herren des Geschaffenen erklären - können sie dann wirklich eine Gesellschaft aufbauen, in der Freiheit, Gerechtigkeit und Friede regieren? Oder geschieht nicht - wie die täglichen Nachrichten uns vor Augen führen - eher das Gegenteil? Daß nämlich Machtmißbrauch, egoistische Interessen, Ungerechtigkeit und Ausbeutung das Bild bestimmen, die Gewalt in all ihren Formen? Ganz zum Schluß findet sich der Mensch einsamer wieder - und die Gesellschaft gespaltener und konfuser."


-> Der Mensch im Chaos