Gesamtgesellschaftliche Veränderung statt Heuchelei


01.04.10

Gesamtgesellschaftliche Veränderung statt Heuchelei

Kommentar zur Missbrauchsdebatte

von Barbara von Schnurbein

(MEDRUM) Wenn in einem Kindergarten „Karottenkönig" wird, wer am schnellsten Kondome über eine Karotte ziehen kann, wenn in einer Grundschule „pro familia" mit den Kindern aus Knete Geschlechtsteile formt, wenn 12-jährige Mädchen in BRAVO getröstet werden, weil sie noch Jungfrau sind und „beraten" werden, wie sie das ändern können, dann läuft etwas grundsätzlich schief.

Es ist wichtig und nötig, dass alle Vorfälle in Schulen und Internaten vorbehaltlos aufgeklärt werden. Die zügig eingesetzten Aufklärer und Ombudspersonen sind hoffentlich das richtige Signal an die Betroffenen. Aber wir sollten darüber nicht vergessen, dass die meisten Missbrauchsdelikte nicht durch Priester und Lehrer geschehen, sondern im familiären Bereich durch enge Verwandte und Bekannte, sowie überall in unserer Gesellschaft durch Täter und Täterinnen, die zur eigenen Befriedigung vor der Verletzung kindlicher Seelen und Körper nicht zurückschrecken.

Sigmund Freud kam zu dem Ergebnis: „Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehungsfähig; die Zerstörung der Scham bewirkt eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten". Sein Schüler Wilhelm Reich beschrieb 1945 in „Die sexuelle Revolution", wie man eine traditionelle Gesellschaft verändert, indem man erstens die Familien zerstört und zweitens die Jugend eheunfähig macht. Dazu werden Kinder früh sexualisiert und von klein auf in kollektiven Einrichtungen untergebracht. Er würde jubeln, wenn er sehen könnte, wie genau wir seinen Anweisungen folgen!

Es ist heuchlerisch, wenn Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger lauthals den Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen anprangert, aber als Beirätin der „Humanistischen Union" mit dafür verantwortlich ist, dass dort im Juni 2000 einstimmig „die geradezu kreuzzugartige Kampagne gegen Pädophilie" kritisiert und eine neue Bewertung dieser „abweichenden Sexualpraxis" gefordert wurde. Was will sie also? Kinder vor Übergriffen schützen oder nur die Kirchen attackieren?

Wenn 7% - 10% muslimischer Eltern ihre Töchter aus religiösen Gründen vom Schwimmunterricht und von Klassenfahrten abmelden dürfen, aber die wenigen Eltern, die aus christlicher Überzeugung ihre Kinder nicht in den Sexualkundeunterricht schicken wollen, mit Erzwingungshaft von 40 Tagen (März 2010 in Paderborn) bestraft werden, fragt man sich, ob es um das Wohl der Kinder geht, oder nur ideologische Ziele auf Kosten der Kinder umgesetzt werden.

Wer wirklich Kinder schützen will, muss vorbehaltlos gesamtgesellschaftlich recherchieren. Dann muss auch über den Schaden gesprochen werden, den Gender Mainstreaming anrichtet, wenn man Jugendliche ständig in ihrer sexuellen Identität in Frage stellt. (Bist du wirklich ein Junge? Fühlst du dich nicht manchmal wie ein Mädchen?) Nur ein verändertes Denken und Verhalten der gesamten Gesellschaft wird die viel zu hohe Zahl von Missbrauchsopfern bei Kindern und Erwachsenen langfristig senken können.

______________________________________

BarbImageara Freifrau von Schnurbein ist
Redaktionsleiterin der Zeitschrift VOICE (Bild links), die von der Vereinigung "FGBMFI-Christen im Beruf e.V." herausgegeben wird (FGBMFI: Full Gospel Business Men's Fellowship International Christen im Beruf).

 


MEDRUM -> Schulen als sexuelle Erregungszonen eines postmodernen Relativismus?

Leserbriefe

Thematik vielschichtiger

Dieser Artikel stellt leider nicht den gesamten Sachverhalt dar. Ich zitiere: "Es ist heuchlerisch, wenn Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger lauthals den Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen anprangert, aber als Beirätin der „Humanistischen Union" mit dafür verantwortlich ist, dass dort im Juni 2000 einstimmig „die geradezu kreuzzugartige Kampagne gegen Pädophilie" kritisiert und eine neue Bewertung dieser „abweichenden Sexualpraxis" gefordert wurde. Was will sie also? Kinder vor Übergriffen schützen oder nur die Kirchen attackieren?" Hierzu sind auf jeden Fall die Anmerkungen unter Humanistische Union_ Themen_ Rechtspolitik_ Sexualstrafrecht_ Detail.html http://de.wikipedia.org/wiki/Humanistische_Union zu beachten. Die Thematik stellt sich auf jeden Fall vielschichtiger dar, als in dem Zitat.